Bitcoin (BTC) hielt sich am frühen Montag über der Marke von 77.000 Dollar, während der US‑Finanzminister Scott Bessent Details zu dem ankündigte, was er als ökonomischen D‑Day gegen Iran bezeichnet.
Wichtigste Punkte:
- Bessent stellt am Montag in Washington ein neues Sanktionspaket gegen Iran vor, das sich vor allem gegen Drittstaaten richtet.
- Bitcoin notierte um 77.200 Dollar, nach einem Wochenplus von über 20 % – der stärksten Rally seit drei Jahren.
- Ölpreise gaben vor der Ankündigung nach: WTI um 85,65 Dollar je Barrel, Brent um 93,09 Dollar.
Bessents Sanktionsplan zielt auf Irans Ölexporte
Bessent kündigte den Schlagangriff für die Morgendämmerung an und sprach von der größten finanziellen Offensive, die je gegen einen Gegner mobilisiert worden sei – dem Endspiel eines Kriegs, der sich nun dem sechsten Monat nähert. In einem Meinungsbeitrag am Wochenende schrieb er, Washington wolle sämtliche wirtschaftlichen Lebensadern kappen, die Teheran stützen. US‑Luftschläge hätten bereits große Teile von Irans Militär‑ und Nuklearinfrastruktur zerstört, so seine Darstellung.
Auf einer Pressekonferenz in Washington am Montag sollen die Details folgen. Im Zentrum des Pakets stehen voraussichtlich sekundäre Sanktionen – Strafmaßnahmen gegen ausländische Banken, Unternehmen und Regierungen, die weiterhin iranisches Öl kaufen oder seine Fracht auf See transportieren. Präsident Donald Trump hatte die Kampagne vergangene Woche in Aussicht gestellt; Bessent versprach seither „die härtesten Sanktionen der Geschichte“ mit dem erklärten Ziel, die Regierung in Teheran zum Einsturz zu bringen.
Irans ranghöchster Sicherheitsfunktionär Mohsen Rezaei drohte, den Ölverkehr durch die Straße von Hormus zu blockieren, sollte sich die Nachbarstaaten dem US‑Kurs anschließen. Teheran verweist zugleich darauf, dass Jahrzehnte von Sanktionen das Regime bislang nicht zu Fall gebracht haben.
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Analysten sehen Bitcoin-Rally durch Treasury‑Rückkäufe getrieben
Der Ölpreis gab nach, da Händler vor der Sanktionsankündigung Gewinne mitnahmen: WTI fiel auf etwa 85,65 Dollar je Barrel, Brent auf rund 93,09 Dollar, nachdem beide Referenzsorten in der Vorwoche mehr als 5 % zugelegt hatten. Bitcoin bewegte sich dagegen kaum und hielt sich um 77.200 Dollar, nachdem die Kryptowährung in der vergangenen Woche um mehr als 20 % gestiegen war.
Analysten führen den Anstieg vor allem auf die US‑Anleihemärkte zurück, weniger auf den Krieg. Bessent hatte am 19. August das Volumen der Rückkäufe langlaufender Staatsanleihen verdoppelt und die Grenze pro Operation auf mindestens 4 Milliarden Dollar angehoben. Das drückte die langfristigen Renditen von 19‑Jahres‑Hochs zurück.
Mark Connors, Chief Investment Officer bei Risk Dimensions, erklärte, dieser Schritt beseitige einen der größten makroökonomischen Belastungsfaktoren für Krypto und könne Bitcoin perspektivisch in Richtung 180.000 Dollar treiben.
Heftige Kursschwankungen seit dem Bitcoin‑Rekord im Januar
Connors warnte zugleich, Bitcoin könne wieder Boden verlieren, falls der Clarity Act – das Kryptomarkt‑Strukturgesetz, das derzeit im Kongress liegt – bis etwa zum 15. September nicht vorankommt. Dieses Datum bezeichnete er als wichtigen kurzfristigen Risikopunkt.
Bitcoin hatte im Januar nahe 95.000 Dollar ein Rekordhoch markiert, war bis Ende Juni unter 60.000 Dollar gefallen und pendelte dann den Großteil des Sommers zwischen 62.000 und 67.000 Dollar, da Anleger riskantere Anlagen mieden. In dieser Spanne hatten sich große Short‑Positionen aufgebaut, die auf einen festgefahrenen Markt setzten. Der Short‑Squeeze in der vergangenen Woche vernichtete laut Daten von CoinGlass mehr als 4 Milliarden Dollar an bärischen Krypto‑Wetten.
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