Tallinn, Estland, 8. Oktober 2026, Chainwire
SaaS und E‑Commerce steigern ihren gemeinsamen Anteil von 48,26 % auf 55,54 %, während Trading von 14,07 % auf 13,15 % zurückgeht.
Viele Unternehmen bauen ihre Stablecoin-Infrastruktur rund um das falsche Problem auf.
Der zentrale Fehler: Stablecoins werden primär als Coin‑und‑Netzwerk-Entscheidung verstanden. Für digitale Geschäftsmodelle geht es jedoch um weit mehr – sie brauchen durchgängige Workflows für Abrechnung, Checkout, Settlement, Auszahlungen und Abstimmung in der Finanzbuchhaltung.
Welche dieser Abläufe am wichtigsten sind, hängt direkt vom Geschäftsmodell ab.
Neue aggregierte Daten von NOWPayments zeigen, dass die Branchenstruktur sich in Richtung Unternehmen verschiebt, die Krypto-Zahlungen im Tagesgeschäft einsetzen. Zwischen dem 16. Januar und 16. Juli 2026 entfielen 27,78 % der klassifizierten Partner auf SaaS und Webservices, weitere 27,76 % auf E‑Commerce‑Marktplätze. Zusammen kamen beide Segmente damit auf 55,54 % der Stichprobe. Im gleichen Zeitraum 2025 lag ihr gemeinsamer Anteil bei 48,26 %. Das Plus von 7,28 Prozentpunkten entspricht einem jährlichen Zuwachs von 15,08 % ihres kombinierten Anteils.
Trading bleibt ein wichtiger Bestandteil des Datensatzes, verliert aber leicht an Gewicht: Der Anteil sank von 14,07 % im Jahr 2025 auf 13,15 % im Jahr 2026 – und fällt damit hinter SaaS und E‑Commerce auf Platz drei zurück.
Am deutlichsten legte SaaS zu: Der Bereich stieg binnen eines Jahres von 15,58 % auf 27,78 % und schloss damit eine Lücke von 17,10 Prozentpunkten zu E‑Commerce. Das entstehende Bild ist nicht das einer Verdrängung des Tradings durch Stablecoins, sondern einer Ausweitung der Stablecoin-Nutzung in die operative Infrastruktur digitaler Unternehmen.
Sofern nicht anders angegeben, vergleichen die Branchenanteile den Zeitraum 16. Januar bis 16. Juli 2025 mit 16. Januar bis 16. Juli 2026.
Partner-Mix verschiebt sich in Richtung operativer Use Cases
Im Jahr 2025 führten E‑Commerce‑Marktplätze den Datensatz mit 32,68 % an. SaaS und Webservices folgten mit 15,58 %, dicht gefolgt von Trading mit 14,07 %.
Ein Jahr später hatte SaaS seinen Anteil um 12,20 Prozentpunkte auf 27,78 % ausgebaut. E‑Commerce lag bei 27,76 %, zwischen beiden Segmenten lagen damit nur 0,02 Prozentpunkte. Ihr gemeinsamer Anteil stieg von 48,26 % auf 55,54 %. Mehr als die Hälfte der klassifizierten Partner des 2026er-Samples stammen somit aus zwei Branchen, deren Kerngeschäft auf digitalen Transaktionen, wiederkehrenden Services und Online-Kundenbeziehungen basiert.
Der restliche Partner-Mix veränderte sich gradueller.
Finanzdienstleistungen gingen von 9,00 % auf 6,35 % zurück. Gambling und iGaming kletterten von 6,20 % auf 6,87 %, Adult-Plattformen von 4,99 % auf 5,89 %. Wohltätigkeitsorganisationen fielen von 2,27 % auf 1,40 %, TGE/Presale von 2,12 % auf 1,35 %.
Diese Werte messen die Veränderung der relativen Anteile in der Stichprobe, nicht das absolute Wachstum der Partnerzahl. Ein Segment kann Marktanteile verlieren, obwohl es absolut wächst – wenn andere Kategorien schneller expandieren.

