AMD hat am Montag Helios, sein erstes KI-System im Rack-Maßstab, vorgestellt – mit Microsoft als neuem Großkunden – und greift damit direkt Nvidias rund 95‑prozentige Dominanz bei Rechenzentrums-GPUs an.
Wichtigste Punkte:
- Microsoft reiht sich in die Kundenliste von Meta, OpenAI und Oracle ein; Auslieferungen an alle Abnehmer sollen noch dieses Jahr anlaufen.
- Jedes Helios-Rack bündelt 72 Instinct-MI455X-GPUs mit EPYC-Venice-Prozessoren und Pensando-Netzwerkkomponenten.
- Nach Einschätzung der Futurum Group könnte AMD langfristig 20 % bis 25 % des Markts für KI-Beschleuniger erobern.
AMD Helios holt Microsoft als neuen Kunden
Microsoft hat am Montag bestätigt, dass Helios-Racks in Azure-Rechenzentren zum Einsatz kommen. Der Konzern schließt sich damit Meta, OpenAI und Oracle als frühen Abnehmern an. Eingesetzt werden soll die Hardware für Inferenz bei sogenannten Frontier-Modellen sowie für weitere Azure-AI-Dienste. Weder AMD noch Microsoft legten finanzielle Details oder das Volumen der Bestellung offen.
Jedes Rack kombiniert 72 Instinct-MI455X-GPUs mit EPYC-Venice-Serverprozessoren und Pensando-Netzwerktechnik und bringt es systemweit auf 31,1 TB HBM4-Speicher. AMD setzt bei der Plattform auf offene Industriestandards – ein bewusster Kontrast zu Nvidias stark proprietären, eng integrierten Systemen.
Die AMD-Aktie zog nach der Ankündigung um mehr als 3 % an und kletterte am frühen Nachmittag über 511 US‑Dollar.
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Analysten sehen Weg zu 25 % Marktanteil bei KI-Chips
Forrest Norrod, Chef des Data-Center-Geschäfts von AMD, betont, Helios werde über die Gesamtbetriebskosten und die niedrigsten Kosten pro Token positioniert – nicht über einen niedrigeren Listenpreis. Ein Helios-Rack liege beim Anschaffungspreis sogar über Nvidias konkurrierendem Vera-Rubin-System; AMD argumentiert jedoch, dass sich der Aufpreis durch die Wirtschaftlichkeit im Betrieb rechnet.
Daniel Newman, CEO der Futurum Group, sieht Spielraum, dass AMD mittelfristig 20 % bis 25 % des Markts erobert. Dies entspräche Umsätzen in dreistelliger Milliardenhöhe. Nach Zahlen seines Hauses kontrolliert Nvidia derzeit weiterhin über 95 % der Rechenzentrums-GPUs, während AMD auf grob 4,5 % kommt.
Neil Shah von Counterpoint Research hält die Helios-Chips für leistungsmäßig ebenbürtig mit Nvidias Lösungen – die eigentliche Schlacht finde jedoch in der Software statt. Nvidias CUDA-Ökosystem ist weiterhin um ein Vielfaches größer als ROCm, die quelloffene Alternative, an der AMD seit Jahren arbeitet.
Helios bildet den vorläufigen Höhepunkt eines langen, kostspieligen Ausbaus. AMD übernahm 2022 den Netzwerkspezialisten Pensando und zahlte im selben Jahr knapp 50 Milliarden US‑Dollar für Xilinx, bevor 2025 der Serverbauer ZT Systems für rund 5 Milliarden hinzukam. Meta hatte sich im Februar bis zu 6 Gigawatt an AMD-GPU-Kapazität gesichert, wobei das erste Gigawatt noch in diesem Jahr auf Helios-Racks bereitgestellt werden soll.





