Bitcoin (BTC) ist bis auf 74.427 US‑Dollar gestiegen, nachdem das US-Finanzministerium seine Rückkäufe langlaufender Staatsanleihen deutlich ausgeweitet hat. Der Vermögensverwalter VanEck sieht darin ein Signal, dass die Kryptowährung wieder verstärkt als Absicherung gegen einen schwächeren Dollar gehandelt wird.
Zentrale Punkte:
- Bitcoin erreichte 74.427 US‑Dollar, nachdem das Finanzministerium die Obergrenze für Rückkäufe langlaufender Anleihen von 2 auf mindestens 4 Milliarden Dollar je Auktion angehoben hatte.
- Laut Matthew Sigel von VanEck erklären Sorgen um die Staatsfinanzen und Dollar-Schwäche den Anstieg besser als Erwartungen an den CLARITY Act.
- Die frühere enge Korrelation von Bitcoin mit Aktien in Stressphasen erschwert den Nachweis, dass es sich um eine verlässliche Absicherung handelt.
Bitcoin reagiert auf Schritt des Finanzministeriums
Das US-Finanzministerium hat die Obergrenze für Rückkäufe langlaufender Staatsanleihen von 2 Milliarden auf mindestens 4 Milliarden US‑Dollar pro Operation verdoppelt. Die Maßnahme drückte die Renditen und befeuerte eine breitere Risiko-Rally an den Märkten. Bitcoin legte parallel zu dieser Bewegung zu, die zudem von einem massiven Short Squeeze begleitet wurde.
Rund 3 Milliarden US‑Dollar an zwangsweisen Short-Liquidationen verstärkten die Aufwärtsbewegung, als Bitcoin die Marke von 74.000 Dollar überwinden konnte. Die Eindeckungen fielen in eine generelle Risikoaufstellung nach der Ankündigung des Finanzministeriums, die Renditen nach unten drückte und den Fokus der Märkte stärker auf die Schwäche des Dollars lenkte. Sigel sieht in der Kursreaktion vor allem wachsende Sorgen über die US-Fiskalpolitik – nicht Euphorie rund um den CLARITY Act, das Gesetzespaket zur Krypto-Marktstruktur, das noch durch den Kongress läuft.
Coinbase-CEO Brian Armstrong rechnet damit, dass das Gesetz im Senat 60 Stimmen erreichen könnte. Prognosemärkte preisen hingegen nur eine geringe Wahrscheinlichkeit ein, dass es noch in diesem Jahr verabschiedet wird. Sigel argumentiert, dieser Abstand zwischen politischem Optimismus und Marktpreisen zeige, dass die aktuelle Bitcoin-Rally von anderen Faktoren als ausstehender Krypto-Regulierung getrieben wird.
Lesen Sie auch: Chainlink springt über 10,60 Dollar, nachdem Nazarov im Weißen Haus über Stablecoins spricht
VanEcks Absicherungs-These
Gegenüber CNBC sagte Sigel: „Bitcoin ist eine der besten Absicherungen, die man gegen diese Dynamik finden kann.“ Seine These: Der Druck auf die US-Staatsfinanzen und den Dollar steigert die Nachfrage nach einem knappen Vermögenswert außerhalb des traditionellen Geldsystems. Der Erzählstrang ist vertraut, aber die Bilanz von Bitcoin bleibt durchwachsen.
Die Korrelation von Bitcoin mit US-Aktien nahm während des Corona-Crashs 2020 und erneut in der Zinserhöhungsphase 2022 zu – anstatt in diesen Stressphasen zu sinken. Akademische Studien haben dieses Muster dokumentiert.
Satoshi Nakamoto präsentierte Bitcoin im Whitepaper von 2008 als Alternative mit fixer Geldmenge zu einem Finanzsystem, das von der Geldschöpfung der Zentralbanken abhängt. Doch spätere Marktzyklen zeigten wiederholt, dass Bitcoin in Phasen knapper Liquidität eher wie ein klassischer Risiko-Asset gehandelt wird. Diese Historie lässt die Absicherungs-These offen.
Als Nächstes lesen: Bitcoin durchbricht 72.500 Dollar bei steigenden Renditen infolge Iran-Spannungen





