OpenAIs ChatGPT hat Anthropics Claude Haiku 5.5 in einem Vergleich von fünf Alltagsaufgaben mit 3:2 geschlagen – auch wenn Claude in den beiden Runden dominierte, in denen es um individuelle Empfehlungen ging.
Wichtigste Punkte:
- ChatGPT gewann die Runden zu Thanksgiving-Planung, Kreativschreiben und Haushaltsbudget-Rechner.
- Claude Haiku 5.5 entschied die Laufschuh- und Familienplanungs-Aufgabe mit persönlicher zugeschnittener Beratung für sich.
- Haiku 5.5 ersetzt Haiku 4.5 zum 29. Oktober im Modellmenü für Free-, Pro- und Max-Nutzer.
ChatGPT im Praxistest
Die Technikjournalistin Amanda Caswell, die sich auf KI-Themen spezialisiert hat, hat beide Chatbots mit identischen Eingaben getestet. Der Vergleich erschien am 15. Oktober.
Das Spektrum der Aufgaben reichte von der Planung eines Festtagsessens bis hin zu einem Haushaltsbudget-Rechner. Bewertet wurden die Antworten danach, wie exakt sie die Vorgaben erfüllten – und wie viel Nacharbeit für sie persönlich übrig blieb.
In der Thanksgiving-Runde punktete ChatGPT, indem es nahezu alle Beilagen eines Festessens für zehn Personen vegan auslegte – zubereitet in nur einem Ofen und mit einem Budget von 175 US‑Dollar. Zudem startete ChatGPT eine Drachen-Geschichte direkt in einer Verfolgungsszene mit treffendem Ton für die Zielgruppe „Middle Grade“ und lieferte anschließend ein Budget-Tool, das sich bearbeiten, herunterladen und offline ausführen ließ.
Claude gewann dagegen die Laufschuh-Aufgabe: Das Modell empfahl einer Läuferin mit hohem Fußgewölbe, die rund 35 Meilen pro Woche läuft, neutrale Schuhe mit maximaler Dämpfung. ChatGPT setzte dagegen auf ein härteres Modell, das Caswell als weniger passend einstufte. Auch beim Zeitmanagement für eine berufstätige Mutter mit drei Kindern – inklusive Fußballtraining, Postfilial-Besuch und Abgabetermin im Job – überzeugte Claude mit einem persönlicher wirkenden Plan.
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Urteil zu Claude Haiku 5.5
Caswell bezeichnete Haiku 5.5 als solides Modell für Alltagsfragen, räumte aber ein, dass sie für diesen Aufgabencocktail wohl eher zu ChatGPT greifen würde. Die zwei Claude-Erfolge führte sie darauf zurück, dass dessen Empfehlungen näher an ihrer persönlichen Situation lagen.
Anthropic hat Haiku 5.5 am 7. Oktober eingeführt – als kleinstes und günstigstes Modell in der Claude-Palette. Laut Unternehmen liegen die Betriebskosten rund 75 % unter denen von Haiku 4.5. Damit zielt Haiku 5.5 vor allem auf kurze, repetitive Aufgaben wie Zusammenfassungen und Live-Kundensupport. Kunden zahlen 0,10 US‑Dollar pro Million Input-Tokens – vergleichbar mit GPT-6 Luna, dem kleinsten Modell von OpenAI.
Rollout von GPT‑6 und Haiku
Anthropic nimmt Haiku 4.5 zum 29. Oktober aus dem Modellmenü für Free-, Pro- und Max-Nutzer; an seine Stelle rückt Haiku 5.5. Bestehende Chats bleiben erhalten.
OpenAI hat seinerseits am 7. Oktober GPT‑6 in ChatGPT ausgerollt – am selben Tag, an dem Haiku 5.5 live ging. Parallel dazu führte das Unternehmen eine überarbeitete Oberfläche ein, die interaktive Charts, Rechner und Buttons direkt in die Antworten integriert. Produktmanager Aarush Selvan betonte, die hilfreichsten Antworten bestünden „nicht nur aus Text“. Der Haiku-Start krönte zugleich einen Monat, in dem Anthropic auch die leistungsstärkeren Modelle Opus und Sonnet auf Version 5.5 anhob.
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