Die US-israelischen Angriffe auf Irans Nuklearinfrastruktur am Samstag haben den Blick auf ein paralleles Finanzsystem gelenkt, das Teheran in sechs Jahren mithilfe staatlich geförderten Bitcoin (BTC)-Minings und Stablecoins aufgebaut hat, um Werte außerhalb der vom Dollar kontrollierten Bankenschienen zu bewegen.
Die Blockchain-Analysefirma Chainalysis stellte fest, dass Irans gesamtes Kryptowährungsökosystem 2025 ein Volumen von 7,78 Milliarden Dollar erreichte – eine Zahl, die schneller wuchs als im Vorjahr und mit dem BIP kleiner souveräner Staaten konkurriert.
Das Korps der Islamischen Revolutionsgarden (IRGC) machte mehr als die Hälfte dieser Aktivitäten aus.
Iran legalisierte 2019 das Kryptomining und erlaubte lizenzierten Betreibern, subventionierten Strom zu nutzen, sofern sie das geminte Bitcoin an die Zentralbank verkauften.
Das Modell wandelt billige heimische Energie effektiv in einen grenzüberschreitenden Vermögenswert um: Ein Miner erzeugt Bitcoin (BTC), überträgt es an die Zentralbank, und die Bank sendet es an ausländische Gegenparteien, um Importe zu bezahlen – unter Umgehung von SWIFT und US-kontrollierter Abwicklungsinfrastruktur.
Schätzungen zufolge entfallen 2 % bis 5 % der globalen Bitcoin-Hashrate auf Iran, wobei jedoch ein großer Teil der Aktivitäten unlizenziert und intransparent ist.
Der wachsende On-Chain-Fußabdruck der IRGC
Chainalysis schätzt, dass IRGC-nahe Adressen 2025 mehr als 3 Milliarden Dollar erhielten, nach 2 Milliarden im Jahr 2024, und im vierten Quartal über 50 % der gesamten iranischen Krypto-Zuflüsse ausmachten.
Das Unternehmen weist darauf hin, dass diese Zahlen eine Untergrenze darstellen – die Analyse umfasst nur Wallets, die bereits öffentlich vom US-Finanzministerium und israelischen Behörden benannt wurden, und schließt Briefkastenfirmen und unbekannte Mittelsmänner aus.
Separat stellte Elliptic fest, dass Irans Zentralbank 2025 mindestens 507 Millionen Dollar in USDT angesammelt hat, wahrscheinlich um den Handel zu stabilisieren und den Wertverfall des Rial teilweise auszugleichen.
Diese Bemühungen haben den Währungsverfall jedoch nicht aufgehalten – der Rial hat mehr als 96 % seines Werts gegenüber dem Dollar verloren.
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Zivile Nutzung und Infrastrukturrisiko
Auch gewöhnliche Iraner nutzen das Netzwerk. Während der Massenproteste, die am 28. Dezember 2025 begannen, und eines anschließenden Internet-Blackouts stiegen laut Chainalysis die Bitcoin-Abhebungen von iranischen Börsen auf persönliche Wallets sprunghaft an.
Dieses Muster spiegelt einen dokumentierten Trend in anderen Ländern mit Hyperinflation oder politischer Instabilität wider: Bürger verlagern Vermögenswerte in Selbstverwahrung, wenn der Zugang zum traditionellen Bankensystem unzuverlässig wird. Der aktuelle Konflikt bringt ein Infrastrukturrisiko für die staatliche Seite der Gleichung mit sich.
Mining-Betriebe sind energieintensiv, und Iran hat bei Belastung des Netzes in der Vergangenheit saisonale Mining-Verbote verhängt.
Anhaltende Angriffe auf die Strominfrastruktur könnten Irans Beitrag zur Hashrate vorübergehend verringern, auch wenn das globale Bitcoin-Netzwerk die Schwierigkeit automatisch neu ausbalanciert, sobald andere Miner die Kapazität aufnehmen.
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