OpenAI-Aufsichtsratschef Bret Taylor geht davon aus, dass Unternehmen sich binnen der nächsten zwölf Monate kaum noch mit KI‑Token beschäftigen werden – weil externe Anbieter Management und Kosten weitgehend übernehmen dürften.
Zentrale Punkte:
- Der Aufsichtsratschef von OpenAI erwartet, dass die Nervosität von Unternehmen über KI-Tokenkosten in etwa einem Jahr abebbt.
- Anbieter und spezialisierte Branchensoftware sollen Tokenmanagement und -kosten für ihre Kunden übernehmen.
- Taylor stellt infrage, ob günstiger bepreiste Open-Weight-Modelle im laufenden Betrieb tatsächlich billiger sind.
Bret Taylor: Tokenkosten rücken in den Hintergrund
Taylor, der auch das Customer-Service-Startup Sierra gegründet hat, äußerte seine Prognose am Montag in der CNBC-Sendung „Squawk Box“ made. Die aktuelle Welle an Beschwerden über „Tokenomics“ führt er auf einen noch unreifen KI-Markt zurück. Tokens sind die kleineren Texteinheiten, die Modelle verarbeiten; Anbieter nutzen sie als Abrechnungsgröße und zur Preisgestaltung.
Zu Jahresbeginn hatten steigende Tokenkosten Finanzchefs großer Techkonzerne pushed, KI-Budgets zu kürzen und den tatsächlichen Return on Investment der Technologie kritisch zu hinterfragen.
Taylor rechnet damit, dass andere Dienstleister diese Last künftig übernehmen. Als frühes Beispiel nannte er das neue Auswertungstool des Ausgaben-Startups Ramp pointed. Branchenspezialisten wie das Legal-Tech-Unternehmen Harvey managen Tokens bereits heute im Hintergrund für ihre Kunden. Insgesamt bewege sich der Markt weg von nutzungsbasierten Preismodellen hin zu zahlungsrelevanten Ergebnissen.
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Kimi K3 im Praxistest der Token-Effizienz
Taylor zog einen Vergleich zur Frühzeit des Internets, als der Aufbau einer Unternehmenswebsite noch deutlich teurer war als heute. Die aktuelle Situation sieht er als Chance für Gründer, Produkte zu entwickeln, die Unternehmen den lästigen Token- und Kostenabgleich abnehmen. Ramp launches hat sein Token-Spend-Dashboard am 16. Juli vorgestellt und berichtet, dass die Tokenausgaben seiner Kunden seit Juni 2025 um das 20,7‑Fache gestiegen sind.
Kimi K3, vergangene Woche vom chinesischen Startup Moonshot veröffentlicht, sorgte im Silicon Valley für Aufsehen, weil das Modell Flaggschiffsysteme von OpenAI und Anthropic zu einem niedrigeren Listenpreis herausfordert. Ob Kimi K3 im realen Einsatz tatsächlich günstiger ist, sei allerdings noch offen, so Taylor.
Er downplayed den vermeintlichen Preisvorteil von Open-Weight-Modellen und betonte, dass die großen Frontier-Labs beim Zusammenspiel von Token- und Compute-Effizienz klar vorne lägen.
Nicht jeder Token sei gleich viel wert, sagte er – die Qualität eines Modells bestimme maßgeblich, wie viele Tokens eine konkrete Aufgabe verschlingt. In etwa einem Jahr, so seine predicted, würden IT-Abteilungen getrennte KI-Systeme etwa für Marketingteams und für Softwareentwickler betreiben.
Taylors jüngste öffentliche Auftritte
Taylors Aussagen reihen sich ein in eine Serie öffentlicher Auftritte. Bereits am 16. Juli hatte er im selben Sender erklärt, OpenAI habe derzeit kein Update zu möglichen IPO-Plänen, und dabei auch über Enterprise-Budgets sowie eine Klage von Apple gesprochen. Zudem argumentierte er, das Anbinden eines Chatbots an eine Wissensdatenbank sei inzwischen ein „Wochenendprojekt“ – die eigentliche Komplexität liege heute in Themen wie Guardrails, Sprachschnittstellen und streng regulierten Branchen.
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