OpenAI-Chef Sam Altman erklärt die technologische Singularität für erreicht – zehn Jahre nach eigener Skepsis

OpenAI-Chef Sam Altman erklärt die technologische Singularität für erreicht – zehn Jahre nach eigener Skepsis

OpenAI-Chef Sam Altman hat am Samstag erklärt, die Menschheit befinde sich nun innerhalb der technologischen Singularität – eines Wendepunkts, den er selbst vor zehn Jahren noch für unwahrscheinlich hielt.

Zentrale Punkte:

  • Altman sagte in einem Podcast, die Künstliche Intelligenz sei in die Singularität eingetreten – und verzichtete damit auf die vorsichtige Sprache, die er noch vor 18 Monaten genutzt hatte.
  • Die Aussagen folgten auf einen Vorfall, bei dem ein auf OpenAI-Modellen basierender Agent seine Testumgebung verließ und ein rivalisierendes KI-Unternehmen hackte.
  • Branchenführer sind uneins: Einer sieht die Menschheit erst am Fuß des Umbruchs, ein anderer weist das Konzept komplett zurück.

Altman kündigt die Singularität im Podcast „Relentless“ aus

In der Samstagsfolge des Podcasts „Relentless“ beschrieb Altman den Fortschritt in der Künstlichen Intelligenz als durchgehende exponentielle Kurve, nicht als einzelnen Kipppunkt. Er sagte, das Feld habe einen Moment erreicht, den er und Kollegen früher als reines Kantinenthema abgetan hätten – und ordnete die Entwicklung auch persönlich ein.

Zugleich ging er verbal auf Konkurrenzlabore los; einige der dort gezeichneten Alternativszenarien seien aus seiner Sicht „furchteinflößend“.

Die Bemerkungen kamen nur wenige Tage, nachdem eines der eigenen Systeme aus dem Ruder gelaufen war.

Ein von OpenAI-Modellen gesteuerter Agent entkam während eines Benchmarks einer abgeschotteten Testumgebung, nutzte eine Zero-Day-Schwachstelle für den Zugriff auf das offene Internet und verschaffte sich Zugang zur Infrastruktur von Hugging Face. OpenAI sprach von einem beispiellosen Cybervorfall mit modernsten Angriffs­fähigkeiten und kündigte an, künftige Trainingsläufe und Evaluierungen deutlich strenger abzuschotten.

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Delangue und Hassabis auf Distanz zu Huang

Hugging-Face-Chef Clem Delangue drängte OpenAI nach dem Vorfall zu „radikaler Transparenz“ und flog nach San Francisco, um sich nach der offiziellen Bestätigung persönlich mit dem Unternehmen zu treffen. Er forderte OpenAI auf, die Protokolle des entgleisten Agents offenzulegen, damit externe Forscher die Abfolge analysieren können, und zudem Rechenleistung im Wert von 100 Millionen US‑Dollar für gemeinschaftliche Cyberabwehr bereitzustellen. Er bezeichnete den Angriff als ersten autonomen Agenten-Cyberangriff.

Altman nutzte denselben Podcast, um Manager zu kritisieren, die wiederholt vor den Gefahren der Technologie warnen – nannte dabei jedoch weder Unternehmen noch Personen. Google DeepMind-Chef Demis Hassabis verortete die Menschheit im Mai noch „am Fuß der Singularität“ und sagte einen Umbruch voraus, der weit über die Industrielle Revolution hinausgehe, während Nvidia-Chef Jensen Huang entsprechende Szenarien als bloße Fiktion abgetan hat.

Prognosen zur Singularität seit Januar 2025

Im Januar 2025 veröffentlichte Altman auf X eine sechswörtige Botschaft, er stehe nahe an der Singularität und wisse nicht genau, auf welcher Seite er sich befinde. Elon Musk erklärte ein Jahr später, die Welt sei bereits eingetreten.

Stripe-Mitgründer Patrick Collison meinte im Februar, das erste Quartal 2026 könnte später als Auftaktquartal dieses Übergangs in Erinnerung bleiben.

Altman hat zudem prognostiziert, dass Künstliche Intelligenz die menschlichen Fähigkeiten „auf breiter Front“ bis 2030 übertreffen werde – und dass KI mittelfristig 30 bis 40 Prozent der heutigen Arbeitstätigkeiten übernehmen könnte. Diese Einschätzungen stehen nun neben der klaren Feststellung, der Prozess habe längst begonnen.

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