Michael Saylor, Mitgründer von Strategy, erklärte, dass Bitcoin (BTC) sich als globales digitales Kapital etabliert hat — warnte jedoch, dass fehlgeleitete Protokolländerungen, insbesondere solche im Zusammenhang mit BIP-110, nun die gefährlichste selbstverursachte Bedrohung für das Netzwerk darstellen.
Streit um das BIP-110-Protokoll
Saylor postete am 4. April auf X, dass die BTC-Kursentwicklung jetzt von institutionellen Kapitalströmen und nicht mehr von Halving-Zyklen bestimmt werde. Er erklärte, der traditionelle Vierjahreszyklus sei „tot“ und dass Bankkredite und digitale Kreditvergabe die künftige Entwicklung von Bitcoin bestimmen werden.
Seine schärfste Bemerkung richtete sich jedoch auf Entwicklungsrisiken.
Saylor bezeichnete „schlechte Ideen, die iatrogene Protokolländerungen vorantreiben“, als die größte Gefahr für Bitcoin — wobei er einen medizinischen Begriff verwendet, der Schaden beschreibt, der durch die Behandlung selbst verursacht wird.
Diese Bemerkung zielte direkt auf BIP-110.
Der Vorschlag, der von Entwickler Dathon Ohm eingebracht und vom Bitcoin Knots-Team unterstützt wird, sieht eine einjährige temporäre Soft Fork vor, die nicht-monetäre Daten in Bitcoin-Transaktionen einschränken würde. Im Fokus stehen Ordinals-Inschriften, BRC-20-Token und große OP_RETURN-Datenlasten, von denen Kritiker sagen, sie würden die Blockchain aufblähen und die Kosten für Node-Betreiber erhöhen.
Der erste Block, der Unterstützung für BIP-110 signalisiert, wurde im März 2026 vom Pool Ocean gemint. Der Vorschlag legt eine Aktivierungsschwelle von 55 % Hashrate fest — deutlich unter dem traditionellen Konsensstandard von 95 %, der üblicherweise für Bitcoin-Upgrades verwendet wird.
Auch lesen: Bitcoin Decentralization Faces A Problem: Mining Power Tied To Just Three Nations
Adam Backs Warnung
Die Community bleibt tief gespalten. Befürworter stellen BIP-110 als Verteidigung von Bitcoins Identität als hartes Geld dar und argumentieren, dass willkürliche Daten mit Zahlungen konkurrieren und die Gebühren für normale Nutzer in die Höhe treiben.
Blockstream-CEO Adam Back nahm die gegenteilige Position ein. Er warnte, dass Beschränkungen auf Konsensebene Bitcoins Glaubwürdigkeit als Wertspeicher schädigen und einen Präzedenzfall für künftige Transaktionszensur schaffen könnten.
Back schrieb auf X, dass sich die BIP-110-Beschränkungen „umgehen“ ließen und dass die eigentlichen Kosten im Innovationsschaden lägen. Er argumentierte, dass die Stärke von Bitcoin auf neutralen, vorhersehbaren Regeln beruhe — und dass der Vorschlag dieses Fundament gegen das eintausche, was er als Spam-Filter bezeichnete, der beim Filtern von Spam versage.
Sowohl die Bitcoin-2026-Konferenz als auch eine Sitzung der US-Notenbank sind für Ende April geplant und schaffen damit einen konzentrierten Zeitraum potenzieller Marktimpulse. Der BIP-110-Signalisierungsprozess bleibt aktiv, wobei eine mögliche Aktivierungsentscheidung später im Jahr 2026 näher rückt.
Als Nächstes lesen: XRP Ledger Hits Record 4.49M Transactions Amid Price Decline






