Der frühere Binance-Manager für Geschäftsentwicklung Chase Guo hat prognostiziert, dass Bitcoin (BTC) im Jahr 2026 ein neues Allzeithoch erreichen wird – angetrieben nicht durch Halving-Zyklen oder die Begeisterung von Privatanlegern, sondern durch Liquiditätspositionierung und strukturelle Dynamiken innerhalb des Kryptomarktes selbst.
Was geschah: Liquidität statt Hype
In einem aktuellen Interview argumentierte Guo, dass der nächste große Bitcoin-Ausbruch eher von Marktmechaniken als von narrativen Überzeugungen geprägt sein werde. „Der Grund wird die Leute schockieren“, sagte er.
Der ehemalige Manager identifizierte drei Kräfte, von denen er glaubt, dass sie die Preisbildung von Krypto-Assets steuern: Liquidität, Aufmerksamkeit und die Verteilung der Token-Inhaber – manchmal als „Chip-Struktur“ bezeichnet. Diese Faktoren bestimmten seiner Ansicht nach die Preistrends in kurz- bis mittelfristigen Zyklen von sieben Tagen bis drei Monaten.
Guo verwies auf ein Muster, bei dem große Akteure den Marktkonsens ausnutzen. Wenn sich die meisten Trader auf eine einzige bullische oder bärische Erzählung ausrichten, bündelt sich Liquidität um vorhersehbare Preisniveaus und schafft Chancen für versierte Marktteilnehmer, Volatilität zu „engineeren“. „Wenn sich Konsens bildet, wird er zum Ziel“, deutete er an und verwies auf historische Phasen überfüllter Positionierungen, die zu schnellen Liquidationen und scharfen Umkehrbewegungen führten.
Seiner Ansicht nach könnte das nächste Allzeithoch aus einem Liquiditätssqueeze entstehen, bei dem Derivate-Exponierung, Kapitalrotation und Positionierung zusammenlaufen und eine erzwungene Preisfindung über die bisherigen Höchststände hinaus auslösen. Er warnte jedoch, dass der Weg dorthin volatil und kontraintuitiv sein werde – geprägt von heftigen Schwankungen, die überhebelte Trader aus dem Markt drängen, bevor es zu einem nachhaltigen Aufwärtstrend komme.
Auch lesen: Binance ETH Leverage Falls To Six-Month Low — A New Rally On The Horizon?
Warum es wichtig ist: Manipulationssorgen
Guos Aussagen wiegen vor dem regulatorischen Hintergrund rund um Binance besonders schwer. Seine Beschreibung eines Marktes, der von Liquiditätsspielen und kurzfristigen Anreizen dominiert wird, spiegelt eng die Vorwürfe der U.S. Securities and Exchange Commission in ihrer Klage von 2023 gegen die Börse und Gründer Changpeng Zhao wider, in der Wash-Trading, aufgeblähte Volumina und interne Market-Making-Praktiken angeführt wurden.
Der Flash-Crash vom 10. Oktober 2025 verschärfte die Überprüfung weiter. Während des heftigen Ausverkaufs, der Bitcoin und große Altcoins innerhalb von Minuten traf, meldeten Nutzer Orderverzögerungen, deaktivierte Funktionen und ungewöhnliche Dochte im Kurs, die zu Zwangsliquidationen auf deutlich über normalen Niveaus führten. Die Binance-Führung, darunter Richard Teng und Zhao, führte das Ereignis auf makroökonomische Schocks und branchenweite Hebelwirkung zurück und wies jede Manipulation von sich.
Die Episode verstärkte die breiteren Sorgen, dass intransparente Market-Making-Praktiken und konzentrierte Liquidität das systemische Risiko in Stressphasen erheblich verstärken können.
Als Nächstes lesen: Goldman CEO Says He Owns 'Very Little' BTC: "Still Trying To Figure Out How Bitcoin Behaves"



