HIVE leiht sich gerade 115 Mio. US‑Dollar zu null Prozent, um gegen Bitcoin‑Mining zu wetten

HIVE leiht sich gerade 115 Mio. US‑Dollar zu null Prozent, um gegen Bitcoin‑Mining zu wetten

HIVE Digital Technologies, das an der Nasdaq notierte digitale Infrastrukturunternehmen, hat eine unverbindliche Absichtserklärung unterzeichnet, bis zu 10.000 NVIDIA‑Grafikprozessoren in einem Colocation‑Rechenzentrum in Boden, Schweden, zu platzieren.

Laut einer Mitteilung ist die Vereinbarung ein bedeutender Schritt beim Schwenk des Unternehmens vom Kryptowährungs‑Mining hin zu KI‑Recheninfrastruktur.

Der Schweden‑Deal und die Kapitalaufnahme

Boden liegt im nördlichen Stromkorridor Schwedens. Die Region beherbergt mehrere große Rechenzentren, da das kühle Klima die Kühlungskosten senkt und Zugang zu günstiger Wasserkraft bietet. Die Absichtserklärung von HIVE zielt auf einen noch nicht spezifizierten Hosting‑Standort in diesem Cluster.

Der GPU‑Deal fällt mit einer erheblichen Kapitalaufnahme zusammen. Eine Meldung vom 26. Juni bestätigte, dass HIVE ein privates Angebot über 115 Millionen US‑Dollar an zu 0 % verzinsten, wandelbaren vorrangigen Schuldverschreibungen mit Fälligkeit 2031 vergrößert und bepreist hat. Die Anleihen tragen keinen Kupon. Sie sind so strukturiert, dass sie bei Fälligkeit in HIVE‑Aktien oder Bargeld umgewandelt werden können und dem Unternehmen damit ein zinsfreies Schuldeninstrument zur Finanzierung von Infrastruktur ohne sofortige Zinszahlungen bieten.

Mit 10.000 GPUs würde der Einsatz in Boden einen der größeren GPU‑Aufbauten an einem einzelnen Standort darstellen, die in diesem Jahr von einem Krypto‑Origin‑Unternehmen angekündigt wurden. Zum Vergleich: Viele KI‑Inference‑Bereitstellungen im Hyperscaler‑Maßstab beginnen im Bereich von 1.000 bis 2.000 GPUs.

HIVE hat nicht bestätigt, auf welches konkrete NVIDIA‑GPU‑Modell sich die Absichtserklärung bezieht, obwohl aktuelle Enterprise‑GPU‑Deployments dieser Klasse typischerweise die H100‑ oder H200‑Serie umfassen.

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Das BUZZ‑Projekt in Kanada und der breitere Schwenk

Parallel dazu baut HIVE unter einer Tochtermarke namens BUZZ das nach eigener Beschreibung erste souveräne KI‑Werk in Ostkanada auf. NewsFileCorp veröffentlichte Details zu dieser Initiative in einer Mitteilung aus den vergangenen 24 Stunden und bezeichnete das Projekt als digitale „Datenautobahn“, die KI‑Rechenkapazität über das ostkanadische Stromnetz verbindet.

Das BUZZ‑Projekt und die Absichtserklärung in Schweden skizzieren gemeinsam eine AI‑Infrastrukturstrategie in zwei Regionen. Kanada bietet souveräne Rechenkapazität für staatliche und Unternehmenskunden, die Datenresidenz innerhalb Nordamerikas benötigen. Schweden bietet kostengünstigeres Colocation‑Hosting im europäischen Maßstab. Keines der Projekte stützt sich auf die traditionellen GPU‑Mining‑Aktivitäten von HIVE.

Die Mining‑Wurzeln von HIVE reichen bis zur Gründung als Bitcoin‑ (BTC) und Ethereum‑ (ETH) Miner zurück. Das Unternehmen hat seine GPU‑Flotte schrittweise vom Proof‑of‑Work‑Mining weg repositioniert, da die Nachfrage nach KI‑Inference ein attraktiveres Erlösmodell für dieselbe Hardware geschaffen hat.

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Jüngere Geschichte

Der Schwenk von HIVE hin zu KI‑Infrastruktur beschleunigte sich in den Monaten nach Ethereums Übergang zu Proof‑of‑Stake, der die GPU‑Mining‑Erlöse aus dieser Chain eliminierte. Das Unternehmen begann, seine bestehenden GPU‑Cluster für KI‑Trainings‑ und Inference‑Workloads neu einzusetzen. Die Absichtserklärung in Schweden und das Angebot über 115 Mio. US‑Dollar an Schuldverschreibungen stellen die bislang kapitalintensivste Phase dieses Übergangs dar.

Die Nullkupon‑Struktur der Anleihen ist bemerkenswert. HIVE leiht sich 115 Mio. US‑Dollar zu keinen Zinskosten und setzt darauf, dass der Aktienkurs zum Zeitpunkt der Wandlung die Verwässerung akzeptabel macht. Diese Struktur funktioniert, wenn die KI‑Infrastrukturumsätze von HIVE stark genug wachsen, um bis 2031 eine höhere Bewertung zu rechtfertigen. Es ist eine Überzeugungswette auf die Entwicklung des Marktes für KI‑Rechenleistung in den nächsten fünf Jahren.

Worauf es zu achten gilt: ob HIVE die Absichtserklärung in einen verbindlichen Vertrag umwandelt, das konkrete GPU‑Modell sowie die Stückzahl offenlegt und einen Zeitplan für die Inbetriebnahme der Anlage in Boden bestätigt. Jede verbindliche Vereinbarung würde eine Absichtserklärung in eine feste Kostenverpflichtung überführen und damit die tatsächliche Kapitalintensität des Projekts in Schweden klarer machen.

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