Iran hat eine staatlich gestützte Seeversicherungsplattform gestartet, die Policen in Bitcoin (BTC) für Fracht im Transit durch die Straße von Hormus abrechnet und laut Prognosen mehr als 10 Milliarden US‑Dollar Jahresumsatz erzielen soll.
Start der Bitcoin-Versicherung im Iran
Die Plattform mit dem Namen Hormuz Safe wurde am 16. Mai vom iranischen Ministerium für Wirtschaft und Finanzen vorgestellt, wie aus einem Dokument hervorgeht, das der staatsnahen Nachrichtenagentur Fars vorliegt.
Das System stellt kryptografisch verifizierbare Versicherungsscheine für Schiffe aus, die den Persischen Golf, die Straße von Hormus und angrenzende Gewässer durchqueren.
Der Versicherungsschutz tritt in Kraft, sobald eine Bitcoin-Zahlung on-chain bestätigt ist, und der Frachteigentümer erhält eine digital signierte Quittung.
Das Produkt deckt Risiken wie Inspektion, Festsetzung und Beschlagnahme ab, schließt jedoch Schäden durch Waffeneinsätze aus. Iranische Beamte schätzen, dass die Einnahmen jährlich mehr als 10 Milliarden US‑Dollar erreichen könnten, falls die Plattform einen nennenswerten Anteil des regionalen Schiffsverkehrs gewinnt, wobei dieser Schätzung keine nachvollziehbare Methodik zugrunde liegt.
Fars nannte keine technischen Spezifikationen, keine Verwahrlösungen, keine namentlich genannten Versicherer und keine externen Vertragspartner, und die Website von Hormuz Safe zeigt derzeit lediglich eine Landingpage.
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Sorgen wegen Sanktionsrisiken
Compliance-Experten haben gewarnt, dass jeder Reeder, der mit Hormuz Safe zusammenarbeitet, sekundären US‑Sanktionen nach den Regeln des Office of Foreign Assets Control ausgesetzt sein könnte.
Die Abwicklung in Bitcoin beseitigt dieses Risiko nicht, da die Gegenpartei weiterhin eine iranische Staatsstelle ist. Die internationale Anerkennung ist die zweite große Hürde.
Ein Schiff, das in Rotterdam, Singapur oder Hongkong mit einem vom Iran ausgestellten Versicherungsschein einläuft, könnte feststellen, dass der Schutz vor Hafenbehörden oder globalen Versicherern keinerlei rechtliche Gültigkeit besitzt.
Die Struktur hält außerdem den gesamten Einnahmestrom außerhalb von SWIFT und den Dollar-Clearing-Systemen – genau jenem Druckpunkt, den westliche Strafmaßnahmen gegenüber Teheran historisch genutzt haben.
Kontext: Straße von Hormus
Die Straße von Hormus steht im Zentrum der regionalen Krise seit Ende Februar, als US‑amerikanische und israelische Angriffe den Obersten Führer Ayatollah Ali Khamenei töteten und eine iranische Blockade des Verkehrs seiner Gegner auslösten.
Später ließ Iran einigen chinesischen Schiffen die Durchfahrt wieder zu, nachdem man sich auf Regeln für das Management der Wasserstraße geeinigt hatte. Finanzminister Scott Bessent erklärte, China könne angesichts seiner Rolle als größter Abnehmer iranischen Rohöls helfen, eine umfassendere Wiedereröffnung zu vermitteln. Die U.S. Energy Information Administration stuft die Passage als wichtigsten Öl-Engpass der Welt ein: 2022 flossen dort im Durchschnitt 21 Millionen Barrel pro Tag hindurch, rund ein Fünftel des globalen Verbrauchs von Erdölflüssigkeiten.
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