Bitcoin (BTC) ist am Dienstag auf ein 11‑Tage‑Tief von 63.414 US‑Dollar gefallen. Auslöser ist die anstehende Zinsentscheidung der US‑Notenbank Federal Reserve, die von den Märkten längst nicht mehr als ausgemacht gilt.
Wichtigste Punkte:
- Bitcoin verlor in der frühen Asien-Session bis zu 2,3 % und fiel damit auf den schwächsten Stand seit dem 16. Juli, während Ether um 3,6 % nachgab.
- Auf Prognosemärkten liegt die Wahrscheinlichkeit einer Zinserhöhung um 25 Basispunkte bei knapp 27 %, bei einem Wettvolumen von über 140 Mio. US‑Dollar auf zwei Plattformen.
- US‑Spot‑Bitcoin‑ETFs verzeichneten am 23. und 24. Juli Abflüsse von insgesamt 465,26 Mio. US‑Dollar und beendeten damit eine sieben Tage andauernde Serie von Zuflüssen.
Bitcoin gerät zum Start der Fed-Sitzung unter Druck
Der Kursrutsch setzte in den asiatischen Handelsstunden ein; Bitcoin fiel auf den tiefsten Stand seit dem 16. Juli. Ether (ETH) verlor im gleichen Zeitraum 3,6 %, XRP (XRP) sogar rund 4,4 %. Das Offenmarktausschuss‑Gremium der Fed (FOMC) beginnt am Dienstag seine zweitägigen Beratungen und veröffentlicht seine Entscheidung am Mittwoch um 14 Uhr Eastern Time; Fed‑Chef Kevin Warsh tritt eine halbe Stunde später vor die Presse.
Bereits im Vorfeld hatten institutionelle Investoren Risiko aus dem Markt genommen. US‑Spot‑Bitcoin‑ETFs meldeten am 23. und 24. Juli Nettoabflüsse von 465,26 Mio. US‑Dollar und damit das Ende einer siebentägigen Serie von Zuflüssen. Allein der BlackRock‑ETF IBIT stand für knapp 415 Mio. US‑Dollar der Abflüsse.
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Analystenblick: Caroline Mauron sieht Unterstützung bei 62.000 US‑Dollar
Caroline Mauron, Mitgründerin von Orbit Markets, sieht Bitcoin gleich von zwei Seiten unter Druck: zum einen durch die gestiegenen Chancen auf eine Zinserhöhung, zum anderen durch wachsende Sorgen über AI‑bedingte Kreditrisiken. Aus technischer Sicht verweist sie auf 62.000 US‑Dollar als nächste wichtige Marke. Eine „harte“ Unterstützung verortet sie näher bei 60.000 US‑Dollar.
Citadel Securities rechnet damit, dass die Fed die Zinsen am Mittwoch um 25 Basispunkte anhebt – eine Einschätzung, die deutlich vom Mehrheitskonsens am Markt abweicht. Händler auf Polymarket bepreisten die Wahrscheinlichkeit eines unveränderten Leitzinses zuletzt mit 73,4 % und die einer Erhöhung mit 26,6 %. Auf Kalshi lagen die Quoten bei 73 % bzw. 28 %, bei einem kombinierten Volumen von mehr als 140 Mio. US‑Dollar.
Ein reines Zins‑Hold wäre für Krypto jedoch kein Selbstläufer. Bereits im Juni beließ die Fed ihre Zielspanne bei 3,50 bis 3,75 %, doch der insgesamt restriktive Ton der Notenbank löschte binnen vier Stunden rund 122 Mio. US‑Dollar an gehebelten Positionen aus. Zusätzlich fehlen den Marktteilnehmern vor der Sitzung frische Daten zu dem von der Fed bevorzugten Inflationsmaß, das erst einen Tag nach der Entscheidung veröffentlicht wird.
Daten von Coinglass zeigten, dass in einem 24‑Stunden‑Fenster in der vergangenen Woche 118.449 Konten liquidiert wurden – mit einem Volumen von 437,94 Mio. US‑Dollar. Das unterstreicht, wie dünn das Polster unter gehebelten Krypto‑Positionen geworden ist.
Tony Sycamore, Analyst bei IG Australia, bleibt für Bitcoin vorerst an der Seitenlinie. Für ein konstruktiveres Bild brauche es einen klaren Tagesschluss über der 200‑Tage‑gleitenden Durchschnittslinie (SMA), die aktuell bei 72.001 US‑Dollar verläuft.
Heftige Kursschwankungen seit dem Oktober‑Rekord
Bitcoin markierte im Oktober 2025 ein Rekordhoch nahe 126.000 US‑Dollar und hat seither fast die Hälfte dieses Werts eingebüßt. Am 1. Juli rutschte die Kryptowährung zeitweise unter 58.000 US‑Dollar – das tiefste Niveau seit 21 Monaten – bevor sie drei Wochen später wieder über 66.500 US‑Dollar stieg.
Zum Jahresauftakt 2026 notierte der Coin über 93.000 US‑Dollar. Trotz der teilweisen Erholung im Juli liegt Bitcoin damit auf Jahressicht weiterhin mehr als 30 % im Minus.
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