Ethereum (ETH)‑Mitgründer Vitalik Buterin veröffentlichte einen ausführlichen Beitrag, in dem er die Roadmap für das Ethereum‑Block‑Building nach dem kommenden Glamsterdam‑Upgrade darlegt. Er geht darin auf die Zentralisierung beim Blockaufbau, Frontrunning‑Angriffe und den Schutz der Transaktionsprivatsphäre auf Netzwerkebene ein.
Der Beitrag erscheint wenige Tage, nachdem Ethereum‑Entwickler offiziell FOCIL – den Mechanismus der „Fork‑Choice Enforced Inclusion Lists“ – als zentrales Konsens‑Layer‑Feature für das Hegota‑Upgrade eingeplant haben, das für die zweite Jahreshälfte 2026 anvisiert ist.
Glamsterdam, erwartet in der ersten Hälfte 2026, wird eine verankerte Proposer‑Builder‑Trennung (ePBS) direkt in die Konsensschicht von Ethereum einführen.
Damit werden die Rollen von Block‑Proposern und Block‑Buildern getrennt – Buterin argumentierte jedoch, dass dies das Risiko nicht beseitigt, dass eine kleine Zahl von Buildern weiterhin dominieren und Transaktionen zensieren könnte.
FOCIL und „Big FOCIL“
Der Beitrag beschreibt FOCIL als ersten Schritt hin zu einem mehrteilnehmerbasierten Block‑Building auf Protokollebene.
Nach dem Design nominieren 16 zufällig ausgewählte Attester jeweils Transaktionen, die im nächsten Block enthalten sein müssen; jeder Block, der diese ignoriert, wird vom Netzwerk verworfen.
Buterin skizzierte zudem eine spekulativere Erweiterung, die er „Big FOCIL“ nennt. Dabei werden die Inclusion Lists so groß, dass sie alle Transaktionen abdecken könnten, wodurch sich die Rolle eines Builders möglicherweise darauf reduziert, nur noch MEV‑relevante Transaktionen wie DEX‑Arbitrage zu sortieren.
FOCIL ist umstritten. Kritiker haben Bedenken geäußert, dass die Verpflichtung für Validierer, jede gültige Mempool‑Transaktion einzuschließen – unabhängig vom OFAC‑Sanktionsstatus – ein rechtliches Risiko für Node‑Betreiber schaffen und die Komplexität des Protokolls erhöhen könnte.
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Verschlüsselte Mempools und die Netzwerkebene
Buterin ging außerdem auf das sogenannte „toxische MEV“ ein – Sandwich‑ und Frontrunning‑Angriffe auf Nutzer – als separates Problem, das eigene Lösungen erfordert. Er hob Designs für verschlüsselte Mempools als einen Ansatz hervor, bei dem Transaktionen verborgen bleiben, bis sie in einen Block aufgenommen werden, wodurch das Zeitfenster für feindliches „Wrapping“ verschwindet.
Separat wies er auf die Transaktions‑Ingress‑Ebene hin – den Weg, den eine Transaktion von der Wallet eines Nutzers bis zur Aufnahme in einen Block nimmt – als eine bislang wenig untersuchte Angriffsfläche. Ein feindlicher RPC‑ oder Analytics‑Node kann unverschlüsselte Transaktionen „im Flug“ sehen und ausnutzen.
Buterin verwies auf laufende Forschung, darunter Tor‑basiertes Routing, spezialisierte Ethereum‑Mixnets und Latenz‑arme Designs wie Flashnet als mögliche Ansätze.
Beide Bereiche sind weiterhin offene Forschungsprobleme ohne finalisierte Implementierungen auf der Roadmap.
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