Huawei sieht sich in China mit einer deutlich höheren Nachfrage nach KI-Rechenleistung konfrontiert, als das Unternehmen derzeit bedienen kann. Gleichzeitig beschleunigt der Konzern zwei für 2027 geplante Ascend-Chips und arbeitet an Systemen, die bis zu 1 Million Prozessoren vernetzen sollen – ein direkter Angriff auf Nvidia.
Wichtigste Punkte:
- Huawei kann nicht genug KI-Hardware produzieren, um die Inlandsnachfrage zu decken, und drosselt deshalb den Großteil der Auslandsverkäufe.
- Der Ascend 960DT soll nun bereits im ersten Quartal 2027 kommen – drei Quartale früher als ursprünglich vorgesehen.
- Huaweis Peerium-Architektur soll bis zu 1 Million Prozessoren zu einem einzigen Rechensystem zusammenschalten.
Huaweis Chip-Fahrplan
Reuters berichtete am 17. September, dass Huawei nicht genug KI-Rechensysteme für Kunden in China fertigen kann. Das zwingt den Konzern, Lieferungen ins Ausland zu begrenzen und zugleich die Ascend-Prozessor-Roadmap aggressiv auszuweiten. Vorrang hat der heimische Markt.
Der amtierende Vorstandschef Eric Xu erklärte, Tests mit dem Ascend 950DT hätten starke Ergebnisse geliefert. Huawei befinde sich bereits mit chinesischen Entwicklern großer KI-Modelle in Gesprächen, die ab dem kommenden Jahr Trainingsläufe auf entsprechenden Systemen starten könnten. Konkrete Kennzahlen zu Xus Einschätzung, Ascend habe in China bereits einen höheren Marktanteil als Nvidia, legte das Unternehmen nicht vor.
Sein ebenfalls rotierender Vorstandskollege David Wang kündigte an, Huawei wolle den Ascend 960DT nun im ersten Quartal 2027 fertigstellen – drei Quartale früher als bislang geplant. Der 960PR soll im dritten Quartal erscheinen und liegt damit ebenfalls ein Quartal vor dem ursprünglichen Zeitplan.
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Konkurrenz für Nvidia
Huawei versucht zudem, Beschränkungen für einzelne in China verfügbare Chips zu kompensieren, indem große Prozessorflotten zu Hochleistungssystemen zusammengeschaltet werden, die besonders komplexe KI-Modelle effizienter trainieren können. Die neue Peerium-Architektur ist darauf ausgelegt, bis zu 1 Million Prozessoren zu verbinden. Ein Ascend-960-Supernode kann dabei zunächst 4.096 Chips bündeln; mehrere dieser Einheiten lassen sich anschließend zu deutlich größeren Clustern kombinieren.
Die Strategie ist vor allem deshalb relevant, weil China weiterhin nur eingeschränkt Zugang zu Nvidias modernsten Prozessoren und zu Hochtechnologie in der Halbleiterfertigung hat. Huawei selbst steht seit 2019 unter separaten US-Handelssanktionen. Xu bezeichnete „vollständige Chipselbstversorgung“ als den einzig gangbaren Weg nach vorn.
Nach Angaben des Unternehmens werden für das Training der größten KI-Modelle zunehmend Cluster mit rund 100.000 Chips eingesetzt, bei denen die Kommunikation zwischen den Bausteinen bereits mehr als 40 % der Trainingszeit beanspruchen kann. Schnellere Verbindungen sollen diesen Flaschenhals entschärfen. Nvidia behält jedoch einen erheblichen Vorsprung in der Software, insbesondere durch CUDA, die im KI-Bereich weit verbreitete Plattform für Entwicklung und Betrieb entsprechender Anwendungen.
Huaweis Ausbau der KI-Infrastruktur ist bereits weit fortgeschritten. Der Konzern gibt an, mehr als 1.000 Systeme mit Ascend 910C ausgeliefert zu haben, Ascend-950-basierte Systeme in den kommerziellen Einsatz überführt zu haben und inzwischen über 40 KI-Modelle direkt auf der eigenen Plattform unterstützt zu haben.
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