JPMorgan sieht Hyperliquid mit zunehmendem Wettbewerbsdruck durch regulierte Handelsplätze und Prognose-Plattformen konfrontiert, da die Zuflüsse in börsengehandelte HYPE-Fonds (HYPE) ins Stocken geraten.
Zentrale Punkte:
- JPMorgan erwartet, dass regulierte US-Plattformen für Krypto-Perpetuals Liquidität von dezentralen Börsen abziehen könnten.
- Hyperliquids Outcomes-Produkt stößt auf einen bereits stark umkämpften Markt für Prediction-Markets.
- Die Zuflüsse in HYPE-ETFs haben sich im Juli und Anfang August nach Rekordnachfrage im Mai und Juni deutlich verlangsamt.
Schärferer Wettbewerb für Hyperliquid
Analysten um Nikolaos Panigirtzoglou erklärten in einem Bericht, dass Hyperliquids Marktanteil unter Druck geraten könnte, wenn regulierungskonforme US-Handelsplätze ihr Angebot an Krypto-Perpetual-Futures ausbauen. Ein abruptes Ende für Hyperliquid stellen die Autoren allerdings nicht in Aussicht.
Stattdessen heben sie strukturelle Risiken hervor: Handel mit nicht lizenzierten Derivaten, schwächere Know-Your-Customer- und Geldwäscheprävention, mögliche Marktmanipulation, Cyberangriffe, fehleranfällige Oracles sowie insgesamt geringere Anlegerschutzstandards auf dezentralen Plattformen.
Nach Einschätzung von JPMorgan könnten regulierte Perpetual-Produkte schrittweise Liquidität von Offshore- und DeFi-Börsen in Richtung US-Plattformen ziehen, wo Investoren tendenziell mehr Wert auf klare Aufsicht und rechtliche Schutzmechanismen legen.
Parallel dazu drängt Hyperliquid in den Markt für Prognosemärkte: Die Outcomes-Kontrakte sind im Mai nach Tests Anfang 2026 gestartet – treffen dort aber auf etablierte Anbieter und neue Wettbewerber.
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Ausblick für den HYPE-ETF
JPMorgan verknüpft den Wert von HYPE eng mit der Aktivität auf der Plattform – insbesondere mit den Gebühren aus dem Handel von Perpetual-Futures. Ein Verlust von Marktanteilen im Derivategeschäft würde daher unmittelbar auf die Token-Nachfrage und die Bewertung durchschlagen und erhöht damit den Druck.
Laut der Bank sind die ETF-Zuflüsse in HYPE im Juli und frühen August ins Stocken geraten, nachdem sie im Mai und Juni – gemessen am Anteil der verwalteten Vermögen – auf Rekordniveaus geklettert waren. Der restliche Kryptomarkt zeigte dagegen ein anderes Muster.
Breiter gefasste Krypto-ETFs drehten von starken Abflüssen im Mai und Juni auf leichte Zuflüsse im Juli und frühen August. Produkte auf Bitcoin (BTC) und Ether (ETH) verwalteten rund 77 Milliarden beziehungsweise 10 Milliarden US‑Dollar. Weitere Fonds kamen auf 2 bis 3 Milliarden US‑Dollar, vor allem in Solana (SOL), XRP (XRP) und Hyperliquid-Produkte.
JPMorgan stellt zudem infrage, ob HYPE langfristig die Marktkapitalisierung von Solana und XRP übertreffen kann. Dieses Szenario „bleibt abzuwarten“, betonen die Analysten – es sei eher eine offene Option als eine Prognose.
Das Interesse an HYPE reicht inzwischen bis in Unternehmensschatzhaltungen hinein: In dieser Anlegergruppe führt JPMorgan Bitcoin, Ether und Solana, während HYPE auf Rang vier folgt. Entscheidend für die weitere Entwicklung bleiben laut Bericht die ETF-Ströme sowie die Marktanteile im Handels- und Prognosegeschäft.
Die Nachfrage nach HYPE-ETFs erreichte im Mai und Juni ihren Höhepunkt, bevor sie im Juli und in den ersten Augusttagen spürbar nachließ – ausgerechnet in dem Zeitraum, in dem Hyperliquid sein Produktangebot mit Outcomes im Mai verbreiterte. Die Abfolge legt nahe, dass die anfängliche ETF-Euphorie bislang nicht geklärt hat, ob der Ausbau der Plattform ausreicht, den zunehmenden Druck durch regulierte Handelsplätze und den eng besetzten Prognosemarkt auszugleichen.
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