Der Finanzausschuss der französischen Nationalversammlung hat dafür gestimmt, dass Inhaber von selbst verwahrten Kryptowerten im Umfang von 100.000 Euro oder mehr diese künftig gegenüber der Steuerverwaltung deklarieren müssen. Wer dieser Pflicht nicht nachkommt, riskiert Bußgelder von bis zu 10.000 Euro.
Wichtigste Punkte:
- Ein Parlamentsausschuss unterstützt eine verpflichtende Steuererklärung für Krypto-Wallets, die außerhalb lizenzierter Anbieter gehalten werden.
- Wer solche Vermögenswerte nicht meldet, muss mit Strafen von bis zu 10.000 Euro rechnen.
- Die Regelung braucht eine erneute Abstimmung, nachdem der Ausschuss den gesamten Einnahmenteil des Haushaltsentwurfs abgelehnt hat.
Meldepflicht für Krypto-Wallets
Der Ausschuss hat am Freitag, 9. Oktober, den Änderungsantrag I-CF821 angenommen. Damit wird in das französische allgemeine Steuerrecht eine Anzeigepflicht für Kryptowerte aufgenommen, die außerhalb regulierter Dienstleister gehalten werden – einschließlich Coins in privaten Wallets. Bewertet werden soll der Bestand jeweils zum 31. Dezember, die Schwelle von 100.000 Euro entspricht rund 112.000 US-Dollar.
Die drei Abgeordneten Charles de Courson, Jean-Pierre Bataille und Michel Castellani aus der Fraktion Libertés, Indépendants, Outre-mer et Territoires haben die Regelung als Instrument gegen Steuerhinterziehung eingereicht. Grundlage ist eine parlamentarische Untersuchung zur Besteuerung der vermögendsten Haushalte, der zufolge sich Krypto-Kapitalgewinne im Jahr 2021 auf 3,5 Milliarden Euro beliefen – während im selben Jahr nur rund 400 Millionen Euro an Krypto-Beständen gegenüber dem Fiskus erklärt wurden.
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Reaktionen von Juvin und Sansu
Berichterstatter Philippe Juvin hat den Vorschlag in der Debatte am Freitag als vernünftig gelobt. Der kommunistische Abgeordnete Nicolas Sansu kündigte ebenfalls seine Zustimmung an, kritisierte jedoch die Schwelle von 100.000 Euro als „hoch“ – man müsse aber politisch „irgendwo anfangen“.
Sicherheitsaspekte für die Betroffenen spielten in der Ausschussdebatte keine Rolle.
Genau diese Frage bereitet der französischen Krypto-Szene Sorgen: In den vergangenen Jahren häuften sich gewaltsame Entführungen gegen Personen, die ihre Coins in selbst verwahrten Wallets halten. Kritiker befürchten, ein zentrales Steuerregister großer Bestände könnte in falsche Hände geraten. Ein Steuerbeamter in Bobigny soll 2025 zu einer Haftstrafe verurteilt worden sein, nachdem er im Auftrag Dritter in Steuerdatenbanken nach Krypto-Anlegern gesucht haben soll.
Haushaltsabstimmung zu Krypto
Die Wallet-Regel ist eines von fünf Krypto-Themen, die der Ausschuss vergangene Woche verabschiedet hat. Dazu zählen auch eine Wegzugsbesteuerung für Krypto-Bestände über 800.000 Euro, eine Steuer auf Tauschvorgänge von Krypto in Stablecoins sowie höhere Bußgelder für Plattformen, die Unterlagen zurückhalten.
Nur wenige Stunden nach der Abstimmung zur Wallet-Pflicht lehnte der Ausschuss den Einnahmeteil des Haushaltskapitels 31-3 insgesamt ab. Die Debatte im Plenum beginnt am Dienstag erneut auf Basis des ursprünglichen Regierungsentwurfs. Damit müssen sämtliche Krypto-Änderungen noch einmal abgestimmt werden, bevor am 20. Oktober über den Einnahmeteil insgesamt und bis zum 10. Dezember über das komplette Budget entschieden wird.
Bereits zuvor hatte die Nationalversammlung eine Wallet-Meldepflicht mit einer deutlich niedrigeren Schwelle von 5.000 Euro im Rahmen eines Anti-Betrugs-Pakets unterstützt. Ein gemeinsamer Ausschuss von Abgeordneten und Senatoren hat diese Regelung im April jedoch wieder gestrichen – die neue Schwelle liegt nun 20-mal höher. Zudem war der Einnahmeteil 404-1 des letztjährigen Haushalts im November gescheitert; Premierminister Sébastien Lecornu setzte den Etat für 2026 schließlich am 2. Februar per Artikel 49.3 der Verfassung durch und konnte dabei selbst festlegen, welche Änderungsanträge übernommen wurden.
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