Große internationale Banken kommen bei der Nutzung von Bitcoin (BTC) und des dazugehörigen Ökosystems bislang nur auf eine Adoptionsrate von 32 %. Das zeigt ein neuer Index von Michael Saylors Strategy – der Trend ist noch früh, nimmt aber deutlich an Fahrt auf.
Wichtigste Punkte
- Strategy’s Bitcoin Banking Adoption Index bewertet 25 Großinstitute mit durchschnittlich 32 %.
- Fidelity führt mit 71 %, während Japans SMBC und die Royal Bank of Canada mit rund 13 % weit zurückliegen.
- Strategy hat die Bewertungsmethodik bislang nicht offengelegt – die Zahlen beruhen auf der eigenen Einschätzung des Unternehmens.
Index misst Bitcoin-Reife der Banken
Strategy-CEO Phong Le hat den Bitcoin Banking Adoption Index erstmals am 13. Juli vorgestellt. Bewertet werden 25 der weltweit größten Finanzinstitute anhand ihres Engagements rund um Bitcoin; Saylor verbreitete den Beitrag wenige Stunden später weiter.
Das Scoreboard umfasst die Bereiche Handel, Verwahrung, Stablecoins, Tokenisierung, Margin-Geschäfte und Management-Commitment. Dargestellt wird der Grad der Integration über fünf Stufen – von keiner bis hin zu umfassender Einbindung – symbolisiert durch ausgefüllte und leere Kreise. Fidelity liegt mit deutlichem Abstand an der Spitze.
Der Verwahrungsspezialist erreicht 71 % und profitiert damit von einem Vorsprung von rund acht Jahren: Bereits 2018 startete das Haus eine institutionelle Custody-Sparte und einen Spot-Bitcoin-Fonds. BNY Mellon folgt mit 46 %, Goldman Sachs kommt auf 45 %.
Regional zeigen sich deutliche Brüche.
JPMorgan, Morgan Stanley und Citigroup landen jeweils bei rund 43 %. Die größten US-Institute bewegen sich damit im soliden Mittelfeld – jedoch ohne klare Führungsrolle.
Europäische Adressen wie Banco Santander und Société Générale liegen darunter und gruppieren sich um die 35-%-Marke. Japans SMBC und die Royal Bank of Canada bilden mit lediglich 13 % das Schlusslicht.
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Saylor setzt auf die Bitcoin-Bank
Da Strategy bislang weder detaillierte Kriterien noch Datenquellen veröffentlicht hat, stützen sich die Bewertungen aktuell vor allem auf die Auswertung öffentlich verfügbarer Informationen per Monatsmitte. Le kündigte an, Methodik und künftige Updates nachzureichen, und rief Banken auf, auf mögliche Fehler hinzuweisen. Erste Reaktionen fielen skeptisch aus – ein Kommentator fragte etwa, ob als Nächstes ein „Bitcoin-Ponzi-Index“ folge.
Saylor ist dabei alles andere als ein neutraler Beobachter. Sein Unternehmen hält 843.775 Bitcoin – die größte Unternehmensposition weltweit. Jede Bank, die ihre Integration vertieft, erhöht damit potenziell Liquidität und Wahrnehmung des Assets, auf das Saylor massiv wettet.
Besonders stark gewichtet der Index den Kreditbereich: Die meisten Institute bevorzugen nach wie vor börsengehandelte Bitcoin-ETFs als Sicherheit, statt physische Coins direkt zu beleihen. Saylor macht dafür unter anderem Ratingagenturen verantwortlich, die Bitcoin bislang nicht als vollwertige Besicherung einstufen.
Das Scoreboard markiert zugleich das vorläufige Ende einer turbulenten Phase für Strategy. Der Konzern hat jüngst 4,8 Millionen eigene Aktien platziert, um seine Barmittel auf 3 Milliarden US-Dollar aufzustocken – obwohl die Aktie im laufenden Jahr rund 40 % eingebüßt hat.
Saylor argumentiert seit Monaten, dass die nach wie vor geringe Akzeptanz in der Bankenwelt zwischen seinem Haus und dem erklärten Ziel stehe, die weltweit erste echte Bitcoin-Bank aufzubauen.
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