Der Vorsitzende der Commodity Futures Trading Commission, Michael Selig, hat am Dienstag beim Berufungsgericht des neunten US-Bezirks einen Amicus-Schriftsatz eingereicht, in dem er die bundesstaatliche Zuständigkeit für die Regulierung von Prognosemärkten geltend macht.
Die Eingabe supports Crypto.com in seinem Streit mit dem Nevada Gaming Control Board, während nahezu 50 Verfahren auf Ebene der US-Bundesstaaten Plattformen wie Kalshi, Polymarket, Robinhood und Coinbase anfechten.
Selig kündigte diesen Schritt in einem Gastbeitrag für das Wall Street Journal mit dem Titel „States Encroach on Prediction Markets“ an und schrieb, die CFTC werde „nicht länger untätig zusehen“, während Bundesstaaten versuchen, Event-Kontrakte unter Glücksspielgesetze zu fassen.
Der Antrag der Behörde argumentiert, dass der Commodity Exchange Act der CFTC die ausschließliche Bundeszuständigkeit für den Handel mit Derivaten verleiht.
Konflikt zwischen Bundes- und einzelstaatlicher Regulierung
In ihrem Schriftsatz vertritt die CFTC die Auffassung, dass Prognosemärkte nach dem Commodity Exchange Act als Swaps und Derivate und nicht als Glücksspiele einzustufen sind. Selig emphasized, dass der Kongress der Behörde nach der Finanzkrise von 2008 die Aufsicht über rohstoffbasierte Kontrakte übertragen habe – mit einer „außergewöhnlich weiten“ Definition, die nahezu alle Rohstoffe abdeckt, mit Ausnahme von Zwiebeln und Kinokarten.
Aufsichtsbehörden der Bundesstaaten haben dieser Auslegung widersprochen: 34 Generalstaatsanwälte haben sich einem Amicus-Schriftsatz angeschlossen, der sich gegen eine bundesrechtliche Präklusion wendet. Mehrere Bundesstaaten haben Unterlassungsverfügungen erlassen und Klagen eingereicht, in denen sie argumentieren, Prognosemärkte – insbesondere solche, die an Sportereignisse geknüpft sind – verstießen gegen einzelstaatliche Glücksspielgesetze.
Bemerkenswert ist, dass Selig in seinem Gastbeitrag Sportwetten nicht erwähnt, sondern stattdessen Absicherungsszenarien wie Temperaturänderungen, die Ernten beeinflussen, oder sprunghaft steigende Energiepreise hervorhebt.
Dieses Auslassen spiegelt die zentrale rechtliche Spannung wider: die Frage, ob bundesrechtlich regulierte Event-Kontrakte die Durchsetzung von Glücksspielgesetzen der Bundesstaaten verdrängen, wenn sie an Sportereignisse gekoppelt sind.
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Marktvolumen und Branchenwachstum
Das wöchentliche kombinierte Handelsvolumen auf Prognosemärkten wird in den letzten Wochen auf estimated zwischen 4,3 Milliarden und 5,3 Milliarden US-Dollar geschätzt, mit Spitzenwerten von über 6 Milliarden US-Dollar Anfang Februar 2026.
Die weltweite Nutzerzahl hat sich in den vergangenen zwei Jahren vervierfacht und liegt nach Branchenangaben, auf die sich Selig beruft, bei rund 15 Millionen.
Der Zuständigkeitsstreit hat zu widersprüchlichen Entscheidungen von Bezirksgerichten im ganzen Land geführt, und Rechtsbeobachter gehen davon aus, dass letztlich der Supreme Court entscheiden muss.
In seiner Videobotschaft am Dienstag richtete Selig eine klare Botschaft an die Gegner der Bundeszuständigkeit: „Wir sehen uns vor Gericht.“
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