Bitcoins (BTC) Erzählung als Inflationsschutz wird auf die Probe gestellt, da die US‑Verbraucherpreise sinken, die Marktstimmung nahe Rekordtiefs liegt und die Kryptowährung 47 % unter ihrem Allzeithoch von Oktober handelt.
Bitcoin-Unternehmer Anthony Pompliano sagte, dass Inhaber jetzt vor einer schwierigeren Frage stehen: ob sie überzeugt bleiben können, ohne dass der tägliche Inflationsdruck ihre These ständig bestätigt.
„Kannst du ein Asset halten, wenn nicht jeden Tag eine hohe Inflation direkt in deinem Gesicht ist?“, sagte Pompliano bei Fox Business. „Kannst du weiterhin an das Wertversprechen von Bitcoin glauben, nämlich dass es ein Asset mit begrenztem Angebot ist?“
Was die Daten zeigen
Der US‑Verbraucherpreisindex ist im Januar von 2,7 % im Dezember auf 2,4 % gefallen, wie das Bureau of Labor Statistics am Freitag mitteilte. Der Kern-VPI sank auf 2,5 % und erreichte damit seinen niedrigsten Stand seit April 2021.
Doch diese Zahl hat einen erheblichen Vorbehalt. Ein 43‑tägiger Regierungsstillstand im vergangenen Herbst verhinderte, dass staatliche Statistiker Preisdaten für Oktober erfassen konnten. Moodys Chefökonom Mark Zandi sagte gegenüber CNBC, die Inflation „sehe auf dem Papier besser aus als in der Realität“ und schätzte, der VPI läge ohne diese Datenlücke eher bei 2,7 %.
Bitcoin wurde am Samstag bei rund 68.900 US‑Dollar gehandelt, ein Plus von etwa 3,5 % am Tag, aber ein Minus von rund 28 % in den letzten 30 Tagen.
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Stimmung auf historischen Tiefstständen
Der Crypto Fear & Greed Index, der Volatilität, Momentum und soziale Daten in einem einzigen Wert bündelt, verzeichnete am Samstag einen Stand von 9 – tief im Bereich „Extreme Angst“.
Der Index erreichte am 6. Februar ein Allzeittief von 5, in einer Woche, in der Bitcoin kurzzeitig unter 61.000 US‑Dollar fiel und mehr als 2 Milliarden US‑Dollar an gehebelten Positionen liquidiert wurden.
Der US‑Dollar-Index hat sich derweil im vergangenen Monat um etwa 2,3 % abgeschwächt und notiert nahe 97, seinem tiefsten Stand seit über einem Jahr.
Pomplianos „monetäre Schleuder“-These
Pompliano, Gründer und CEO von Professional Capital Management, argumentierte, dass kurzfristige deflationäre Kräfte letztlich dazu führen werden, dass Entscheidungsträger mehr Geld drucken und die Zinsen senken – wodurch der Dollar stillschweigend entwertet werde. Er bezeichnete dies als „monetäre Schleuder“, die Bitcoin „wertvoller als je zuvor“ machen würde.
Diese These bleibt spekulativ und hängt von ungewissen politischen Entscheidungen ab. Die Federal Reserve hat seit dem vergangenen Jahr keine Zinsen gesenkt, und die Märkte preisen derzeit zwei Zinssenkungen um 25 Basispunkte für 2026 ein – eine im Juni und eine weitere im September.
Vorerst sehen sich Bitcoin-Inhaber einem Markt gegenüber, der von fallenden Kursen, rekordtiefen Stimmungswerten und einem abkühlenden Inflationsumfeld geprägt ist, das die populärste Erzählung des Assets schwächt.
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