ARK-Invest-Gründerin Cathie Wood stellt sich hinter einen Verlangsamungs-Appell dreier KI-Schwergewichte, hält Warnungen, dass fortgeschrittene Systeme die Menschheit auslöschen könnten, jedoch für „lächerlich“.
Zentrale Punkte:
- Wood betonte, eine offene Debatte über KI-Risiken könne helfen, Probleme früher anzugehen – auch wenn sie die extremsten Warnungen zurückweist.
- ARK-Fonds sind in Tesla, SpaceX, OpenAI und Anthropic investiert und damit direkt in Unternehmen engagiert, die im Fokus der Sicherheitsdebatte stehen.
- Sie forderte, der Cybersicherheit müsse mit dem Fortschritt der KI-Fähigkeiten deutlich mehr Aufmerksamkeit gelten.
Cathie Woods Einordnung
Reuters berichtete von Woods Aussagen bei einem Briefing in Sydney am 15. September, nachdem Anthropic-CEO Dario Amodei führende Entwickler aufgerufen hatte, das Tempo weiterer Fähigkeitszuwächse zu drosseln. OpenAI-Chef Sam Altman und Elon Musk stellten sich rasch hinter Amodeis Position, während Wood den Vorstoß insgesamt als positiv für die Weiterentwicklung der Technologie wertete.
Wood sagte, sie sei „froh, dass die Branchenführer die Risiken dieser neuen Technologie offen kommunizieren“ – eine Lehre aus dem Technologie- und Telekom-Boom um die Jahrtausendwende. „Die halbe Lösung besteht darin, das Problem zu verstehen“, so Wood. Die These, KI könne die gesamte Menschheit auslöschen, wies sie als „lächerlich“ zurück.
Die laufende Debatte sei dennoch wertvoll, selbst wenn sie den härtesten Szenarien widerspreche, argumentierte Wood. Sie könne den Blick auf reale Sicherheitsfragen rund um immer leistungsfähigere Systeme lenken. „Das eröffnet uns eine große Chance, den Fokus weltweit auf Cybersecurity in diesem Bereich zu richten“, sagte sie, ohne konkrete Bedrohungsszenarien oder eine Finanzierungsquelle für zusätzliche Schutzmaßnahmen zu benennen.
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Streit um Amodeis Risikowarnungen
Woods Aussagen haben zusätzliches Gewicht, weil ARK Tesla, SpaceX, OpenAI und Anthropic über öffentliche wie private Fonds im Portfolio hält. Der Anlagelink ist damit unmittelbar. Ob der Verlangsamungs-Appell die Bewertung dieser Beteiligungen bei ARK verändert, ließ Wood offen.
Weltweit gaben KI-Aktien am Montag nach, asiatische Börsen taten sich am Dienstag ebenfalls schwer, da Anleger ihre Einschätzung von Chip- und KI-Titeln überdachten, die zuvor maßgeblich die Aktienrally gestützt hatten. Eine eindeutige Ursache für die Kursbewegungen wurde nicht identifiziert.
Der Verlangsamungs-Appell fällt in eine Phase, in der verstärkt hinterfragt wird, ob die Branche das hohe Tempo bei Ausgaben und Wachstumserwartungen durchhalten kann – während Anthropic Medienberichten zufolge einen Börsengang im Oktober vorbereitet.
Für Investoren gewinnt die Diskussion damit an Brisanz.
Wood zog eine Linie zurück zur Technologie- und Telekom-Blase, die nach einer Phase massiver Euphorie in einem Crash endete. Ihr Argument: Wenn Risiken frühzeitig benannt werden, können Märkte und Unternehmen schneller reagieren – selbst dann, wenn sie die drastischsten KI-Warnungen für überzogen hält.
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