Binance wird Transaktionen mit 16 Kryptodienstleistern, darunter HTX, blockieren, sobald Sanktions- und Compliance-Vorgaben, die weitgehend mit Russland zusammenhängen, vollständig greifen.
Wichtigste Punkte
- Binance-Nutzer müssen sich auf gestaffelte Abschaltungen einstellen; 11 weitere Plattformen werden ab dem 23. August blockiert.
- HTX ist unter den nun erfassten Anbietern die bekannteste zentralisierte Börse.
- Transaktionen mit gelisteten Plattformen nach dem jeweiligen Stichtag können Compliance-Prüfungen und Wallet-Beschränkungen auslösen.
Binance blockiert Transaktionen
Binance teilte am Freitag mit, dass der Konzern keine Transaktionen mehr mit 16 Kryptoverwahrern und -börsen abwickeln wird. Beschränkungen gegen Shelbit und Aban Tether Exchange gelten seit dem 7. August, A7 Nigeria, A7 Africa und PilotFinance Ltd. werden seit dem 13. August blockiert.
Ab dem 23. August werden die Maßnahmen auf Rapira, Aifory Pro, ABCeX, WhiteBird, NoOnecrypto, Tradex, Monease, BitPapa, Exnode/Exnode Pay, HTX und EXMO Ltd. ausgeweitet. Durch den stufenweisen Ansatz gelten für Nutzer je nach involvierter Plattform unterschiedliche Stichtage.
„Binance ist verpflichtet, die regulatorischen Anforderungen in den Rechtsräumen zu erfüllen, in denen das Unternehmen tätig ist“, erklärte der Konzern. „Diese Schritte sind notwendig, um diese Vorgaben einzuhalten und eine sichere Umgebung für unsere Nutzer und ihre Vermögenswerte zu gewährleisten.“
Binance warnte die Kunden ausdrücklich davor, nach dem jeweils geltenden Stichtag noch Gelder über die Börse zu senden oder zu empfangen, wenn eine der 16 betroffenen Gegenparteien involviert ist. Versuche, mit einer gelisteten Plattform zu interagieren, können eine Compliance-Prüfung auslösen und zu Einschränkungen des jeweiligen Wallets führen.
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HTX im Sanktionsfokus
Die Europäische Union belegte HTX im Juli mit Sanktionen und warf der Börse sowie weiteren genannten Unternehmen vor, Maßnahmen zu unterlaufen, die wegen Russlands Angriffskrieg gegen die Ukraine verhängt wurden. Die EU begründete dies unter anderem damit, dass HTX Finanzdienstleistungen für A7 Limited Liability Company erbracht habe, ein russlandnahes grenzüberschreitendes Zahlungsinstitut.
Das Vereinigte Königreich sanktionierte bereits im Mai Huobi Global S.A.. Das zuständige Office of Financial Sanctions Implementation stellte klar, dass die Auflagen auf HTX durchschlagen, weil die Plattform Huobi zugerechnet wird. TRM Labs warf HTX später vor, nach den britischen Maßnahmen Hot Wallets und Finanzierungsadressen rotiert zu haben.
Nicht jede Binance-Beschränkung geht direkt auf das Russland-Sanktionsregime zurück. Shelbit und Aban Tether Exchange wurden vom US-Finanzministerium wegen mutmaßlicher iranbezogener Geldwäsche und Sanktionsumgehung auf die Sanktionsliste gesetzt.
HTX führt seinen heutigen Namen seit der Eigentümerwechsel 2022 vollzogen wurde, als TRON-Gründer und Krypto-Investor Justin Sun über ein Investmentvehikel eine große Beteiligung übernahm. Diese Historie rückt nun eine global bekannte Börse in den Mittelpunkt sich überschneidender europäischer Sanktionsmaßnahmen – und nicht nur kleinere, weitgehend unbekannte Plattformen.
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