Boerse Stuttgart Group, Betreiberin der zweitgrößten Börse Deutschlands, gab am Freitag bekannt, dass sie ihre Kryptosparte mit dem in Frankfurt ansässigen Handelsunternehmen Tradias fusionieren wird.
Der Deal soll combine rund 300 Mitarbeitende unter gemeinsamer Leitung und wird voraussichtlich in der zweiten Jahreshälfte 2026 abgeschlossen, vorbehaltlich der Genehmigung durch die Aufsichtsbehörden.
Finanzielle Details wurden laut Bloomberg nicht disclosed.
Was jede Seite einbringt
Boerse Stuttgart Digital betreibt einen regulierten Kryptobroker, die Börse BSDEX, sowie einen Verwahrer mit Lizenz nach der EU-Verordnung Markets in Crypto-Assets (MiCA).
Die Verbraucher-App BISON hat im Januar 2026 die Marke von einer Million Nutzerinnen und Nutzern surpassed. Zu den institutionellen Kundinnen und Kunden zählen Intesa Sanpaolo, DZ Bank und DekaBank.
Tradias ist die Digital-Asset-Sparte von Bankhaus Scheich, einem Market Maker an der Frankfurter Wertpapierbörse mit über 40 Jahren Erfahrung im Wertpapierhandel.
Tradias erhielt im Oktober 2024 eine eigene BaFin-Lizenz als Wertpapierhandelsbank, nachdem das Unternehmen zuvor unter der Erlaubnis der Muttergesellschaft operiert hatte.
Zum Kundenstamm gehören der Neobroker Trade Republic, flatexDEGIRO und dwpbank, die rund 1.200 deutsche Banken betreut.
Das kombinierte Unternehmen würde Brokerage, Handel, Verwahrung, Staking und tokenisierte Vermögenswerte von den Hauptsitzen in Frankfurt und Stuttgart aus abdecken.
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Warum das wichtig ist
Die Fusion findet im Rahmen des EU-MiCA-Regelwerks statt, das am 30. Dezember 2024 vollständig in Kraft trat und ein einheitliches Zulassungssystem für Kryptodienstleister im gesamten Block schuf.
Diese regulatorische Klarheit hat die Konsolidierung unter europäischen Unternehmen beschleunigt, die darum konkurrieren, eine Infrastruktur auf institutionellem Niveau aufzubauen, bevor größere globale Akteure einsteigen.
Die Börse Stuttgart erklärte, dass sich ihr Krypto-Handelsvolumen im Jahr 2025 verdreifacht habe und Kryptowährungen 2024 etwa ein Fünftel des gesamten Konzernumsatzes ausmachten.
Diese Zahlen deuten darauf hin, dass die Wette der Börse auf digitale Vermögenswerte zu erheblichen Erlösen geführt hat – genug, um die Übernahme eines zweiten Unternehmens zur Expansion des Geschäfts zu rechtfertigen.
Was noch offen ist
Der Deal steht weiterhin unter dem Vorbehalt sowohl der BaFin-Genehmigung als auch dem, was die Unternehmen als called „erfolgreichen Abschluss der Verhandlungen“ bezeichneten – die Bedingungen stehen also noch nicht endgültig fest.
Die Integration einer verbraucherorientierten Plattform mit einem institutionellen Market-Making-Desk birgt operative Risiken, insbesondere in Bezug auf Verwahrprozesse und Liquiditätsmanagement.
Keines der Unternehmen legte offen, wie die Governance-Struktur der fusionierten Einheit über die Formulierung „gemeinsame Leitung“ hinaus aussehen soll, sodass Fragen zu Entscheidungsbefugnissen und strategischer Ausrichtung offenbleiben.
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