Bitcoin’s (BTC) Ausverkauf wird zunehmend nicht als Beginn eines neuen Einbruchs interpretiert, sondern als Mittelpunkt eines strukturell anderen Bärenmarkts, der durch Hebelabbau und Kapitalrotation statt durch panikgetriebene Kapitulation gekennzeichnet ist.
Laut einer Analyse von Kaiko stimmt der Rückgang von rund 50 % gegenüber den Zyklus-Hochs von Bitcoin eng mit historischen Korrekturen nach dem Hoch in früheren Halving-Zyklen überein.
Obwohl der Preisrückgang heftig war, deutet das Marktverhalten unter der Oberfläche eher auf einen kontrollierten Abbau als auf systemischen Stress hin.
Deleveraging ersetzt Kapitulation
Kaikos Daten zeigen, dass der jüngste Abschwung von einem starken Rückgang im Derivate-Engagement begleitet war, wobei das offene Interesse an Futures von den Höchstständen um mehr als die Hälfte gefallen ist.
Die Liquidationen waren beträchtlich, es fehlte jedoch auffallend die kaskadenartige Unordnung, die typischerweise späte Kapitulationsphasen begleitet.
Die Spot-Handelsvolumina blieben während des gesamten Rückgangs gedämpft – ein Zeichen dafür, dass der Einzelhandel sich eher zurückgezogen hat, als in Panik aus Positionen zu fliehen.
Dieses Ausbleiben von Panikverkäufen unterscheidet das aktuelle Umfeld von 2022, als erzwungene Liquidationen und eingefrorene Liquidität die Verluste am Markt beschleunigten.
Stattdessen spiegelt der Drawdown einen gezielten Abbau von Hebelwirkung wider, da Trader und Fonds in einem Umfeld strafferer Finanzierungsbedingungen und schwächerer Makro-Signale Risiken reduzieren.
Bitcoins Kursverlauf ähnelt zunehmend anderen Risikoanlagen und stützt die Sichtweise, dass Makro-Liquidität – nicht krypto-spezifische Schocks – das Marktverhalten antreibt.
Kapital rotiert, statt zu fliehen
Eines der deutlichsten Signale für die These eines „Mid-Cycle-Resets“ ist der Anstieg der Stablecoin-Dominanz, die auf über 10 % der gesamten Krypto-Marktkapitalisierung geklettert ist.
Historisch gesehen wurden ähnliche Niveaus laut Kaiko zuletzt in Phasen defensiver Positionierung beobachtet, nicht in Zeiten einer vollständigen Marktaufgabe.
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Diese Verschiebung deutet darauf hin, dass Kapital in wartende Liquidität am Seitenrand umgeschichtet wird und nicht vollständig aus dem Krypto-Ökosystem abfließt.
Solche Bedingungen gingen in der Vergangenheit häufig längeren Konsolidierungsphasen voraus, in denen die Preisfindung langsamer wird und die Volatilität sich einengt, bevor die Akkumulation wieder einsetzt.
Gleichzeitig zeigen ETF-Zuflussdaten, dass das institutionelle Engagement taktischer geworden ist.
Während die Zuflüsse, die frühere Phasen des Zyklus prägten, nachgelassen haben, bleiben die Bestände beträchtlich – ein Hinweis auf Repositionierung statt umfassenden Rückzugs.
Ein selektiver Markt entsteht
Ein weiteres Merkmal der aktuellen Phase ist die zunehmende Divergenz zwischen Krypto-Assets.
Während viele Altcoins in Richtung ihrer Tiefs von 2023 zurückgefallen sind, haben einige wenige Token mit aktiver Umsatzgenerierung und institutionellen Use Cases relative Widerstandskraft gezeigt.
Kaiko hebt diese Divergenz als Zeichen einer reifer werdenden Marktstruktur hervor, in der Kapital zunehmend in Werte mit messbaren Fundamentaldaten fließt, statt den gesamten Sektor pauschal anzuheben. Dieses selektive Verhalten steht im starken Kontrast zu früheren Zyklen, als spekulatives Momentum die Märkte oft im Gleichschritt bewegte.
Zusammengenommen deuten die Daten darauf hin, dass sich Bitcoin möglicherweise in der mittleren Etappe eines Bärenmarkts befindet, der weniger heftig, aber länger anhaltend ist.
Da der Hebel weitgehend bereinigt ist und Liquidität vorsichtig agiert, dürfte die nächste Phase weniger von derivatgetriebenen Rallyes und stärker von anhaltender Spot-Nachfrage und makroökonomischer Stabilisierung abhängen.
Bis diese Bedingungen eintreten, warnen Analysten, dürfte die Erholung uneinheitlich verlaufen – geprägt von Konsolidierung und Rotation statt einer schnellen Rückkehr zu den Zyklus-Hochs.
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