Der Betreiber von Prognosemärkten Kalshi steht Insidern zufolge kurz vor einer neuen Finanzierungsrunde über rund 1 Mrd. US‑Dollar, die das Unternehmen mit etwa 40 Mrd. Dollar bewerten würde – fast eine Verdopplung des Firmenwerts innerhalb von gut vier Monaten.
Wichtigste Fakten:
- Kalshi verhandelt über rund 1 Mrd. Dollar zu einer Bewertung nahe 40 Mrd. Dollar.
- Sequoia Capital und Wellington Management könnten die Runde anführen; Tiger Global und Dragoneer sind ebenfalls im Gespräch.
- Die Gespräche folgen auf ein Berufungsurteil, das Ohio und Tennessee erlaubt, Kalshis Sportkontrakte zu regulieren.
Finanzierungsrunde von Kalshi
Der bestehende Investor Sequoia Capital und der Vermögensverwalter Wellington Management befinden sich laut mit der Sache vertrauten Personen in fortgeschrittenen Gesprächen, die Runde anzuführen, die in den kommenden Wochen abgeschlossen werden könnte, wie Insider berichten. Auch Tiger Global Management und die Dragoneer Investment Group sollen über eine Beteiligung verhandeln.
Die neue Runde würde auf eine Serie‑F‑Finanzierung über 1 Mrd. Dollar folgen, die Kalshi im Mai bei einer Bewertung von 22 Mrd. Dollar abgeschlossen hatte – damals bereits eine Verdopplung des Unternehmenswerts gegenüber Dezember.
Sequoia‑Partner Alfred Lin hält bereits einen von fünf Sitzen im Verwaltungsrat von Kalshi; ein mögliches Engagement von Tiger Global und Dragoneer war bislang nicht öffentlich bekannt. Kalshi und Tiger Global lehnten Stellungnahmen ab, die übrigen drei Adressen reagierten nicht auf Anfragen.
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Konkurrenz mit Polymarket
Das frische Kapital würde Kalshi helfen, den Vorsprung auf den New‑Yorker Rivalen Polymarket auszubauen, der mit dem Start seiner US‑Plattform haderte und ins Visier von Aufsichtsbehörden geriet. Auch Polymarket verhandelt dem Vernehmen nach über eine Kapitalaufnahme von rund 1 Mrd. Dollar.
Kalshi hat Polymarket im vergangenen Jahr nach Daten von Dune Analytics beim Marktanteil überholt.
Das Unternehmen arbeitet daran, seine Plattform deutlich breiter aufzustellen – über Wetten auf Wahlen und Sportereignisse hinaus. Diese Expansion bringt Kalshi in direkte Konkurrenz zu etablierten Terminbörsen wie der CME Group und der Intercontinental Exchange, der Muttergesellschaft der New York Stock Exchange.
Einige Marktbeobachter geben zu bedenken, dass eine Bewertung von 40 Mrd. Dollar nur zu rechtfertigen sei, wenn Kalshi seine Popularität in ein börsenähnliches Geschäftsmodell mit vielen aktiven Marktteilnehmern und stabilen, wiederkehrenden Volumina überführen könne. Strengere Grenzen bei den zulässigen Kontrakten könnten dieses Wachstum bremsen.
Bewertung und Rechtsrisiken
Die Rechtslage bleibt ein wesentlicher Risikofaktor. Ein US‑Berufungsgericht entschied am 25. September, dass Ohio und Tennessee ihre Sportwettgesetze auf die von Kalshi gelisteten Sportkontrakte anwenden dürfen. Tennessees Generalstaatsanwalt Jonathan Skrmetti sprach von einem Sieg für den Verbraucherschutz, während Kalshi – das die ausschließliche Zuständigkeit der Bundes‑Rohstoffaufsicht für seine Produkte reklamiert – nicht davon ausgeht, dass das Urteil einer weiteren Prüfung standhalten wird.
Kalshis Bewertung ist rasant gestiegen: von 5 Mrd. Dollar, als das Unternehmen im Oktober 2025 300 Mio. Dollar einwarb, auf 11 Mrd. Dollar nach einer 1‑Mrd.-Runde im Dezember. Erste Spekulationen über eine 40‑Mrd.-Dollar‑Bewertung kursieren seit Juni, als ein früher Bericht einen Abschluss bereits im dritten Quartal in Aussicht stellte; Wellingtons Interesse wurde im August publik. Die nun diskutierte Runde würde den Unternehmenswert damit in weniger als zwölf Monaten auf das Achtfache schrauben.
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