Binance wird ab dem 1. Juli einige Dienste für Nutzer in der Europäischen Union aussetzen, nachdem es keine Lizenz erhalten hat, um rechtzeitig vor Ablauf der Frist den MiCA-Krypto-Regeln des Blocks zu entsprechen.
Zentrale Punkte:
- Binance teilte Kunden in Frankreich, Italien, Polen und Spanien mit, dass es bis zum Stichtag 30. Juni keine MiCA-Lizenz besitzen wird.
- Die Börse zog ihren griechischen Antrag am 24. Juni zurück und plant nun, die Genehmigung über Frankreich zu beantragen.
- Kundengelder bleiben sicher und Auszahlungen geöffnet, erklärte das Unternehmen, während es in den kommenden Monaten eine Lizenz anstrebt.
Binance stoppt EU-Dienste
Die Börse informierte diese Woche per E-Mail Kunden in vier EU-Märkten und warnte, dass sie ab dem nächsten Monat keine neuen Nutzer mehr aufnehmen und den Handel einschränken werde. Kunden in Frankreich, Italien, Polen und Spanien wurden benachrichtigt, dass das Unternehmen bis zum Stichtag 30. Juni keine MiCA-Lizenz besitzen wird. Ihre Gelder, so betonte das Unternehmen, würden jederzeit sicher und zugänglich bleiben.
Binance, die weltweit größte Kryptobörse nach Handelsvolumen, hatte ihren EU-Zugang auf Griechenland ausgerichtet, dort Anfang des Jahres einen Antrag gestellt und monatelang auf die Genehmigung hingearbeitet. Das Unternehmen zog diesen Antrag am 24. Juni, wenige Tage vor Ablauf der Frist, zurück und erklärte, es fordere Nutzer nicht auf, bis dahin ihr Geld abzuziehen.
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MiCA-Konkurrenten gewinnen an Boden
Der Rückschlag verschafft Wettbewerbern, die sich rechtzeitig eine EU-Genehmigung sichern konnten, Vorteile. Mehr als 200 Unternehmen verfügen inzwischen über vollständige MiCA-Lizenzen im gesamten Block, darunter Coinbase, das für EU-Kunden einen eigenen Hub in Luxemburg aufgebaut hat. OKX, Kraken und andere erhielten ihre eigenen Zulassungen an anderer Stelle in der Region.
Eine einzige nationale Lizenz gilt in allen 27 EU-Staaten, sodass eine zugelassene Börse genau jene Nutzer umwerben kann, die Binance nun im Zuge des Rückzugs abweisen muss. Unterdessen zögerten die griechischen Aufseher angesichts der Vergangenheit der Börse, verwiesen auf Geldwäschekontrollen und bezweifelten, dass Mitgründer Changpeng Zhao den „Fit-and-proper“-Test bestehen könne, den die Regeln für Eigentümer vorsehen.
Binance nimmt Frankreich ins Visier
Das Unternehmen beabsichtigt nun, den Antrag über Frankreich zu stellen, wo es bereits eine Vor-MiCA-Registrierung bei der AMF besitzt, die den Weg ebnen könnte. Co-CEO Richard Teng sagte, das Unternehmen rechne weiterhin damit, in den kommenden Monaten eine MiCA-Lizenz zu erhalten, und Europa bleibe ein Schlüssselmarkt. Europa-Chefin Gillian Lynch hat betont, Binance verlasse die Region nicht.
Eine Genehmigung würde aber deutlich nach dem 1. Juli eintreffen. Damit bleibt ein Zeitraum, in dem die Börse ihre EU-Kunden überhaupt nicht rechtlich bedienen darf.
Das Scheitern beim Lizenzerwerb krönt jahrelange Spannungen zwischen Binance und Aufseichtsbehörden weltweit. In den Vereinigten Staaten bekannte sich das Unternehmen 2023 schuldig wegen Verstößen gegen Geldwäschevorschriften und Sanktionen und zahlte mehr als 4,3 Milliarden US-Dollar – eine der höchsten Unternehmensstrafen in der US-Geschichte. Zhao trat als CEO zurück und verbüßte vier Monate Haft, bevor er im Oktober 2025 von Präsident Donald Trump begnadigt wurde, während Frankreich gleichzeitig eine eigene Geldwäsche-Ermittlung vorantreibt.
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