Morgan Stanley hat seine Prognose für AI-driven job losses im europäischen Bankensektor verdoppelt und erklärt, dass bis 2030 bis zu 20 % der Belegschaft wegfallen könnten.
Wichtigste Punkte:
- Morgan Stanley geht nun davon aus, dass bis zu 400.000 Bankarbeitsplätze in Europa bis 2030 gestrichen werden könnten – doppelt so viele wie in der Januar-Schätzung.
- Am stärksten betroffen sind Funktionen im Backoffice, im Risiko- und Compliance-Bereich, in denen generative KI repetitive Aufgaben übernimmt.
- Stellenkürzungen laufen bereits bei UBS, ABN Amro, HSBC und Société Générale.
Prognose von Morgan Stanley
Analysten der Bank told Bloomberg am Donnerstag, dass KI es Kreditinstituten ermöglichen könnte, den Personalbestand kurzfristig um ein Fünftel zu verringern.
Damit steigt die Schätzung auf rund 400.000 Stellen gegenüber der im Januar veröffentlichten Prognose von 200.000 Jobs bzw. 10 %.
Noch vor fünf Monaten argumentierten die Analysten, dass der Einsatz von KI bis zum Ende des Jahrzehnts rund 200.000 kumulierte Stellen verschwinden lassen würde. Der funktionale Schwerpunkt hat sich nicht geändert. Geändert hat sich die Schlagzeile.
Die Kürzungen konzentrieren sich auf Backoffice-Abläufe, KYC- und AML-Compliance sowie das Risikomanagement im Middle Office. Banken haben quoted Effizienzgewinne von nahezu 30 % durch KI und eine tiefgreifendere Digitalisierung.
Was sich nach Darstellung der Bank verändert hat, ist das Tempo, mit dem einzelne Institute sich öffentlich zu KI-gesteuerten Restrukturierungen bekennen – zusammen mit Signalen in Gewinnmitteilungen, dass Produktivitätsgewinne schneller eintreten als in den Prognosen für 2025 angenommen.
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Europäische Banken restrukturieren
Die Belege auf Ebene der einzelnen Banken sind konkret. ABN Amro erklärte im November 2025, sie werde bis 2028 rund 20 % der Vollzeitstellen abbauen, überwiegend durch Automatisierung. HSBC hat sich verpflichtet, etwa 20.000 Stellen zu streichen, da KI Backoffice-Arbeiten übernimmt.
UBS, die noch immer an der Integration von Credit Suisse arbeitet, hat in der Schweiz eine neue Runde von Stellenstreichungen begun.
Société Générale-Chef Slawomir Krupa warnte im März, dass in der französischen Bank im Rahmen des Kostensenkungsprogramms nichts tabu sei.
Analysten betonen, dass es sich bei der Zahl um eine Prognose und nicht um eine Messgröße handelt. Die Verdopplung basiert auf einer angenommenen Umwandlungsquote von Produktivitätsgewinnen in Personalabbau, die im Sektor bislang noch nicht im großen Maßstab nachgewiesen wurde.
Die vorsichtige Einschätzung liegt irgendwo zwischen 10 % und 20 %, wobei die Spannweite davon abhängt, wie Aufsichtsräte den Druck der Aktionäre gegen die politischen Kosten groß angelegter Arbeitsplatzverluste in Europa abwägen.
So oder so wird die Branche im Jahr 2030 personell kleiner sein.
Die Januar-Schätzung orientierte sich grob an den damals tatsächlich veröffentlichten Plänen börsennotierter Banken. Die Überarbeitung im Mai erhöht den Einsatz, und die Spanne zwischen 200.000 und 400.000 Stellen wird bestimmen, wie disruptiv sich der Übergang für den europäischen Arbeitsmarkt anfühlt.
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