Apple bringt sein erstes Foldable, das iPhone Duo, am 23. Oktober für 1.999 US‑Dollar in den Handel. Fünf handfeste Vorteile heben es vom Samsung Galaxy Z Fold 8 ab.
Wichtigste Punkte:
- Das iPhone Duo ist nach IP68 gegen Staub und Wasser abgedichtet, das Galaxy Z Fold 8 nur nach dem schwächeren Standard IP48.
- Apple kombiniert einen 2‑Nanometer‑Chip A20 Pro mit Vapor‑Chamber‑Kühlung, schnellerer Kabel-Ladeleistung und Apple‑Pencil‑Support.
- Samsung liegt bei Gewicht, Bauhöhe, Preis und Multitasking vorn, während Analysten die Zielgruppe für das 1.999‑Dollar‑Gerät hinterfragen.
iPhone Duo: Robustheit und IP68-Schutz
Apple hat das iPhone Duo am 9. September in Cupertino, Kalifornien, vorgestellt: Innen ein 7,6‑Zoll‑Display, außen ein 5,4‑Zoll‑Screen. Vorbestellungen starten am 16. Oktober.
Das erste Pro-Argument für das Duo ist der Schutz vor Umwelteinflüssen.
Apple zertifiziert das Gerät nach IP68 gegen Staub und Wasser. Samsung kommt beim Fold 8 lediglich auf IP48. Das erlaubt zwar ein zeitweiliges Untertauchen, bietet aber keinen Schutz vor Staub oder Partikeln ab einem Millimeter Größe, wie Tester einordneten. Gerade bei einem Scharnier ist feiner Schmutz ein klassischer Feind – der Unterschied wiegt hier mehr als bei einem starren Smartphone.
Zudem setzt Apple bei Rahmen und Scharnierabdeckung auf Titan, während Samsung Aluminium verbaut, wie ein technischer Direktvergleich zeigte.
Unabhängige Fall- und Scharnier-Tests stehen noch aus. Beide Geräte bleiben fragiler als herkömmliche Smartphones, und das Duo kommt erst in einem Monat in den Handel.
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A20-Pro-Chip und Vapor-Chamber-Kühlung
Das zweite Plus liegt unter dem Display.
Apples A20 Pro entsteht im 2‑Nanometer‑Verfahren, während im Fold 8 der Snapdragon 8 Elite Gen 5 von Qualcomm mit 3‑Nanometer‑Strukturbreite steckt. Ein früher Vergleich kommt zu dem Schluss, dass Apples Chip sowohl bei Produktivität als auch beim Gaming vorne liegen dürfte.
Apple spricht von 50 % mehr Speicherbandbreite und 40 % höherer Grafikleistung gegenüber dem A19 Pro des Vorjahres.
Zusätzlich verbaut Apple im Duo eine Vapor‑Chamber‑Kühlung, auf die Samsung beim Fold 8 verzichtet. Das soll helfen, die Performance bei langen Gaming-Sessions oder dauerhaften On‑Device‑AI‑Jobs zu halten – belastbare Benchmarks fehlen bislang.
Samsung kontert mit Klarheit beim Arbeitsspeicher: Das Fold 8 startet mit 12 GB RAM, die 1‑TB‑Version bringt 16 GB. Apple verrät die RAM‑Ausstattung des Duo noch nicht.
Ladegeschwindigkeit und MagSafe-Ökosystem
Beim Laden klafft die dritte Lücke – und sie lässt sich messen.
Das Duo unterstützt kabelgebunden bis zu 60 Watt und füllt in 15 Minuten rund die Hälfte des Akkus. Das Fold 8 ist bei 45 Watt gedeckelt und erreicht im gleichen Zeitraum 43 %. Kabellos bleibt die Reihenfolge: 25 Watt bei Apple, 20 Watt bei Samsung.
Apple hat zudem bestätigt, dass vorhandene MagSafe‑Ladegeräte und ‑Zubehör mit dem Duo kompatibel sind – trotz des ungewöhnlichen Formfaktors. Samsung verzichtet bei seinen Foldables weiterhin auf integrierte Magnete und setzt für magnetisches Zubehör auf spezielle Hüllen.
Bei der Akkukapazität ist die Lage unklarer.
Apple nennt keinen mAh‑Wert, sondern gibt „bis zu 31 Stunden Videowiedergabe“ auf dem Innendisplay an. Samsung weist 4.800 mAh aus. Welches Gerät im Alltag länger durchhält, müssen Tests zeigen.
Apple-Pencil-Support und scharnierbewusstes iOS
Das vierte Argument betrifft die Eingabe.
Samsung hat den S‑Pen‑Support nach dem Galaxy Z Fold 6 von 2024 gestrichen; das Fold 8 unterstützt keinen aktiven Stift mehr. Apple kündigt dagegen an, dass das Duo mit dem Apple Pencil zusammenarbeitet – diese Funktion soll laut den auf dem Event skizzierten Details später im Jahr per Update nachgereicht werden.
