Japans Kabinett hat am 10. April einen Gesetzentwurf gebilligt, der Kryptowährungen als Finanzinstrumente im Rahmen des geänderten Financial Instruments and Exchange Act einstuft und digitale Vermögenswerte demselben Regulierungsrahmen wie Aktien und Anleihen unterstellt.
Japans Krypto-Neuklassifizierung
Die Gesetzgebung markiert einen formellen Bruch mit dem früheren Ansatz des Landes. Die Financial Services Agency (FSA) in Japan hatte Krypto-Assets bislang nach dem Payment Services Act reguliert und sie in erster Linie als Zahlungsmittel behandelt.
Nach den neuen Regeln ist Insiderhandel auf Basis nicht offengelegter Informationen nun auch für Krypto-Assets verboten. Herausgeber von Kryptowährungen müssen zudem jährliche Berichte vorlegen, um die Markttransparenz zu verbessern.
Die Strafen für Verstöße wurden deutlich verschärft. Die Höchststrafe für nicht registrierte Verkäufer steigt von drei auf zehn Jahre Haft, während Geldstrafen von 3 Millionen Yen auf 10 Millionen Yen angehoben werden.
Finanzministerin Satsuki Katayama sagte auf einer Pressekonferenz nach der Kabinettssitzung, die Regierung werde das „Angebot an Wachstumskapital ausweiten“ und zugleich „Marktfairness, Transparenz und Anlegerschutz sicherstellen“.
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Katayamas umfassendere Vision
Der Gesetzentwurf fügt sich in eine breiter angelegte Reform ein, die Katayama bereits vor Monaten angekündigt hatte. Im Januar erklärte sie das Jahr 2026 zum „Digital Year One“ und betonte die Rolle von Börsen und Marktinfrastruktur dabei, Bürgern den Zugang zu blockchainbasierten Vermögenswerten zu erleichtern.
Die Regierung unterstützte im Dezember Pläne, den maximalen Steuersatz auf Krypto-Einkünfte in Japan von bisher bis zu 55 % auf einen einheitlichen Satz von 20 % zu senken und damit die Besteuerung digitaler Vermögenswerte an die von Aktien anzugleichen. Japan prüft außerdem die Legalisierung von börsengehandelten Krypto-Fonds (ETFs) bis 2028.
Der Regulierungsweg der FSA
Das Bestreben der FSA, digitale Vermögenswerte einer Aufsicht auf Wertpapierniveau zu unterstellen, baut sich seit Ende 2025 auf. Die Behörde schlug vor, 105 Kryptowährungen – darunter Bitcoin (BTC) und Ethereum (ETH) – als Finanzprodukte neu zu klassifizieren und damit die Pflicht zur Offenlegung sowie den Verbraucherschutz auf den Sektor auszuweiten.
Die Zahl der Krypto-Konten in Japan ist inzwischen auf über 13 Millionen gestiegen, also etwa jeder zehnte Einwohner. Die FSA erhält monatlich mehr als 350 Verbraucherbeschwerden im Zusammenhang mit Krypto-Betrug – ein Volumen, auf das sich die Aufseher als Begründung für strengere Regeln berufen.
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