XRP (XRP) ist am Freitag auf rund 1,02 US‑Dollar gefallen, nachdem der US‑Senat die Abstimmung über den CLARITY Act verschoben hat – und damit die Warnungen vor einem im Schnitt 14‑prozentigen August-Rückgang neu befeuert.
Wichtigste Punkte:
- Der Senat verschiebt die Abstimmung über den CLARITY Act auf September, nachdem Demokraten vor der Sommerpause eine Verfahrensvereinbarung blockiert haben.
- Analyst ChartNerd verzeichnete in den drei vorangegangenen US‑Zwischenwahljahren August-Verluste von 5,7 %, 23,0 % und 13,7 % – im Mittel rund 14 %.
- XRP notierte um 1,02 US‑Dollar, während Bitcoin bei etwa 64.000 US‑Dollar und Ethereum um 1.900 US‑Dollar verharrten.
XRP unter Druck, weil der Senat CLARITY-Abstimmung vertagt
Mehrheitsführer John Thune im US‑Senat bestätigte am späten Donnerstag, dass die Kammer den CLARITY Act vor der Abreise der Abgeordneten in die Augustpause nicht mehr aufrufen werde. Die Demokraten lehnten eine Zeitvereinbarung ab, die einen geordneten Verfahrensweg in den Plenarsaal eröffnet hätte – mit Verweis auf ungelöste Streitpunkte zur Ausgestaltung von Ethikregeln und zu Zinszahlungen auf Stablecoins. Thune erklärte, die Vorlage solle auf die Agenda kommen, sobald der Senat im September zurückkehrt.
Die Verzögerung schiebt das Gesetzespaket zur Marktstruktur für digitale Vermögenswerte in einen ohnehin überfrachteten Herbstkalender mit Haushaltsstreitigkeiten und Wahlkampf vor den Zwischenwahlen. Eine Einigung auf Ethikpassagen der Senatoren Thom Tillis und Ruben Gallego steht weiter aus. Auf Prognosemärkten sind die Chancen auf eine Verabschiedung noch in diesem Jahr seit Februar deutlich gesunken.
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ChartNerd und Hougan zur weiteren XRP-Kursentwicklung
Analyst ChartNerd schrieb auf X, XRP habe bereits vor der Verschiebung der Abstimmung an Boden verloren und könne weiter abrutschen, während größere Coins vergleichsweise stabil blieben. Er bilanzierte August-Rückgänge von 5,7 % im Jahr 2014, 23,0 % im Jahr 2018 und 13,7 % im Jahr 2022 – und deckt damit alle bisherigen US‑Zwischenwahljahre in der XRP-Historie ab. Im Schnitt ergibt das ein Minus von rund 14 %.
Bitwise-CIO Matt Hougan argumentierte in dieser Woche, ein stockendes Gesetzgebungsverfahren werde die Stimmung kurzfristig dämpfen, er erwarte den Entwurf aber in einer Art „Untoten“-Status – politisch nicht tot, aber ohne echten Fortschritt. Zugleich verweist er darauf, dass die SEC weite Teile der Regulierung auch ohne neues Gesetz per Verordnungen ausbuchstabieren könne.
Niveaus im XRP‑Chart und der langfristige Trend
XRP notierte am Freitag bei etwa 1,02 US‑Dollar, rund 3 % tiefer auf Tagessicht und knapp 6 % im Wochenvergleich. Bitcoin (BTC) hielt sich um 64.000 US‑Dollar, Ethereum (ETH) bewegte sich kaum und lag bei rund 1.900 US‑Dollar.
ChartNerd hob hervor, dass XRP das bislang tiefste Tagesschlusskursniveau des Jahres markiert hat. Zusätzlichen Druck erzeugen institutionelle Abflüsse: Grayscale meldete im ersten Halbjahr 2026 Nettoabflüsse von rund 103 Millionen XRP‑Token.
Zudem hat ChartNerd eine 8,5‑jährige Cup‑and‑Handle-Formation identifiziert, mit Kurszielen bei 8, 13 und 27 US‑Dollar – eines der größten technischen Setups im Markt, wie er es nennt. Kurz‑ bis mittelfristig rechnet er dennoch mit einer Seitwärtsphase um die Marke von 1 US‑Dollar.
Der aktuelle Rückgang setzt einen Abwärtstrend fort, der nach dem XRP‑Hoch bei rund 3,60 US‑Dollar im Juli 2025 eingesetzt hat. Vom damaligen Spitzenwert ist der Token inzwischen etwa 70 % entfernt und liegt deutlich unter der 200‑Tage-Linie.
XRP hat den August nun das vierte Jahr in Folge mit einem Minus geschlossen – die längste laufende Verlustserie eines beliebigen Kalendermonats im Chart. Auf Jahressicht liegt der Token rund 40 % im Minus.
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