Anthropic hat Claude Cowork in den zentralen Chat integriert und zugleich zwei neue Beta-Werkzeuge gestartet: Claude Docs und Claude Slides. Nutzer müssen damit vor Arbeitsbeginn keinen Modus mehr auswählen – Claude entscheidet selbst, wie der Auftrag am besten erledigt wird.
Wichtigste Punkte:
- Claude entscheidet eigenständig, ob eine Anfrage nur eine kurze Antwort oder einen umfangreicheren, agentenbasierten Workflow braucht.
- Claude Docs und Claude Slides starten in der Beta, fertige Ergebnisse lassen sich als PowerPoint- oder PDF-Datei herunterladen.
- Pro- und Max-Abonnenten erhalten das Update zuerst, Team- und Free-Tarife folgen später.
Verschmelzung von Claude Cowork
Das Unternehmen hat die Änderung am Mittwoch bekanntgegeben und erläutert, dass das Update in den kommenden Wochen für Pro- und Max-Tarife auf Web, Desktop und Mobilgeräten ausgerollt wird. Team- und Free-Pläne sollen später folgen. Enterprise-Administratoren erhalten laut Anthropic mindestens 30 Tage Vorlauf.
Claude analysiert nun eigenständig den Charakter einer Aufgabe und greift dafür in jeder Unterhaltung auf die bisherigen Cowork- und Claude-Design-Fähigkeiten inkl. Kontext, Skills und Connectors zurück. Länger laufende Jobs werden im Hintergrund weitergeführt, auch wenn der Nutzer den Laptop schließt; der Fortschritt lässt sich unterwegs am Smartphone prüfen.
Nutzer können mithilfe des Assistenten Dokumente verfassen oder ihn Präsentationen entwerfen lassen, die sich anschließend bearbeiten, präsentieren oder als PowerPoint- oder PDF-Datei herunterladen lassen. Aufgaben können zudem zeitgesteuert laufen. So ließe sich beispielsweise jeden Montag automatisch ein wöchentlicher Bericht mit fünf Folien für eine Management-Sitzung vorbereiten.
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Anthropic greift OpenAI an
Anthropic zufolge empfanden viele Nutzer es als störend, vorab entscheiden zu müssen, in welchem Bereich eine Aufgabe angesiedelt ist – zumal begonnene Arbeit nicht nahtlos vom einen in den anderen Bereich übertragen werden konnte. Der von Anthropic zitierte Ökonom Andrew Keller, ein Kunde des Unternehmens, schildert etwa, wie Claude Fälle aus einer juristischen Recherchedatenbank zieht, sie liest und für seine spätere Prüfung in einem Ordner ablegt.
Das Redesign streicht damit einen Zwischenschritt für Anwender. Die Unterstützung von PowerPoint- und PDF-Dateien könnte den Einsatz in Unternehmen erleichtern, die stark auf Office-Software von Microsoft und Google setzen, wo diese Formate weiterhin Standard sind. Strategisch rückt Anthropic damit näher an OpenAI heran, das im Juli mit ChatGPT Work ein Produkt gestartet hat, das seinen Chatbot mit dem Codex-Coding-Tool kombiniert.
Ähnliche Abgrenzungsprobleme haben schon länger für Verwirrung zwischen ChatGPT und ChatGPT Work gesorgt.
Anthropic hatte Cowork im Januar zunächst als Research Preview eingeführt, um den agentenbasierten Workflow von Claude Code auch für Office-Anwender außerhalb der Softwareentwicklung nutzbar zu machen. Später kamen Projekte, Connectors, Plugins, geplante Läufe und Cloud-Ausführung hinzu. Claude Design startete im April für Website- und Prototyping-Aufgaben; die eigenständige Version bleibt für Nutzer, die dieses Setup bevorzugen, unverändert verfügbar.
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