Bitcoin verteidigt Marke von 64.000 Dollar vor Zinsentscheid der uneinigen Fed

Bitcoin verteidigt Marke von 64.000 Dollar vor Zinsentscheid der uneinigen Fed

Bitcoin (BTC) hielt sich am Mittwoch oberhalb von 64.000 Dollar, während Anleger auf den Zinsentscheid der US-Notenbank Federal Reserve warteten – möglicherweise die erste Anhebung seit drei Jahren.

Wichtigste Punkte:

  • Bitcoin legte vor der Fed-Entscheidung am Mittwoch um 0,75 % auf 64.328 Dollar zu.
  • Terminmärkte taxieren die Wahrscheinlichkeit für einen Zinsschritt um 25 Basispunkte auf 35,8 %, nach 25,7 % vor einer Woche.
  • Citadel stellt sich auf eine Überraschungsanhebung ein, Kragens Chefökonom erwartet unveränderte Zinsen.

Bitcoin-Kurs stabil über 64.000 Dollar

Bitcoin notierte am frühen Mittwoch bei 64.328 Dollar, ein Plus von 0,75 % und damit eine teilweise Aufholbewegung nach den Vortagesverlusten.

Zuvor hatte die Kryptowährung eine volatile Phase durchlaufen: In der Vorwoche war der Kurs bis auf 66.700 Dollar gestiegen, anschließend aber auf 62.400 Dollar gefallen, nachdem ein Ausverkauf an den südkoreanischen Aktienmärkten auf Risikoanlagen insgesamt übergriff. Ein Referenzindex aus 20 großen Kryptowerten gewann 0,41 %, mit einem ausgeglichenen Verhältnis zwischen Gewinnern und Verlierern.

Ether (ETH) gab um 0,13 % nach, während XRP (XRP) mit einem Anstieg von 1,72 % auf 1,086 Dollar zu den stärkeren größeren Coins zählte. Cardano (ADA) legte um 1,48 % zu. Beide konnten sich damit von ihren Julitiefs erholen. Monero (XMR) stieg um 1,82 % auf 347 Dollar und setzte damit eine unauffällige, aber anhaltende Phase der Outperformance von Privacy-Coins fort, die im allgemeinen Marktlärm bislang kaum Beachtung gefunden hat.

Gold behauptete die Marke von 4.000 Dollar, Silber gewann 1,40 %, und die US-Aktienindex-Futures lagen leicht im Plus – ein Muster, das eher auf Absicherungsstrategien als auf klare Überzeugungen der Anleger schließen lässt.

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Citadel und Kraken uneins über künftigen Fed-Kurs

Der Hedgefonds Citadel, der 67 Milliarden Dollar verwaltet, rechnet mit einem überraschenden Zinsschritt um 25 Basispunkte durch Fed-Chef Kevin Warsh, wenn die Entscheidung später am Mittwoch veröffentlicht wird.

Ein solcher Schritt würde den Leitzinskorridor auf 3,75 % bis 4 % anheben und die Renditen von US-Staatsanleihen nach oben treiben – typischerweise ein Gegenwind für Risikoanlagen. Frank Flight, Leiter der Makrostrategie bei Citadel Securities, schrieb, eine Anhebung jetzt würde das Kapitel der „Forward Guidance“ faktisch schließen und die Märkte zwingen, wieder stärker das abzubilden, was die Daten nahelegen – statt bloß das, was sie von der Fed erwarten.

Kraken-Ökonom Thomas Perfumo vertritt die Gegenposition. Seiner Einschätzung nach ist das wahrscheinlichste Ergebnis der Juli-Sitzung ein vollständiger Stillstand bei den Zinsen. Die Inflation von 4,1 % liefere zwar Argumente für einen restriktiveren Kurs, doch die Entspannung in den Spannungen zwischen Iran und den USA habe den Ölpreis gedrückt und damit die Wahrscheinlichkeit einer Anhebung verringert.

Bitcoin-Optionen signalisieren vorsichtige Positionierung

Die Entscheidung fällt um 14 Uhr Ortszeit an der US-Ostküste; neue Projektionen werden nicht veröffentlicht. Umso mehr Gewicht kommt der Formulierung des begleitenden Statements und der halbstündigen Pressekonferenz danach zu.

Das offene Interesse an Krypto-Derivaten verharrte binnen 24 Stunden bei rund 113 Milliarden Dollar, während das Handelsvolumen um 10 % auf 205 Milliarden Dollar anzog. Das spricht für stabile Grundpositionierungen bei etwas höherem Umschlag.

Im Bitcoin-Optionshandel dominierten Put-Kontrakte mit Basispreisen bei 62.000, 60.000 und 54.000 Dollar – ein Hinweis darauf, dass sich einige Handelstische gezielt nach unten absichern.

Bitcoin ist über weite Strecken des Juli leicht abgebröckelt und hat damit einen Großteil der Kursgewinne abgegeben, die den Preis in Richtung 66.700 Dollar getrieben hatten, bevor es in dieser Woche unter 63.000 Dollar ging. Die Wahrscheinlichkeit eines Zinsschritts ist im Monatsverlauf deutlich gestiegen – von 10,7 % vor neun Tagen auf 38 % am 24. Juli. Diese Neubewertung hat die Nutzung von Leverage im Gesamtmarkt spürbar gebremst.

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