Die eskalierenden Spannungen in der Straße von Hormus haben die Ölpreise ins Zentrum einer möglichen Liquiditätsklemme gerückt, die in den nächsten vier Wochen Bitcoin (BTC) und den breiteren Kryptomarkt unter Druck setzen könnte, nachdem Präsident Donald Trump erklärte, der Konflikt der USA mit Iran könne einen Monat dauern, und der Schifffahrtsriese Maersk den gesamten Transit durch den kritischen Korridor aussetzte, über den rund 20 % des weltweiten Rohölangebots transportiert werden.
Was geschah: Transit durch Hormus gestoppt
Polymarket berichtete am 1. März, dass Maersk alle Schifffahrt durch die Straße von Hormus, die enge Passage zwischen Iran und Oman, eingestellt hat. Trump sagte, der Zeitraum von vier Wochen spiegele die militärische Planung wider und erkenne die Stärke Irans an, lasse jedoch Raum für zukünftige Verhandlungen.
Goldman Sachs schätzte, dass eine vollständige einmonatige Schließung der Straße ohne Ausgleichsmaßnahmen den fairen Wert von Öl um 15 Dollar pro Barrel erhöhen könnte. Teilweise Störungen würden geringere Aufschläge verursachen, die je nach Schwere bis auf 1 Dollar pro Barrel zurückgehen.
Einige Analysten haben prognostiziert, dass Rohöl in einem Extremszenario auf 120–150 Dollar steigen könnte. Dennoch verlief die Marktreaktion volatil – der Kobeissi Letter merkte an, dass Öl zeitweise fast 70 % seines anfänglichen Anstiegs wieder abgab und erneut unter 70 Dollar pro Barrel fiel.
„Das ist NICHT der Dritte Weltkrieg. Ignoriert den Lärm“, schrieben die Analysten des Kobeissi Letter.
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Warum es wichtig ist: Risiko einer Liquiditätsverknappung
Für Krypto ist nicht Öl selbst die eigentliche Bedrohung, sondern das, was anhaltend hohe Preise mit der Geldpolitik machen. Erhöhte Rohölpreise schlagen direkt auf Transport- und Herstellungskosten durch, treiben Inflationsdaten nach oben und könnten Zentralbanken dazu zwingen, erwartete Zinssenkungen zu verschieben.
Diese Kettenreaktion – höherer Ölpreis, höhere Inflation, steigende Renditen von US-Staatsanleihen, engere Liquidität – hat Bitcoin historisch stark belastet. BTC hat sich wiederholt als hochbeta-Liquiditätsasset verhalten, das fällt, wenn reale Renditen steigen und Kapital in Anleihen umschichtet.
Analysten haben vor einem möglichen „Dominoeffekt“ gewarnt, der die Taiwanstraße erreichen könnte, was die globalen Handelsstörungen vertiefen und den makroökonomischen Stress für Risikoanlagen wie Ethereum (ETH) und Solana (SOL) verstärken würde.
In den kommenden Wochen wird Öl wahrscheinlich als Frühindikator für Krypto dienen. Eine Deeskalation, die die Rohölpreise stabilisiert, könnte die Risikobereitschaft schnell wiederherstellen, doch eine anhaltende Störung in Hormus würde die Erzählung von geopolitischem Lärm zu einem Liquiditätsereignis in vollem Umfang verschieben.
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