Digital-Pound-Lab der Bank of England testet E-Pfund und Stablecoins in der KMU-Außenhandelsfinanzierung

Digital-Pound-Lab der Bank of England testet E-Pfund und Stablecoins in der KMU-Außenhandelsfinanzierung
Digital Pound Pilot Tests Stablecoin Settlement for Cross-Border Trade (Image: Shutterstock)

Das Digital-Pound-Lab der Bank of England lotet aus, ob Stablecoins und ein künftiges digitales Pfund innerhalb desselben Trade-Finance-Workflows eingesetzt werden können – ein Schritt, der zeigt, wie öffentliches und privates digitales Geld künftig bei grenzüberschreitenden Firmenzahlungen zusammenspielen könnte.

NOBO Finance, Dun & Bradstreet und Polygon Labs wurden nach Angaben der Unternehmen als Teilnehmer der zweiten Phase des Lab-Programms ausgewählt.

Das Experiment nutzt weder echte Kunden noch echtes Geld, sondern ist als Testumgebung für künftige Zahlungsinfrastruktur und Interoperabilität in einem kontrollierten Rahmen konzipiert.

Im Mittelpunkt steht ein altbekanntes Problem der Außenhandelsfinanzierung kleiner und mittlerer Unternehmen: Grenzüberschreitende Transaktionen sind häufig noch von zersplitterter Dokumentenprüfung, manuellen Kontrollen und Abwicklungsprozessen geprägt, die sich über mehrere Tage hinziehen. Für KMU bedeutet das, dass Kapital zwischen Warenausgang und Zahlungseingang gebunden bleibt.

Stablecoins und digitales Pfund in einem durchgängigen Ablauf

Der zentrale Arbeitsstrang ist ein elektronisches, frachtbriefbesichertes Factoring-Modell mit Multi-Rail-Settlement. In dem vorgeschlagenen Konstrukt erhält der Exporteur eine Vorfinanzierung über eine Stablecoin-Schiene, während der britische Importeur die Endabrechnung in digitalen Pfund leistet.

Dieses Setup deutet darauf hin, dass das digitale Pfund nicht als Ersatz für Stablecoins erprobt wird, sondern als Baustein eines breiteren Finanzsystems, in dem verschiedene Formen digitalen Geldes interoperabel sein müssen.

Polygon Labs stellt mit seinem Open Money Stack die technische Grundlage bereit, darunter Fiat-zu-Stablecoin-Konvertierung, integrierte Wallets, Stablecoin-Settlement und Smart-Contract-Werkzeuge. NOBO liefert den Trade-Finance-Workflow, während Dun & Bradstreet Geschäftsidentitäts- und Risikodaten beisteuert.

„Damit digitales Geld den Welthandel tatsächlich bewegt, müssen seine unterschiedlichen Ausprägungen zusammenspielen – öffentlich und privat, Zentralbankgeld und Stablecoins“, sagt Marc Boiron, CEO von Polygon Labs. „Genau das testet dieses Experiment: Ein Exporteur wird sofort in Stablecoins bezahlt, während der Importeur in einem einzigen Ablauf in digitalen Pfund begleicht.“

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Kreditidentität für KMU als zweiter Test

Das Konsortium nimmt zudem ein „SME Bankable Profile“ in den Fokus, das von NOBO mit Unterstützung von Dun & Bradstreet und Polygon Labs entwickelt wird. Dieses Profil verknüpft zustimmungsbasierte Transaktionssignale aus Wallets mit Open-Finance-Daten und kommerzieller Analytik, um ein wiederverwendbares Kreditergebnis für kleine Unternehmen zu schaffen.

Ziel ist es, Mehrfachprüfungen in der Handelsfinanzierung zu reduzieren und KMU eine über Märkte und Kreditgeber hinweg nutzbare Finanzidentität zu geben.

„Reibungslosere Trade-Finance-Prozesse für KMU setzen Vertrauen voraus – und das beginnt mit belastbaren Geschäftsidentitäts- und Risikodaten“, sagt Sara de la Torre, Head of Financial Services bei Dun & Bradstreet.

Digitales Geld drängt in die Handelsfinanzierung

NOBO hatte Phase 1 des Digital-Pound-Labs mit dem Nachweis bedingter B2B-Escrow-Zahlungen abgeschlossen, die für Trade-Finance-Workflows relevant sind. Phase 2 erweitert dies zu einem kombinierten Stack aus Settlement- und Identitätslösungen.

„Handelsfinanzierung ist ihrem Wesen nach multiparteiisch, doch Workflows, Datenflüsse und Abwicklungsschienen greifen bislang nicht nahtlos ineinander“, sagt Ayo Ojerinola, Gründer und CEO von NOBO Finance.

Der Pilotversuch bedeutet weder, dass die Bank of England bereits eine Einführung des digitalen Pfunds beschlossen hat, noch dass Polygon ein solches Pfund entwickelt. Das Lab prüft, ob digitales-Pfund-Settlement, Stablecoin-Rails und verlässliche Geschäftsidentität gemeinsam in einem realen Business-Use-Case funktionieren können, in dem Zahlungsverzögerungen und eingeschränkter Kreditzugang weiterhin zentrale Probleme für KMU darstellen.

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Murtuza Merchant

Murtuza ist ein erfahrener Finanzjournalist mit umfassender Erfahrung in der Berichterstattung über Kryptowährungen und Blockchain-Technologie. Er hat unter anderem für Benzinga und Cointelegraph beigetragen und über neue Trends, das regulatorische Umfeld und mehr berichtet. Du findest ihn unter @murtuza_merc auf Twitter und mmerchant001 auf Telegram. Offenlegung: Murtuza hält ATOM, AKT, TIA, INJ und OSMO.

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