Methodik: Jeder Prozentwert steht für den Anteil einer Branche am vollständigen, aggregierten Partner-Sample, das über dieselben neun Kategorien klassifiziert wurde. Verglichen werden die Zeiträume 16. Januar bis 16. Juli der Jahre 2025 und 2026. Beide Perioden wurden unabhängig voneinander normalisiert. Absolute Partnerzahlen werden nicht veröffentlicht, Prozentwerte sind auf zwei Dezimalstellen gerundet. Die Ergebnisse beschreiben die Partnerverteilung innerhalb des NOWPayments-Datensatzes, nicht Zahlungsvolumina, Transaktionswerte oder branchenweite Marktanteile.
Unterschiedliche Geschäftsmodelle brauchen unterschiedliche Stablecoin-Workflows
Die Branchenanalyse wird relevant, sobald sie in operative Fragestellungen der jeweiligen Geschäftsmodelle übersetzt wird.
Für ein SaaS-Unternehmen müssen Stablecoin-Zahlungen sich etwa nahtlos mit wiederkehrender Abrechnung, Rechnungsabgleich, Kontoaktivierung, Verlängerungen, Settlement und der finanziellen Abstimmung verbinden.
Ein Marktplatz braucht Stablecoins über eine längere Prozesskette hinweg: Die Zahlung startet an der Kasse und setzt sich fort über Rückerstattungen, Händler-Settlement, Affiliate-Provisionen und weitere Auszahlungsströme.
Trading-Plattformen haben einen anderen Anforderungskatalog. Für sie stehen Asset- und Netzwerkabdeckung, Bestätigungspolitiken, Liquidität und Treasury-Steuerung im Vordergrund.
Diese Punkte sind potenzielle Workflow-Treiber, keine allgemeingültige Beschreibung jeder Firma in der jeweiligen Kategorie. Entscheidend ist: Derselbe Stablecoin kann in allen drei Segmenten eingesetzt werden – erfüllt dort aber jeweils eine andere operative Aufgabe.
Genau deshalb sollte ein Unternehmen zunächst seinen Workflow definieren, bevor es Coin und Netzwerk auswählt.
Auch der Netzwerk-Mix unterscheidet sich je nach Branche
Die Daten zu erfolgreichen Zahlungen zeigen, dass sich die Branchendifferenzen bis in die Netzwerk-Nutzung hinein fortsetzen.
USDT auf TRON stellte in E‑Commerce‑Marktplätzen 54,58 % des gemessenen Samples erfolgreicher Zahlungen. Im Trading lag der Anteil bei 12,04 %, in SaaS und Webservices bei 9,60 %.
Innerhalb dieses Datensatzes war USDT TRC20 damit rund 4,5‑mal so stark in E‑Commerce vertreten wie im Trading – und 5,7‑mal so stark wie in SaaS.
Die entsprechenden Anteile lagen bei 4,76 % im Bereich Gambling und iGaming, 1,85 % in Finanzdienstleistungen, 1,49 % in „Sonstiges“ und 0,60 % bei Charity. Adult-Plattformen und TGE/Presale wiesen im analysierten Sample jeweils einen Anteil von 0 % auf.
Auch diese Verteilung stützt die Branchenbefunde: Eine Stablecoin-Konfiguration, die für ein Geschäftsmodell gut passt, ist für ein anderes möglicherweise ungeeignet.
Für ein E‑Commerce-Unternehmen kann USDT auf TRON eine zentrale Rolle im Checkout-Prozess spielen. Ein SaaS-Anbieter dürfte einen deutlich anderen Mix aus Assets und Netzwerken sehen. Trading-Plattformen wiederum benötigen meist eine deutlich breitere Abdeckung.
Unternehmen sollten diese Entscheidungen anhand ihrer eigenen Daten zu erfolgreichen Zahlungen validieren – statt die Präferenzen einer anderen Branche einfach zu übernehmen.

