Bitcoin steuert am Wochenende auf möglichen BIP‑110‑Fork zu – nur 2,59 % der Hashrate signalisieren Unterstützung

Selling BIP-110 fork coins may expose Bitcoin holders to replay attacks that move real BTC, warns developer Kevin Loaec. (Image: Shutterstock)
Selling BIP-110 fork coins may expose Bitcoin holders to replay attacks that move real BTC, warns developer Kevin Loaec. (Image: Shutterstock)

Bitcoin‑Halter, die Coins aus einem möglichen BIP‑110‑Fork verkaufen, riskieren den Verlust echter BTC durch Replay‑Angriffe, warnt Entwickler Kevin Loaec – während die Signalisierung der Miner derzeit bei knapp 2,59 % stagniert.

Wichtigste Punkte:

  • Käufer von Fork‑Coins können die vom Verkäufer signierte Transaktion auf der Hauptkette erneut senden und sich so zusätzlich die ursprünglichen Bitcoin sichern.
  • Die verpflichtende Signalisierung beginnt bei Block 961.632, erwartet am Wochenende; die Miner‑Unterstützung hängt weiter bei rund 2,59 % fest.
  • BIP‑110 enthält keinen automatischen Replay‑Schutz – die sicherste Option für Anleger ist, ihre Coins vorerst unangetastet zu lassen.

Replay‑Risiko beim BIP‑110‑Fork

Loaec hat am 6. August auf X Alarm geschlagen – nur wenige Tage, bevor das Signalfenster öffnet. Kommt es zu einer Kettenspaltung, verfügt jeder Halter zunächst über identische Kontostände auf beiden Chains; die zweite Kopie der Coins könnte sich jedoch als nahezu wertlos erweisen.

Ein Käufer, der einen attraktiven Preis für die neuen Fork‑Coins bietet, kann anschließend die signierte Transaktion auf die Bitcoin‑Hauptkette (BTC) übertragen und sich dort denselben Betrag an dieselbe Adresse gutschreiben lassen.

Dieses Vorgehen ist als Replay‑Angriff bekannt.

Der Handel leert zwar nicht das gesamte Wallet, aber die zum Verkauf bestimmten Coins wandern als echte Bitcoin von der Hauptkette ab – nicht nur als Fork‑Version. Zusätzlich fallen Gebühren auf beiden Chains an. BIP‑110 sieht keinen automatischen Replay‑Schutz vor, und die vorgesehenen Beschränkungen für Transaktionsdaten greifen frühestens um Block 965.664, der für Anfang September erwartet wird.

Der Vorschlag sieht einen temporären Soft Fork vor, der für rund ein Jahr willkürliche Daten aus Bitcoin‑Transaktionen heraushalten soll. Er wird im Client Bitcoin Knots ausgeliefert – nicht in Bitcoin Core. Das verpflichtende Signalisierungsfenster startet bei Block 961.632, voraussichtlich am Samstag oder Sonntag, abhängig von der Blockfindungsrate. Ab diesem Punkt verwerfen Nodes mit der entsprechenden Software jeden Block ohne das geforderte Signal.

Auch interessant: Beschäftigtenzahlen rutschen ins Minus – Experten sehen für Bitcoin keinen geraden Pfad nach oben

Loaec und Saylor über die Chancen eines Forks

Große Bitcoin‑Adressen würden bei möglichen Angriffen wohl zuerst ins Visier geraten, so Loaec. Coins, die sich gar nicht bewegen, können nicht „replayed“ werden, weil es keine signierte Transaktion gibt, die sich auf die andere Chain kopieren und dort ausstrahlen ließe. Die Verwahrplattform Unchained empfiehlt daher, dass für die meisten Anleger im Fall einer umstrittenen Spaltung „Nichtstun“ die vernünftigste Strategie sei – das manuelle Trennen der Guthaben auf zwei Chains erfordere ein Maß an Erfahrung, das Einsteiger in der Regel nicht mitbringen.

Die Unterstützung durch Miner lag am Freitag laut Auswertungen bei rund 2,59 % – gezählt wurden 47 signalisierende Blöcke von insgesamt 1.818 in der aktuellen Periode. Für ein vorzeitiges Lock‑in wären 1.109 Signale nötig – ein Niveau, das in diesem Jahr bislang zu keinem Zeitpunkt auch nur annähernd erreicht wurde.

Michael Saylor hat die Befürworter des Vorschlags diese Woche aufgerufen, einen Schritt zurückzutreten. Bitcoin werde seinen Betrieb ganz normal fortsetzen, während BIP‑110 ohne Rückhalt großer Mining‑Pools entweder steckenbleibe oder in die Bedeutungslosigkeit abzweige.

Der Widerstand gegen BIP‑110 baut sich seit Monaten auf. Blockstream‑CEO Adam Back bezeichnete die vorgesehene Aktivierungsschwelle von 55 % als zu niedrig und damit sicherheitspolitisch problematisch. Zudem stammen nahezu alle signalisierenden Blöcke aus dem Mining‑Pool Ocean.

Dennoch sorgt das nutzeraktivierte Design des Vorschlags dafür, dass BIP‑110 weiter Richtung Aktivierung geschoben wird – unabhängig davon, wie sich die Mehrheit der Miner letztlich positioniert.

Mehr zum Thema: Cardano‑Bullen peilen nach 18 % Wochenplus für ADA die Marke von 0,25 US‑Dollar an

Alexey Bondarev profile photo

Alexey Bondarev

Alexey Bondarev ist Head of Content bei Yellow.com und berichtet seit 10 Jahren über Krypto. Er ist auf tiefgehende Research- und Learn-Artikel spezialisiert, mit Schwerpunkt auf analytischer Berichterstattung, Branchenkontext und den größeren Kräften, die den Kryptomarkt prägen – von der KI-Ära und Sicherheitstechnologien bis hin zu Innovationen im Fintech-Bereich. Er ist überzeugt, dass alles Digitale in naher Zukunft alles Analoge überholen wird, und arbeitet intensiv daran, dies Wirklichkeit werden zu lassen.

Haftungsausschluss und Risikowarnung: Die in diesem Artikel bereitgestellten Informationen dienen nur Bildungs- und Informationszwecken und basieren auf der Meinung des Autors. Sie stellen keine Finanz-, Anlage-, Rechts- oder Steuerberatung dar. Kryptowährungsassets sind hochvolatil und unterliegen hohen Risiken, einschließlich des Risikos, Ihre gesamte oder einen erheblichen Teil Ihrer Investition zu verlieren. Der Handel oder das Halten von Krypto-Assets ist möglicherweise nicht für alle Anleger geeignet. Die in diesem Artikel geäußerten Ansichten sind ausschließlich die des Autors/der Autoren und repräsentieren nicht die offizielle Politik oder Position von Yellow, seinen Gründern oder seinen Führungskräften. Führen Sie immer Ihre eigenen gründlichen Recherchen (D.Y.O.R.) durch und konsultieren Sie einen lizenzierten Finanzprofi, bevor Sie eine Anlageentscheidung treffen.
Bitcoin steuert am Wochenende auf möglichen BIP‑110‑Fork zu – nur 2,59 % der Hashrate signalisieren Unterstützung | Yellow