Prognosemärkte sehen die Verabschiedung des CLARITY Act im Jahr 2026 zunehmend skeptisch, nachdem John Thune sich geweigert hat, vor der August-Pause ein Cloture-Verfahren im Senat einzuleiten.
Wichtige Punkte:
- Auf Kalshi gehandelte Erwartungen sahen die Chance auf eine Verabschiedung in diesem Jahr nach der Verzögerung am Dienstag nur noch bei 27 %.
- Dem Senat bleiben nur wenige Sitzungstage bis zur „state work period“ vom 10. August bis 11. September.
- Ethikregeln, Entwicklerschutz und die genaue Stimmenlage sind weiterhin ungeklärt.
Verzögerung beim CLARITY Act
Thune, Mehrheitsführer im Senat, stellte am Dienstag keinen Cloture-Antrag für den Geschäftsordnungsantrag. Damit blieb das Krypto-Marktstrukturgesetz außerhalb der Verfahrensabfolge, die für eine kurzfristige Abstimmung erforderlich wäre. Der vorläufige Kalender des Senats sieht ab dem 10. August eine längere „state work period“ vor und begrenzt damit die verbleibende Plenarzeit.
Investor’s Business Daily berichtete am Mittwoch, dass Kalshi-Händler dem Gesetz nur noch eine 27%ige Chance geben, 2026 in Kraft zu treten – nach zuvor 82 % zu Jahresbeginn.
In separaten, im ursprünglichen Bericht zitierten Kontrakten lag die Wahrscheinlichkeit für eine Umsetzung bis zum 1. Juli 2027 bei 41 %, bis zum 1. Oktober 2027 bei 58 % und bis zum 1. Januar 2028 bei 65 %. Das gehandelte Volumen summierte sich auf mehr als 5,42 Millionen Dollar.
Eine Cloture-Einreichung am Mittwoch könnte die Senatsuhr zwar noch in Gang setzen, doch verlangen die Regeln mindestens einen Zwischentag vor der ersten Abstimmung und erlauben anschließend bis zu 30 Stunden Debatte.
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Was beim CLARITY Act auf dem Spiel steht
Die Journalistin Eleanor Terrett verwies darauf, dass Arbeiten an einer überbrückenden Haushaltsresolution die Verzögerung mitbedingt hätten, während Unsicherheiten über die Unterstützung im Plenum und offene Streitfragen Thunes Entscheidung zusätzlich beeinflusst haben dürften. Im Zentrum der Verhandlungen stehen strengere Ethikvorgaben und der „Blockchain Regulatory Certainty Act“, der klären soll, wann Softwareentwickler unter Finanzaufsicht fallen.
Matt Hougan, Chief Investment Officer von Bitwise, argumentiert, die Kryptoindustrie könne sich auch ohne sofortige Verabschiedung weiterentwickeln – etwa durch regulatorische Anpassungen und wachsende institutionelle Nachfrage.
Damit ist die Verzögerung jedoch keineswegs nebensächlich. Das Gesetz würde den föderalen Aufsichtsrahmen für digitale Vermögenswerte definieren – inklusive Regeln für Börsen, dezentrale Finanzanwendungen, tokenisierte Wertpapiere und Stablecoin-Erträge.
Das Repräsentantenhaus hatte seine Fassung des Gesetzes bereits im Juli 2025 mit 294 zu 134 Stimmen verabschiedet; der Bankenausschuss des Senats stimmte einer verwandten Vorlage am 14. Mai 2026 mit 15 zu 9 zu. Das Gesamtpaket benötigt jedoch weiterhin die 60-Stimmen-Hürde im Senat, einen Kompromiss mit dem Repräsentantenhaus und die Unterschrift des Präsidenten – verlorene Plenarzeit wiegt daher schwer, zumal der Wahlkampf zu den Zwischenwahlen näher rückt.
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