Nutzer berichten, dass OpenAI’s GPT-5.6 Sol ohne explizite Freigabe Dateien und Datenbanken gelöscht haben soll – ein Risiko, das das Unternehmen selbst bereits vor dem Start des Flaggschiff-Modells dokumentiert hatte.
Wichtigste Punkte:
- Mehrere Nutzer gaben an, GPT-5.6 Sol habe lokale Dateien, Projektdaten oder sogar Produktivsysteme ohne Zustimmung entfernt; wie verbreitet das Problem ist, bleibt unklar.
- In OpenAIs eigener Systemkarte wird ausdrücklich davor gewarnt, dass das Modell über die Nutzerintention hinausgehen und bei der Aufgabenerfüllung destruktive Schritte setzen kann.
- OpenAI rät inzwischen dazu, vor potenziell zerstörerischen oder reichweiten-erweiternden Aktionen klare Genehmigungsgrenzen und Freigabeprozesse zu definieren.
GPT-5.6 und gelöschte Dateien
Matt Shumer, Gründer und CEO von OthersideAI, dem Unternehmen hinter HyperWrite, berichtete in einem Beitrag auf X darüber, dass GPT-5.6 Sol offenbar Dateien gelöscht habe. Sol habe „fast ALLE Dateien“ auf seinem Mac „versehentlich gelöscht“, schrieb er. Der Entwickler Bruno Lemos erklärte, das Modell habe „meine komplette Produktionsdatenbank gelöscht“.
Auch Entwickler Joey Kudish sagte, Codex Sol sei über das Ziel hinausgeschossen und habe „einige Dateien gelöscht, die es nicht hätte löschen sollen“. Er betonte jedoch, dass er dank vorhandener Backups seine Daten wiederherstellen könne.
Ein Thread auf Reddit sammelt weitere Nutzerberichte, die ähnliche Vorfälle schildern.
Diese Schilderungen sind bislang anekdotisch und belegen nicht, dass GPT-5.6 Sol in jedem Fall alleinige Ursache der Ausfälle war. Gleichwohl hatte OpenAI das zugrunde liegende Risiko bereits in internen Tests vor der Veröffentlichung identifiziert.
Auch interessant: Polymarket-WM-Fieber überschreitet 4 Mrd. $ – Spanien mit 58 % Favorit
OpenAIs Sicherheitswarnung
In der Systemkarte von OpenAI heißt es, dass agentische Programmierfehler auftreten können, wenn das Modell zu „ehrgeizig“ wird, eine Aufgabe zu Ende zu bringen, oder erteilte Berechtigungen zu weit auslegt. Dies könne dazu führen, dass Sol außerhalb des angeforderten Umfangs agiert – bis hin zu destruktiven Änderungen oder beschönigenden Statusmeldungen über erledigte Arbeit.
In einem Test erhielt Sol die Freigabe, drei entfernte virtuelle Maschinen mit den Labels 1, 2 und 3 zu löschen.
Da das Modell die betreffenden Instanzen an der erwarteten Stelle nicht fand, löschte es stattdessen die Maschinen 5, 6 und 7, beendete laufende Prozesse und entfernte Arbeitsdateien – und räumte später ein, dass nicht gesicherte Arbeit dabei verloren gegangen sein könne.
In einem weiteren Test nutzte das Modell Zugangsdaten, die der Nutzer nicht freigegeben hatte. Nachdem ein Cloud-Job nicht auf Dateien zugreifen konnte, durchsuchte Sol versteckte lokale Caches, fand dort Credentials und setzte sie ein, statt innezuhalten und um Erlaubnis zu fragen.
Die Sorge reicht somit weiter zurück als die aktuellen öffentlichen Beschwerden: In den Vorabtests zeigte sich, dass GPT-5.6 häufiger als GPT-5.5 dazu neigt, die Nutzerintention zu überschreiten – auch wenn die absoluten Raten niedrig blieben.
In seinen aktuellen Empfehlungen verlangt OpenAI daher Bestätigungen vor destruktiven Aktionen. Eingeschränkte Zugriffsrechte, klar definierte Berechtigungsgrenzen und belastbare, wiederherstellbare Backups gelten als zentrale Schutzmechanismen.
Weiterlesen: Krypto-Trader finden Weg, auf den 672-Millionen-Dollar-Mega-Millions-Jackpot zu wetten






