Kalshi hat bei der US-Derivateaufsicht Commodity Futures Trading Commission (CFTC) beantragt, kryptoartige Perpetual-Futures auf einen US-Aktienindex und auf Kupfer einzuführen. Damit wird die Struktur ausgeweitet, die der Betreiber von Prognosemärkten erstmals im Heimatmarkt mit Bitcoin (BTC) eingeführt hat.
Wichtigste Punkte:
- Kalshi stellte am 18. August einen Antrag auf Perpetual-Futures, die an einen US-Aktienindex und an Kupfer gekoppelt sind.
- Das Bitcoin-Perpetual überschritt binnen zwei Wochen nach dem Start am 3. Juni ein Handelsvolumen von 5,5 Mrd. US‑Dollar.
- CME Group stellt die Einstufung der Kontrakte durch die CFTC als Futures – und nicht als Swaps – gerichtlich infrage.
Kalshis Aktienindex-Perpetuals
Mit dem Antrag vom 18. August will Kalshi das Konzept der Perpetual-Futures aus der Kryptosphäre in die traditionellen Märkte tragen – und rückt damit in direktere Konkurrenz zu etablierten Terminbörsen. Perpetuals haben kein Fälligkeitsdatum; über regelmäßige Funding-Zahlungen wird der Preis eng an den zugrunde liegenden Basiswert angekoppelt.
Die CFTC hatte Kalshis Bitcoin-Perpetual Anfang dieses Jahres zugelassen – als ersten derartigen Kontrakt auf einer US-regulierten Börse, bevor am 3. Juni der Handel startete.
Vorstandschef Tarek Mansour erklärte, das Handelsvolumen habe in der ersten Woche bereits die Marke von 1 Mrd. US‑Dollar überschritten und binnen zwei Wochen über 5,5 Mrd. US‑Dollar erreicht. Kalshi nutzte die Genehmigung anschließend als Blaupause und beantragte Perpetuals auf Gold und Silber, bevor in dieser Woche die Vorschläge zu Aktienindex und Kupfer hinzukamen. Cboe Global Markets wählte einen anderen Ansatz und brachte im Juni über Interactive Brokers Mini-S&P-500-Binary-Optionen auf den Markt, statt eine Perpetual-Struktur zu übernehmen.
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Juristische Offensive der CME
Die Klage der CME könnte entscheidend dafür sein, ob Kalshi das gleiche Modell auf Aktienmärkte ausdehnen darf.
Die CME argumentiert, beim Bitcoin-Perpetual handle es sich in Wahrheit um einen Swap, während Kalshi und die CFTC darauf beharren, dass es sich um einen Futures-Kontrakt ohne festes Verfallsdatum handelt. Der Antrag für den Aktienindex stützt sich auf dieselbe Argumentation und verweist auf standardisierte Kontraktgrößen, zentrale Clearingstellen und Margin-Anforderungen – alles Merkmale klassischer Futures-Märkte.
Die Auseinandersetzung fällt in eine Phase, in der sich der Handel mit Perpetuals zunehmend von Offshore-Kryptobörsen hin zu regulierten US-Plattformen verlagert – ein Wandel, der die Wettbewerbsdynamik im Derivatemarkt nachhaltig verändern könnte.
BitMEX, das 2014 den Offshore-Krypto-Perpetual-Swap einführte, hat im Juli seine Schließung bekannt gegeben. Der Geschäftsbetrieb soll am 23. September eingestellt werden – ein deutlicher Kontrast zu Kalshis Bestreben, das gleiche Grundmodell in stärker regulierte US-Märkte zu überführen.
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