Ethereum (ETH)‑Mitgründer Vitalik Buterin erklärte am Dienstag in einem X‑Post, dass die ursprüngliche Vision für Layer‑2‑Rollups „keinen Sinn mehr ergibt“.
Buterin nannte zwei Gründe: L2s kamen bei der Dezentralisierung „weit langsamer“ voran als erwartet, während Ethereums Basisschicht unabhängig skaliert hat.
Die Aussagen stellen eine deutliche Abkehr von dem rollup-zentrierten Skalierungsplan dar, den er seit 2021 vertreten hatte.
Nur drei große L2s – Arbitrum, OP Mainnet und Base – erreichten bis 2025 die Dezentralisierungsstufe 1. Die meisten Rollups verharren in Stufe 0 mit zentralisierten Kontrollmechanismen.
Was passiert ist
Die Ethereum-Gebühren sanken, als das Netzwerk die Gas-Limits erhöhte und die Datenverfügbarkeit durch Upgrades wie PeerDAS verbesserte. Die L1 kann nun eine höhere Kapazität bewältigen, ohne sich auf L2s als „gebrandete Shards“ der Hauptkette zu stützen.
Einige L2s deuteten an, dass sie aufgrund regulatorischer Anforderungen an die letztendliche Kontrolle möglicherweise nie über Stufe 1 hinausgehen werden. Buterin räumte ein, dass dieser Ansatz bestimmten Kundengruppen dient, aber nicht das „Skalieren von Ethereum“ im ursprünglichen Sinne darstellt.
Die Kehrtwende folgt auf Umbrüche bei der Ethereum Foundation im Jahr 2025, als der Wettbewerb durch Solanas monolithischen Skalierungsansatz intensiver wurde. Forscher richteten ihren Fokus wieder stärker auf Verbesserungen der Basisschicht parallel zur L2‑Expansion.
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Warum das wichtig ist
Buterin plädiert nun dafür, dass L2s Mehrwert jenseits reiner Skalierung identifizieren, etwa Datenschutzfunktionen, anwendungsspezifische Effizienz, extrem niedrige Latenz oder nicht-finanzielle Anwendungsfälle. Er hält daran fest, dass L2s mindestens Stufe 1 erreichen oder anerkennen sollten, als separate L1s mit Brücken zu agieren.
Der Vorschlag dreht sich um ein natives Rollup-Precompile, das ZK‑EVM‑Proofs als Teil von Ethereums Basisschicht verifiziert. Dieses Precompile würde automatisch mit Ethereum mitaktualisiert und erhielte Hard-Fork-Schutz, falls Bugs auftreten.
Dieser Ansatz ermöglicht vertrauenslose Interoperabilität und synchrone Komponierbarkeit zwischen L1 und L2s. Buterin beschreibt die Neuausrichtung als Anerkennung, dass L2s auf einem Spektrum existieren, anstatt zwingend einen einheitlichen Status als „gebrandete Shards“ erfüllen zu müssen.
Die Äußerungen folgen darauf, dass der in L2s gebundene Total Value Locked bis Oktober 2025 auf 47 Milliarden US‑Dollar stieg, von weniger als 4 Milliarden im Jahr 2023. Base entwickelte sich klar zum Nutzungsführer, während die meisten neueren L2s nach Auslaufen ihrer Anreizprogramme zusammenbrachen.
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