Methodik: Jeder Prozentwert steht für den Anteil von USDT TRC20 am aggregierten Sample erfolgreicher Zahlungen innerhalb der jeweiligen Branche. Absolute Transaktionszahlen werden nicht veröffentlicht. Fehlgeschlagene, abgelaufene, erstattete und Test-Transaktionen sind ausgeschlossen. Die Zahlen beschreiben die Aktivität im NOWPayments-Ökosystem und sind nicht als marktweite Währungsverteilung zu verstehen. Ein Wert von 0 % bedeutet, dass im analysierten Sample in dieser Kategorie keine erfolgreichen USDT‑TRC20‑Zahlungen erfasst wurden.
Erst den Workflow bauen – dann die „Rails“ auswählen
Die fünf zu Beginn skizzierten operativen Bereiche liefern einen praxisnahen Rahmen zur Bewertung von Stablecoin-Infrastrukturen:
- Abrechnung (Billing): Muss die Zahlung mit Rechnungen, Subscriptions, Verlängerungen oder dem Konto-Zugang verknüpft sein?
- Checkout: Welche Assets und Netzwerke führen bei den tatsächlichen Kunden des Unternehmens zu abgeschlossenen Zahlungen?
- Settlement: In welchem Asset soll das Unternehmen letztlich vereinnahmen, und wann sollen die Gelder verfügbar sein?
- Auszahlungen (Payouts): Müssen Gelder an Händler, Affiliate-Partner, Dienstleister oder Kunden weitergeleitet werden?
- Abstimmung (Reconciliation): Wie ordnet das Finanzteam Transaktionen den Rechnungen, Bestellungen und internen Reports zu?
Nicht jedes Unternehmen braucht alle fünf Bausteine. Eine SaaS-Plattform legt den Fokus eher auf Abrechnung und Abstimmung. Ein Marktplatz priorisiert Checkout, Settlement und Auszahlungen. Eine Trading-Plattform stellt Netzwerkabdeckung, Liquidität und Treasury-Management in den Vordergrund.
Unternehmen sollten zunächst klären, welche Workflows tatsächlich relevant sind. Erst danach folgt die Auswahl von Asset und Netzwerk.
„Die falsche Frage lautet: Welcher Stablecoin ist der beste? Die richtige Frage ist: der beste wofür?“, sagt Kate Lifshits, Commercial Director bei NOWPayments. „Unternehmen sollten zuerst ihren Flow für Abrechnung, Checkout, Settlement, Auszahlungen und Abstimmung definieren. Coin und Netzwerk müssen diesen Workflow unterstützen – nicht umgekehrt.“
Lifshits beleuchtet die kommerzielle Seite von Krypto-Zahlungen in ihrer Cryptopolitan-Serie Crypto That Works for Business. In der Auftaktkolumne Der 22‑%‑Umsatz-Booster, der in Ihrem Krypto-Checkout schlummert untersuchte sie, wie Zahlungsinfrastruktur die Performance im Checkout beeinflussen kann. Künftige Beiträge werden weiter analysieren, wo Krypto-Zahlungen Umsätze steigern, Kosten senken und operative Reibung verringern können.
Eine Stablecoin-Strategie beginnt bei der Aufgabe, die das Geld im System erfüllen soll. Coin und Netzwerk folgen erst danach.
Über NOWPayments
NOWPayments ist ein auf Unternehmen zugeschnittenes Krypto-Ökosystem, das Firmen dabei unterstützt, Zahlungen zu akzeptieren, Massenauszahlungen zu automatisieren, Stablecoin-Treasuries zu steuern und globale Digital-Asset-Operationen über eine einzige Infrastruktur zu skalieren. Die Plattform unterstützt mehr als 350 Kryptowährungen, über 30 Stablecoins, flexible Settlement-Optionen und Enterprise-APIs.
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