Hacker nutzen eine Schwachstelle in der Screen-Sharing-Funktion von Apple macOS, um sich Root-Rechte auf exponierten Macs zu verschaffen und Monero-(XMR)-Mining-Software zu installieren.
Wichtigste Punkte:
- Die niederländischen Behörden haben eine aktive Ausnutzung von CVE-2026-65400 auf Macs beobachtet, die Screen Sharing über Port 5900 ins Netz exponieren.
- Angreifer verschaffen sich Root-Zugriff und installieren Monero-Miner; frei verfügbare Proof-of-Concept-Exploits sind inzwischen veröffentlicht.
- Apple hat die Authentifizierungs-Schwachstelle in macOS Tahoe 26.6.1, Sequoia 15.7.9 und Sonoma 14.8.9 behoben.
Monero-Angriff auf macOS
Das niederländische National Cyber Security Center (NCSC) teilte am 12. August mit, dass ihm Berichte über aktive Angriffe auf zahlreiche Macs vorliegen. Die Angreifer erlangten Root-Rechte und spielten Monero-Mining-Software auf, alle betroffenen Systeme waren über Port 5900 erreichbar.
Die Schwachstelle mit der Kennung CVE-2026-65400 weist einen CVSS-Schweregrad von 7,1 auf und geht auf fehlerhaftes Zustands-Management im Rahmen der Screen-Sharing-Authentifizierung zurück. Ein gültiges Passwort war nicht erforderlich.
Apple hat daraufhin die Prüfmechanismen für die Authentifizierung verschärft und am 6. August Sicherheitsupdates für macOS Tahoe 26.6.1, Sequoia 15.7.9 und Sonoma 14.8.9 ausgeliefert. Laut NCSC kursiert inzwischen öffentlich verfügbarer Proof-of-Concept-Code, was die Eintrittshürde für Angreifer senkt, die Systeme ins Visier nehmen, auf denen Screen Sharing weiterhin ungeschützt ins Internet exponiert ist. Nicht gepatchte Macs bleiben akut gefährdet.
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Monero und das Cryptojacking-Risiko
Die aktuelle Kampagne ist ein klassischer Fall von Cryptojacking: Kriminelle nutzen fremde Rechenressourcen zum Mining von Kryptowährungen, behalten aber sämtliche Erträge der kompromittierten Hardware. Die Kosten – Strom, Abnutzung, Performance-Einbußen – trägt der Besitzer der angegriffenen Systeme.
Monero ist für diesen Missbrauch besonders attraktiv, weil die starke Fokussierung auf Anonymität und Vertraulichkeit Transfers deutlich schwerer nachverfolgbar macht als Transaktionen auf transparenten Blockchains.
Für Angreifer entsteht so ein Kanal, mit dem sich langfristiger Zugriff auf kompromittierte Hardware in nur schwer nachverfolgbare Mining-Erträge verwandeln lässt.
Bitdefender hat jüngst etwa raubkopierte Versionen von „The Odyssey“ mit der Malware Lumma Stealer entdeckt. Andere Kampagnen setzten auf gefälschte CAPTCHA-Seiten, SparkKitty-Mobile-Apps, Spiele-Wallpaper und manipulierte Python-Pakete. Teilweise wurden bösartige Inhalte zudem über die BNB Chain ausgeliefert. Die Einfallstore wechseln ständig.
Cryptojacking-Kampagnen konzentrieren sich immer wieder auf Monero, weil sich Mining-Aufgaben über zahlreiche gekaperte Geräte verteilen lassen, ohne direkt Guthaben aus den Wallets der Opfer zu stehlen. Der Angriffsvektor ist ein anderer, das Geschäftsmodell bleibt jedoch gleich: Hardware kompromittieren, Ressourcen abziehen und die Mining-Erträge auf Zieladressen leiten, die von den Angreifern kontrolliert werden.
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