BitMEX-Mitgründer Arthur Hayes rechnet damit, dass ein Kreditschock im Zuge des KI-Booms Bitcoin (BTC) auf über 1 Million US‑Dollar treiben könnte.
Zentrale Punkte:
- Hayes vergleicht die kreditfinanzierte KI-Infrastruktur mit den Exzessen vor der Finanzkrise 2008.
- Bitcoin könnte vorerst zwischen 60.000 und 70.000 Dollar pendeln oder in Richtung 50.000 Dollar fallen, bevor sich die Liquidität verbessert.
- Big Tech hat rund 1,09 Billionen Dollar an zukünftigen Leasingverpflichtungen zugesagt – mit deutlich unterschiedlichen Risikoprofilen.
Ausblick auf die Bitcoin-Liquidität
In einem Blogbeitrag am Dienstag argumentierte Hayes, dass Investoren Rechenzentren und Energieprojekte fälschlicherweise als wachstumsstarke Technologieanlagen einordnen. Die Finanzierung ähnele eher hochhebeligen Immobilienprojekten. Kreditgeber könnten demnach zunächst übermäßig viel bauen lassen, bevor ein verlangsamter KI-Investitionszyklus die schwächeren Schuldner offenlegt.
Die Expansion sei „eine Kreditgeschichte wie 2008 und keine Ertragsgeschichte wie 2000“, so Hayes. In seinem Szenario würden Zahlungsausfälle oder starker finanzieller Stress staatliche Stützungsmaßnahmen für die Märkte erzwingen – und damit jene Liquidität schaffen, die einen Bitcoin-„Crack-up-Boom“ auslösen könnte.
Die Prognose bleibt spekulativ. Zunächst könne Bitcoin laut Hayes zwischen 60.000 und 70.000 Dollar handeln oder in Richtung 50.000 Dollar abrutschen. Ether (ETH) könnte bis Jahresende auf 5.000 Dollar steigen, während Maelstrom eine größere Position aufbaut und außerbörslich aus dem Geld liegende Ether-Put-Optionen verkauft.
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Hayes’ KI-Risikoszenario
Reuters berichtete am Dienstag, dass Microsoft, Meta, Oracle, Amazon und Alphabet bisher rund 1,09 Billionen US‑Dollar an noch nicht begonnenen Leasingverträgen – überwiegend für Rechenzentren – eingegangen sind.
Diese Summe entspricht fast dem Vierfachen ihrer bilanzierten Leasingverbindlichkeiten von etwa 285 Milliarden Dollar, verteilt sich jedoch als undiskontierte Zahlungen über viele Jahre.
Die Bilanzbelastung ist ungleich verteilt: Bei Oracle lag die Verschuldung beim 4,3‑Fachen des Ergebnisses vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA), während die übrigen Konzerne auf Kennziffern von unter 1 kommen. S&P Global-Analyst Andrew Chang verwies zudem darauf, dass Oracles Rechenzentrums-Leases über 15 bis 19 Jahre laufen, während die Kundenverträge meist nicht länger als fünf Jahre dauern.
Bereits am 13. Mai hatte Hayes argumentiert, dass der KI-Wettlauf zwischen den USA und China die Kreditvergabe der Banken und die Geldschöpfung ankurbeln werde – ein Umfeld, das er grundsätzlich als positiv für Bitcoin wertet.
Am 4. Juni trennte er sich von Hyperliquid (HYPE) und Near Protocol (NEAR). Er warnte, dass große KI-Börsengänge zunächst Kapital aus dem Kryptomarkt abziehen könnten, bevor es im Zuge einer späteren Liquiditätswelle zurückströmt.
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