Apples erstes faltbares iPhone soll im Debütjahr 25 % der weltweiten Foldable-Auslieferungen auf sich vereinen und Samsung damit von 40 % auf 32 % Marktanteil drücken.
Wichtige Punkte:
- Weltweit sollen die Auslieferungen faltbarer Smartphones 2026 um 21 % zulegen, Apple steigt direkt auf Platz zwei ein.
- Samsung bleibt mit 32 % Marktführer, verliert aber deutlich Marktanteile und punktet vor allem noch mit Produktreife.
- Foldables bleiben gemessen am gesamten Smartphone-Markt ein Nischenprodukt mit niedrigem einstelligen Volumenanteil.
Counterpoint-Prognose sieht Apple auf Anhieb auf Platz zwei
Counterpoint Research hat die Prognose vergangene Woche veröffentlicht, nur einen Tag nachdem Samsung in London seine neue Foldable-Generation vorgestellt hat. Die Analysten erwarten, dass die weltweiten Foldable-Auslieferungen 2026 im Jahresvergleich um 21 % steigen. Apple selbst hat das Produkt bislang nicht einmal bestätigt.
Der erwartete Einstieg Apples geht zulasten aller etablierter Anbieter. Huawei soll von 30 % auf 24 % Marktanteil fallen, Motorola von 12 % auf 8 %, HONOR von 7 % auf 3 %.
Apple rückt damit rechnerisch auf Rang zwei vor, ohne bislang ein einziges Gerät verkauft zu haben.
Auch aus der Lieferkette kommen entsprechende Signale. Apple hat seine Zulieferer laut Berichten angewiesen, sich in diesem Jahr auf rund 10 Millionen faltbare iPhones vorzubereiten – nach zuvor anvisierten 7 bis 8 Millionen Stück. Display-Hersteller gehen inzwischen davon aus, dass das Gerät rund 29 % aller Bestellungen für Foldable-Panels ausmachen wird.
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Liz Lee und Ming-Chi Kuo über Apples späten Einstieg
Liz Lee, Associate Director bei Counterpoint, sagte in einem Interview, der Markteintritt Apples werde die Wahrnehmung der Verbraucher für Foldables deutlich erhöhen und die Messlatte im Premium-Segment anheben. Zugleich attestiert sie Samsung weiterhin klare Vorteile bei Produktreife, Vertriebskanälen und Nutzererfahrung mit faltbaren Geräten.
In dieser geteilten Einschätzung steckt der Kern der Debatte.
IDC betrachtet Apples Einstieg vor allem durch die Umsatzbrille. Das Marktforschungsinstitut rechnet damit, dass Apple im ersten Jahr zwar „nur“ etwas mehr als 22 % der Foldable-Stückzahlen erreicht, dafür aber rund 34 % der Segmentumsätze – auf Basis eines durchschnittlichen Verkaufspreises von knapp 2.400 US-Dollar. Francisco Jeronimo, Vice President bei IDC, spricht von einem Wendepunkt für die gesamte Kategorie.
Diese beiden Kennzahlen beschreiben eher ein Luxusprodukt als einen Massenartikel. Sie untermauern die These, dass Apple vor allem die Premiumspitze des Smartphone-Marktes neu ordnet, ohne die Mitte entscheidend zu verschieben.
Ming-Chi Kuo von TF International Securities argumentiert, Apple komme nicht zu spät. Android-Foldables hätten es bislang schlicht nicht geschafft, im oberen Premiumsegment in der Breite anzukommen.
Samsungs siebenjähriger Vorsprung gerät ins Wanken
Samsung dominiert den Markt für faltbare Smartphones seit 2019 und war auch in diesem Monat wieder zuerst am Start. Der Konzern bepreist das reisepassgroße Galaxy Z Fold8 mit 1.899 US-Dollar, das Galaxy Z Fold8 Ultra mit 2.099 US-Dollar; vorgestellt wurden die Geräte am 22. Juli, der Verkaufsstart im Handel ist für den 7. August terminiert.
Beide Modelle sind damit um jeweils 100 US-Dollar teurer als ihre Vorgänger. Samsung begründet den Aufschlag mit gestiegenen Kosten für Speicherchips, die vor allem durch die hohe Nachfrage der KI-Industrie getrieben werden.
Ben Wood, Chefanalyst bei CCS Insight, verweist darauf, dass der Wechsel Samsungs zu einem breiteren Display-Format kaum überrasche – vor dem Hintergrund zahlreicher Berichte über ein breiteres faltbares iPhone. Er wertet das Redesign als Versuch, Apple zuvorzukommen.
Der Pionierstatus hat sich für Samsung bislang allerdings nicht in Massengeschäft übersetzt. Der erste Galaxy Fold kam 2019 auf den Markt, sieben Jahre später bleiben Foldables laut Analysen weiterhin ein Nischenprodukt: weltweit rund 20 Millionen ausgelieferte Geräte gegenüber deutlich über einer Milliarde Smartphones insgesamt pro Jahr.
Ob Apple diese Decke anhebt – oder lediglich das lukrativste Marktsegment darunter abschöpft –, dürfte sich ab September abzeichnen.
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