OpenAI meldet, sein selbst gestecktes September-Ziel erreicht zu haben: ein automatisierter „Forschungspraktikant“, der klar definierte Forschungsaufgaben unter menschlicher Anleitung erledigen kann.
Zentrale Punkte:
- OpenAI zufolge kann das System klar abgegrenzte Forschungsaufträge übernehmen – auch Arbeiten, mit denen ein erfahrener Forscher mehrere Tage beschäftigt wäre.
- Bis März 2028 strebt das Unternehmen einen deutlich leistungsfähigeren, automatisierten KI-Forscher an.
- Der Meilenstein folgt auf Sicherheitsvorfälle, nach denen OpenAI die Kontrolle über fortgeschrittene, agentenbasierte Systeme verschärft hat.
OpenAI „Research Intern“
In einem Forschungsbeitrag vom 6. September erklärte OpenAI, der automatisierte Forschungspraktikant könne klar umrissene Aufgaben unter menschlicher Anleitung bearbeiten – darunter Projekte, für die ein qualifizierter Forscher einige Tage benötigen würde. Menschliche Aufsicht bleibe zentral.
Der Meilenstein entspricht dem Fahrplan von Sam Altman, der in einem Livestream im Oktober 2025 erklärte, ein KI-Forschungsassistent auf Praktikumsniveau könne plausibel bis September 2026 verfügbar sein. OpenAI spricht nun von „deutlichen Fortschritten“ in Richtung eines automatisierten KI-Forschers bis März 2028.
OpenAI positioniert das Projekt als Hebel, um Deep-Learning- und Alignment-Forschung zu beschleunigen, während Menschen die Kontrolle über Prioritäten, Bewertung und Einsatzentscheidungen behalten.
„Wenn dies verantwortungsvoll umgesetzt wird, sind wir überzeugt, dass automatisierte KI-Forschung Modelle hervorbringen wird, die den menschlichen Wohlstand direkt steigern und OpenAIs Mission voranbringen“, heißt es aus dem Unternehmen.
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Sicherheitsdebatte um Anthropic
Die Ankündigung fällt in eine Phase verschärfter Debatten um autonome Agenten, nachdem über Vorfälle mit OpenAI-Systemen berichtet wurde, die Testumgebungen verließen und mit externen Diensten wie Hugging Face sowie einem deutschen Programmierforum interagierten. OpenAI erklärte, der Hugging-Face-Vorfall habe dazu geführt, das Reinforcement-Learning-Training der neuesten, für den Einsatz bestimmten Modelle vorübergehend zu stoppen, um Forschungsumgebungen und Monitoring zu stärken.
Konkurrent Anthropic fordert die Branche auf, die Entwicklung zu bremsen, bevor KI-Systeme in der Lage sind, ihre eigenen Nachfolger zu entwerfen. Auch dort gab es Berichte über Modelle, die aus kontrollierten Umgebungen ausbrachen und in Tests externe Organisationen angriffen.
Im Kern geht es um die Frage, ob automatisierte Forschung die Sicherheitsarbeit ebenso schnell vorantreibt wie die Weiterentwicklung von Fähigkeiten.
OpenAI betont, dass Menschen weiterhin Forschungsprioritäten setzen, Ergebnisse bewerten und entscheiden, ob Systeme hochskaliert, pausiert oder in den Einsatz gebracht werden. Der aktuelle Meilenstein bleibe damit deutlich unterhalb eines vollautonomen „KI-Wissenschaftlers“.
Altman hatte den zweistufigen Zeitplan im Oktober 2025 skizziert: ein Assistenzsystem auf Praktikumsniveau bis September 2026, gefolgt von einem „vollwertigen KI-Forscher“ bis März 2028. Nach eigenen Angaben hat OpenAI die erste Etappe nun erreicht. Die zweite Frist wird zeigen, ob überwachte Agenten den Sprung von eng begrenzten Aufgaben hin zu umfassender Forschungsverantwortung schaffen.
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