Google DeepMind hat am Dienstag drei neue Gemini-Flash-Modelle vorgestellt, die KI-Agenten günstiger und schneller machen sollen – während das überfällige Flaggschiff-Modell weiter nur in Partner-Tests läuft.
Wichtigste Punkte:
- Google bringt Gemini 3.6 Flash, 3.5 Flash-Lite und das sicherheitsoptimierte 3.5 Flash Cyber.
- Arbeitspferd 3.6 Flash verbraucht bis zu 17 % weniger Output-Tokens als sein Vorgänger.
- Das lange angekündigte Gemini 3.5 Pro fehlt weiter und bleibt in Partner-Tests.
Gemini-Flash-Portfolio wächst
Das Unternehmen bestätigte die drei Modelle in einem Blogeintrag am Dienstag und positioniert 3.6 Flash als zentrales Arbeitstier für Programmierung, Wissensarbeit und multimodale Anwendungen.
Alle drei Modelle gehören zur günstigeren Flash-Klasse, optimiert auf Tempo und hohe Auslastung statt auf tiefes Schlussfolgern wie bei den Topmodellen. Ziel seien Effizienz, niedrige Latenz und hohe Verfügbarkeit für Unternehmen, die KI-Agenten im großen Maßstab aufbauen, so Google.
Das Flaggschiff der Flash-Reihe benötigt bis zu 17 % weniger Output-Tokens als das Vorgängermodell, was die Betriebskosten senkt. Google bepreist das Modell nun mit 1,50 US-Dollar pro eine Million Input-Tokens und 7,50 US-Dollar pro eine Million Output-Tokens – günstiger als die zuvor fälligen 9 Dollar – und hat den Wissensstand auf März 2026 angehoben.
Das günstigere Flash-Lite zielt auf stark ausgelastete Aufgaben wie Dokumentenverarbeitung und agentenbasierte Suche und liegt preislich unter dem Standard-Flash-Modell. Das dritte Modell stellt den Ausreißer dar: Flash Cyber spürt Software-Schwachstellen im hausinternen CodeMender-Agenten auf und hilft, sie zu schließen. In einem Test des V8-JavaScript-Engines identifizierte das System 55 bestätigte Sicherheitslücken. Der Zugriff bleibt jedoch Regierungen und ausgewählten Partnern vorbehalten.
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Verzögerung bei Gemini 3.5 Pro belastet
Mindestens ebenso viel Aufmerksamkeit wie die neuen Modelle erregte, was fehlte. Das Prestige-Modell 3.5 Pro, auf der Entwicklerkonferenz im Mai für einen Start im Juni angekündigt, bleibt weiter im Test bei Partnern – ohne konkreten Termin und deutlich hinter dem Zeitplan, den Google vor zwei Monaten auf der Bühne skizziert hatte.
Produktchef Logan Kilpatrick erklärte, das Team wolle Pro „bald“ liefern und habe bereits den bislang ambitioniertesten Pretraining-Lauf für Gemini 4 gestartet.
Die Konkurrenz wartet indes nicht. Binnen kaum mehr als einer Woche haben OpenAI, Anthropic und andere neue Modelle veröffentlicht, während die Alphabet-Aktie seit Donnerstag bis Dienstagmittag nahezu 6 % verlor.
Das Muster ist für Google vertraut: Der Konzern hält sich mit günstigeren, schnelleren Flash-Modellen im Rennen, während sich das Topmodell immer weiter verspätet. Bereits im Mai hatte Google 3.5 Pro als fast marktreif dargestellt – doch die Lücke an der Spitze ist seither gewachsen, weil wendigere Rivalen in immer kürzeren Abständen neue Spitzenmodelle nachschieben.
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