Bitcoin (BTC) fiel am Mittwoch in Richtung 75.000 $ und lag damit fast 2 % im Minus, obwohl US‑Aktienindizes auf neue Rekordhochs schlossen.
Wichtige Punkte:
- Bitcoin fiel, während Dow, S&P 500 und Nasdaq allesamt Rekordschlüsse markierten – die Lücke zwischen Krypto und Aktien vergrößert sich.
- Ehemalige Bitcoin‑Miner, die auf KI‑Infrastruktur umgeschwenkt sind, legten stark zu; Cipher und Hut 8 erreichten neue Höchststände.
- Analysten führen den Anstieg auf Stromkapazitäten statt auf Kryptopreise zurück, da die Rallye bei Halbleitern den Sektor mitzieht.
BTC entkoppelt sich von Aktien
Der Rückgang ereignete sich am selben Tag, an dem der Dow um 182,60 Punkte auf 50.644,28 zulegte und auch S&P 500 sowie Nasdaq neue Rekordschlüsse verzeichneten.
Der S&P 500 hatte zuvor erstmals die Marke von 7.500 überschritten, getragen vor allem von Technologie‑ und Halbleiterwerten.
Der Philadelphia Semiconductor Index stieg um 5,6 % und liegt seit Jahresbeginn nun fast 77 % im Plus. Diese Rallye schwappte in eine andere Ecke des Marktes hinüber, die Bitcoin‑Anleger gut kennen.
Die Aktien von Cipher Digital sprangen am Mittwoch nahe auf ein Allzeithoch, während Hut 8 neue Rekorde markierte. IREN näherte sich nach der Vorstellung einer weiteren KI‑Expansion in Kooperation mit Dell bis auf 10 % seinem eigenen Höchststand.
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Miner jagen KI‑Rechenleistung
Das Muster weist auf etwas anderes als reine Krypto‑Stimmung hin. TeraWulf legte am Mittwoch um rund 5,3 % zu, Riot Platforms gewannen 2,8 %, und die Kursgewinne folgten eher der breiteren Gruppe aus Strom‑ und KI‑Titeln als Bitcoin selbst.
Cipher‑Chef Tyler Page bezeichnete 2026 als das „Jahr der Umsetzung“ für das Unternehmen und verwies auf neue Mietvertragsgewinne. Cipher gibt an, inzwischen 700 Megawatt an vertraglich gesicherter High‑Performance‑Computing‑Kapazität zu halten, die mit rund 11,4 Milliarden US‑Dollar an zukünftigen Einnahmen verknüpft sind.
Untersuchungen von Bernstein ergaben, dass 11 börsennotierte Miner zusammen etwa 27 Gigawatt an aktueller und geplanter Stromkapazität kontrollieren. Analysten argumentieren, dass Strom – nicht die Hashrate – inzwischen der knappe Produktionsfaktor ist, auf den Anleger setzen.
Dennoch warnen einige, dass die Sicherheit des Bitcoin‑Netzwerks Konzentrationsrisiken ausgesetzt sein könnte, wenn große Miner stärker in Richtung KI umschwenken. Die meisten erwarten jedoch, dass sich langfristig ein Hybridmodell durchsetzt.
Bitcoin‑Erholung stockt
Die Entkopplung krönt eine schwierige Phase für den Vermögenswert. Bitcoin ist von seinem Rekordhoch vom Oktober 2025 nahe 126.000 $ um mehr als 52 % abgestürzt, markierte im Februar bei rund 60.000 $ einen Tiefpunkt und hat sich seither teilweise erholt. Die Korrelation mit Tech‑Aktien hat sich seit Beginn des US‑Iran‑Konflikts Ende Februar stark verändert, sodass der Miner‑zu‑KI‑Trade, einst ein Bitcoin‑Proxy, zunehmend nach seiner eigenen Logik läuft.
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