Meta erwägt eine mehrjährige Rechenzentrums-Vereinbarung mit Anthropic im Volumen von bis zu 10 Milliarden US‑Dollar. Der Deal über zwei Jahre könnte den Grundstein für ein neues Cloud-Geschäft legen.
Zentrale Punkte:
- Die Gespräche befinden sich noch in einem sehr frühen Stadium.
- Das angedachte Volumen beläuft sich auf bis zu 10 Milliarden US‑Dollar über zwei Jahre.
- Ein Abschluss würde Anthropic zusätzliche Kapazität sichern und Meta helfen, Erträge aus seiner stark ausgebauten KI-Infrastruktur zu ziehen.
Gespräche zwischen Meta und Anthropic
Medienberichte meldeten am 17. Juli, dass Anthropic Rechenleistung aus Metas Rechenzentren anmieten könnte – auch wenn ein Abschluss nicht garantiert ist. Reuters bestätigte die laufenden Verhandlungen. Ein solcher Vertrag wäre ein Strategiewechsel für den Mutterkonzern von Facebook und Instagram, der nach wie vor den Großteil seiner Erlöse mit Werbung erzielt.
Meta prüft seit einiger Zeit, externen Kunden Zugang zu seinen Rechensystemen zu verkaufen, während der Konzern massiv in künstliche Intelligenz investiert. Ein Mietvertrag mit Anthropic würde diese Überlegung vom theoretischen Szenario zu einem ersten Markttest machen.
Für 2026 stellt Meta Investitionsausgaben von 125 bis 145 Milliarden US‑Dollar in Aussicht – vor allem für KI-Infrastruktur, Hardware und zusätzliche Rechenzentrums-Kapazitäten. Die teilweise Vermietung dieses Netzes könnte neue Erlösströme erschließen, ohne dass Meta seine eigenen Modell-Entwicklungspläne aufgeben muss. Das Investitionsniveau bleibt dennoch außergewöhnlich hoch.
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Metas Cloud-Strategie
Mark Zuckerberg erklärte den Aktionären im Mai, externe Unternehmen klopften „fast jede Woche“ bei Meta an, um Zugang zu Modellen oder Rechenleistung zu erhalten. Ein Cloud-Geschäft sei „definitiv eine Option“, konkrete Pläne hat Meta bislang aber nicht vorgestellt.
Die Äußerungen deuten darauf hin, dass Meta externe Nachfrage als eine Art Sicherheitsnetz betrachtet, falls die eigene Infrastruktur die internen Anforderungen irgendwann übersteigt.
Ein Vertrag würde zwei KI-Wettbewerber in ein kommerzielles Verhältnis bringen: Meta würde die Rechenleistung bereitstellen, die Anthropic für Training und Betrieb seiner Claude-Modelle benötigt.
Angesichts der stark steigenden Nutzung durch Endkunden und Unternehmenskunden ist Anthropic auf Hochleistungsprozessoren, stabile Energieversorgung und dedizierte Rechenzentren angewiesen. Für Investoren wäre der Deal ein früher Test, in welchem Umfang Meta einen Teil seiner massiven Infrastrukturkosten wieder einspielen kann.
Der Vorschlag knüpft an Anthropics Vereinbarung vom Mai mit SpaceX an. Das von Elon Musk geführte Raumfahrtunternehmen gewährt Zugang zum Rechenzentrum Colossus 1 sowie zu mehr als 220.000 Nvidia‑Prozessoren.
Branchenberichte bezifferten den Wert dieses Vertrags auf knapp 45 Milliarden US‑Dollar über drei Jahre – deutlich mehr als das jetzt diskutierte Meta-Paket.
Nach Bekanntgabe der SpaceX-Kapazitätserweiterung erhöhte Anthropic die Nutzungslimits für zahlende Kunden. Die Vereinbarung verdeutlichte, wie knapp Hochleistungs-Rechenressourcen geworden sind – und warum KI-Entwickler ihre Infrastruktur zunehmend bei Unternehmen anmieten, mit denen sie ansonsten im direkten Wettbewerb stehen.
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