StarkWare-Forscher Avihu Levy hat eine Methode vorgeschlagen, um Bitcoin (BTC)-Transaktionen gegen Quantencomputer-Angriffe resistent zu machen, ohne Änderungen am bestehenden Protokoll zu erfordern.
Levys quantensicherer Vorschlag
In einem am Donnerstag veröffentlichten Vorschlag skizzierte Levy, der als Chief Product Officer bei StarkWare tätig ist, das von ihm sogenannte Quantum Safe Bitcoin (QSB). Das Schema funktioniert vollständig innerhalb der aktuellen Legacy-Script-Beschränkungen von Bitcoin.
Anstatt sich auf elliptische Kurvenarithmetik zu stützen – die Quantencomputer mit Shors Algorithmus brechen könnten – ersetzt QSB den standardmäßigen Signaturprozess durch ein Hash-to-Sig-Puzzle. Der Ausgebende muss eine Eingabe finden, deren Hash-Ausgabe einer gültigen ECDSA-Signatur ähnelt – eine Brute-Force-Aufgabe, die selbst Quantenrechner nicht abkürzen können.
Der Kompromiss ist erheblich. Jede Transaktion kostet zwischen 75 und 150 US-Dollar an GPU-Rechenleistung, was sie für den Alltag unpraktisch macht und nur für die Sicherung großer Bestände sinnvoll ist.
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Reaktionen von Ben-Sasson und Batten
Eli Ben-Sasson, CEO von StarkWare, nannte die Entwicklung „riesig“ und argumentierte, sie mache Bitcoin de facto schon heute quantensicher. Daniel Batten, ein auf Bitcoin-ESG spezialisierter Experte, widersprach und bezeichnete dies als „Übertreibung“. Er wies darauf hin, dass der Vorschlag weder freiliegende öffentliche Schlüssel noch ruhende Wallets abdecke.
Batten verwies auf geschätzte 1,7 Millionen BTC in frühen Pay-to-Public-Key-Adressen, die anfällig für Quantenangriffe sind. Dieses Problem hat die Community gespalten – zwischen der Bewahrung des Kernethos von Bitcoin, dem Einfrieren der Coins oder einem vollständigen Protokoll-Upgrade.
Eskalation der Quantengefahr
Die Forscher selbst räumten ein, dass QSB ein Maßnahme letzter Instanz ist. Nicht-standardisierte Transaktionen, hohe Kosten und die fehlende Abdeckung von Anwendungsfällen wie dem Lightning Network bedeuten, dass Änderungen auf Protokollebene weiterhin der bevorzugte Weg bleiben.
Die Dringlichkeit rund um Quantenbedrohungen hat in den letzten Monaten zugenommen. Google veröffentlichte im März ein Paper, dem zufolge Quantencomputer die Kryptografie von Bitcoin mit deutlich weniger Ressourcen knacken könnten als bisher angenommen. Am Mittwoch stellte Lightning Labs-CTO Olaoluwa Osuntokun einen Prototyp eines quantensicheren „Fluchtwegs“ vor, der es Nutzern ermöglicht, den Besitz einer Wallet anhand ihres ursprünglichen Seed-Phrases nachzuweisen, ohne diesen offenzulegen.
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