Anleger haben in drei Wochen mehr als 4 Milliarden US‑Dollar aus US‑Spot‑Bitcoin‑(BTC)-Börsenfonds abgezogen und die Kryptowährung unter die viel beachtete Marke von 73.000 $ gedrückt.
Kernaussagen:
- US‑Spot‑Bitcoin‑ETFs haben seit dem 7. Mai rund 4,01 Milliarden US‑Dollar verloren – die heftigste Rücknahmeserie des Jahres 2026.
- Der Tagesabfluss von rund 733 Millionen US‑Dollar am 27. Mai war der größte seit Ende Januar, angeführt von BlackRocks IBIT.
- Santiment wertet die Verkäufe als konträren Indikator und argumentiert, dass von Privatanlegern getriebene Abflüsse oft einen Boden markieren.
Bitcoin-ETF-Abflüsse nehmen zu
US‑Spot‑Bitcoin‑Fonds haben seit dem 7. Mai mehr als 4,01 Milliarden US‑Dollar verloren – die heftigste Rücknahmeserie, die diese Produkte in diesem Jahr verzeichnet haben.
Etwa 2,8 Milliarden US‑Dollar davon flossen in neun aufeinanderfolgenden Handelstagen ab – die längste Verlustserie seit dem Handelsstart der Fonds Anfang 2024. Das Tempo verunsichert Anleger, die bislang auf eine stetige institutionelle Nachfrage als Stütze des Marktes gesetzt hatten.
Ein Tagesabfluss von rund 733 Millionen US‑Dollar am 27. Mai markierte die größte tägliche Auszahlung seit Ende Januar, wobei BlackRocks IBIT mit rund 528 Millionen US‑Dollar den größten Teil verlor – der zweitgrößte Tagesrückgang seit Auflegung. Bloomberg‑ETF‑Analyst Eric Balchunas verwies auf einen IBIT‑Blocktrade über 29,2 Millionen Anteile im Wert von etwa 1,3 Milliarden US‑Dollar, den der Markt mit kaum sichtbaren Preiseffekten absorbierte.
Bitcoin fiel innerhalb weniger Stunden unter 73.000 US‑Dollar, rund 3,6 % im Tagesminus, bevor sich der Kurs nahe der Unterstützungszone stabilisierte, auf die Käufer bislang gesetzt haben.
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Santiment erkennt einen Boden
Nicht alle Interpretationen dieses Exodus sind düster. Die Analysefirma Santiment argumentierte, dass längere Phasen von ETF‑Verkäufen historisch eher mit Markttiefs als mit weiteren starken Verlusten zusammenfallen, da die Fonds tendenziell emotionales Privatanlegergeld widerspiegeln. Das Unternehmen wertet die aktuelle Angst eher als Chance für geduldige Käufer denn als Grund, den Markt zu verlassen.
Privatanleger wurden ungeduldig, nachdem der Coin im Mai wiederholt nicht nachhaltig über 80.000 US‑Dollar blieb. Timothy Misir vom Research‑Haus BRN sagte, die Rücknahmen bedeuteten nicht, dass große Institutionen sich aus Krypto zurückziehen, und verwies darauf, dass die jährlichen Zuflüsse zwar deutlich abgenommen, aber im positiven Bereich geblieben sind.
Santiment merkte an, dass zuvor im Zyklus das Gegenteil galt. Zuflüsse von über 1,2 Milliarden US‑Dollar im vergangenen Oktober und ein weiterer Schub Mitte Januar traten kurz vor lokalen Preisspitzen auf, denen innerhalb weniger Wochen jeweils eine scharfe Korrektur folgte.
Die Plattform sieht starke ETF‑Ströme insgesamt als konträren Indikator, der meist entgegen der Stimmung der Masse verläuft.
Bitcoins Mai-Rückgang
Im Mai bewegte sich Bitcoin tendenziell abwärts von den hohen 70.000ern und erreichte am 16. Mai etwa 79.052 US‑Dollar, bevor der Kurs erneut nachgab. Die Kryptowährung notiert nun rund 30 % unter dem Niveau vor einem Jahr, belastet von einem schwächeren makroökonomischen Umfeld und vorsichtigen Strömen in risikoreiche Anlagen. Die aktuelle Abflussserie, die längste seit Auflage der Fonds, reicht bis Anfang Mai zurück, wobei der Bereich um 73.000 US‑Dollar als erste wichtige Unterstützungszone für Käufer fungiert.
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