Konkret geht es um den einfachen Apple Pencil USB‑C ohne Druckstufen wie beim Pro‑Modell. Viele iPad‑Nutzer dürften einen solchen Stift bereits in der Schublade liegen haben.
Auch die Software reagiert auf das Scharnier. Wird das Duo beim Videokonsum etwa im 90‑Grad‑Winkel gefaltet, wandert das Bild auf eine Displayhälfte, während auf der anderen die Steuerelemente erscheinen. Samsung hat dieses Layout beim Standard‑Fold 8 gestrichen und nur beim Ultra‑Modell beibehalten.
Display-Falte und Nano-Texture-Oberfläche
Das fünfte Pro-Argument springt Interessenten sofort ins Auge.
Journalisten, die das Duo nach der Keynote in die Hand bekamen, berichten, die Falte auf dem Innendisplay sei aus verschiedenen Blickwinkeln kaum zu erkennen – wenngleich sie mit dem Finger noch spürbar sei. Samsungs aktuelle Foldables haben die Falte ebenfalls reduziert, doch der erste Eindruck deutet darauf hin, dass Apple noch einen Schritt weitergegangen ist.
Apple versieht das 7,6‑Zoll‑Panel mit einer Nano‑Texture‑Beschichtung gegen Spiegelungen und spricht von einem um 40 % steiferen Material gegenüber branchenüblichen Lösungen.
Ironischerweise stammt das Faltpanel von Samsung Display. Die Rivalen teilen sich also eine Lieferkette, während sie um dieselben Käufer konkurrieren.
Beide Geräte eint zudem ein Kompromiss: Weder Apple noch Samsung bauen beim Duo bzw. Fold 8 ein dediziertes Teleobjektiv ein – für Smartphones in der Nähe von 2.000 US‑Dollar eine spürbare Einschränkung beim Zoom.
Stärken des Galaxy Z Fold 8 – und die Skepsis der Analysten
Die Argumente gegen das Duo sind dennoch deutlich – und beginnen in der Handfläche.
Das Fold 8 bringt 201 Gramm auf die Waage, das Duo 254 Gramm. Aufgefaltet misst Samsungs Gerät 4,5 mm in der Tiefe, Apples 5,2 mm. Die Differenz von 53 Gramm macht das Duo zu einem der schwersten iPhones überhaupt.
Samsung spielt zudem seine Multitasking-Stärken aus: Drei Apps nebeneinander und bis zu fünf in schwebenden Fenstern; das Duo schafft lediglich zwei parallele Apps. Samsung hält am physischen SIM‑Slot fest, den Apple zugunsten von eSIM gestrichen hat. Auf Face‑ID‑ähnliche Gesichtserkennung verzichten beide: Der Fingerabdrucksensor steckt jeweils im Power‑Button.
Beim Preis sieht es ähnlich aus, wie ein Vergleich der Preistabellen zeigt. Samsung brachte das Fold 8 für 1.899 US‑Dollar, zwischenzeitlich zu niedrigeren Marktpreisen. Apple startet bei 1.999 US‑Dollar – und steigt bis 3.199 US‑Dollar in der höchsten Speichervariante.
Analysten bleiben unbeeindruckt. Neil Shah, Vice President bei Counterpoint Research, sprach von „einem kleinen Ausrutscher in der Positionierung“ des Produkts, wie er es formulierte. Carolina Milanesi von Creative Strategies kritisierte, Apple habe die Zielgruppe bewusst vage gelassen.
Bob O'Donnell von TECHnalysis Research wurde noch deutlicher: „Es wird zunächst ein Statussymbol sein, weil es schwer zu bekommen sein dürfte“, sagte er.
Shah rechnet dennoch damit, dass Apple bis Jahresende knapp 6 Millionen Einheiten absetzt. Das entspräche rund einem Viertel des globalen Foldable‑Marktes. Laut IDC werden Falt-Smartphones 2026 weniger als 3 % aller Smartphone‑Verkäufe ausmachen – mit nur geringen Zuwächsen im Jahr darauf.
Apple‑Hardwarechef John Ternus gab sich überzeugt, das Duo werde „die Nutzung eines faltbaren Smartphones neu definieren“.
Dieser Anspruch trifft auf ein Segment, das Samsung aufgebaut – und fast verspielt – hat. 2019 schickten die Koreaner ihr erstes Foldable an den Start, mussten es nach Berichten über gebrochene Displays und sich ablösende Schutzschichten wieder zurückziehen und arbeiteten sich über sieben weitere Generationen das Vertrauen zurück. Heute kommt Samsung auf etwa 40 % Marktanteil und meldet, dass sich Fold 8 und Fold 8 Ultra im ersten Verkaufsmonat 30 % besser verkauft haben als das Fold 7.
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