Binnen 48 Stunden haben Trader mehr als 116.000 Ethereum (ETH) von Kryptobörsen abgezogen – Token im Wert von rund 300 Mio. US‑Dollar. Gleichzeitig hielt sich der Kurs nahe 2.500 Dollar, während der Markt auf die nächste Zinsentscheidung der US-Notenbank wartet.
Wichtigste Punkte:
- Über 116.000 Ether im Volumen von knapp 300 Mio. US‑Dollar sind innerhalb von zwei Tagen von zentralisierten Börsen abgeflossen.
- Das geldpolitische Komitee der Fed (FOMC) tagt am 15. und 16. September, Terminmärkte sehen mit 58,4 % Wahrscheinlichkeit einen Zinsschritt um 25 Basispunkte.
- Seit dem 26. August pendelt Ether in einer Spanne von etwa 2.370 bis 2.530 Dollar.
Ethereum-Abflüsse von Börsen erreichen 300 Mio. US-Dollar
Analyst Ali Martinez berichtete am 6. September auf X, dass in den vorangegangenen 48 Stunden mehr als 116.000 Ether von Handelsplattformen abgezogen wurden. Er bezifferte den Gegenwert auf etwa 300 Mio. US‑Dollar.
Coins, die in private Wallets verschoben werden, stehen dem Orderbuch kurzfristig nicht mehr zur Verfügung und gelten daher als Angebotsrückgang am Markt. Nach Einschätzung von Martinez schrumpfen die Börsenbestände so schnell, dass die Grundlage für eine kräftige Kursbewegung gelegt wird.
Am Montag wechselte Ether um 2.498 Dollar den Besitzer. Die Marktkapitalisierung lag damit bei rund 304,85 Mrd. US‑Dollar, das Tagesvolumen bei 10,68 Mrd. US‑Dollar. Der nächste technische Widerstand verläuft bei 2.560 Dollar. Ein nachhaltiger Ausbruch darüber könnte den Weg in Richtung 2.750 Dollar freimachen, mit 3.400 Dollar als weiterem Kursziel.
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Fed- und BoJ-Entscheidungen lasten auf ETH
Das Federal Open Market Committee der US-Notenbank trifft sich am 15. und 16. September, die Zinsentscheidung und das Statement werden am zweiten Tag um 14 Uhr Eastern Time veröffentlicht. Terminmärkte bewerten die Wahrscheinlichkeit eines Zinsschritts um 25 Basispunkte mit 58,4 %. Damit würde die Zielspanne auf 3,75 bis 4,00 % steigen.
Der robuste Arbeitsmarkt stützt diese Erwartung: Im August schufen US-Unternehmen 162.000 neue Stellen, deutlich mehr als die Konsensprognose von rund 53.000. Die Daten schoben die Marktteilnehmer in Richtung einer restriktiveren Geldpolitik.
Zuvor steht jedoch der Inflationscheck an. Das Statistikamt Bureau of Labor Statistics veröffentlicht den Verbraucherpreisindex für August am 11. September – fünf Tage vor dem Fed-Beschluss. Die Teuerung lag im Zwölfmonatszeitraum bis Juli bei 3,4 %.
Fed-Chef Kevin Warsh nutzte seine Rede in Jackson Hole Ende August, um klarzustellen, dass die Inflationsbekämpfung oberste Priorität behält. In der Folge stiegen die impliziten Zinsanhebungschancen bis zum 31. August auf 66 %.
Zusätzlichen Druck auf Risikoanlagen liefert Japan. Der Markt preist inzwischen mit 87 % Wahrscheinlichkeit ein, dass die Bank of Japan ihren Leitzins in diesem Monat auf 1,25 % anhebt – nach lediglich rund 23 % vor der Juli-Sitzung.
Nachfrage nach Ether-ETFs kühlt ab
Auf der regulierten Seite hat die Dynamik zuletzt nachgelassen. US-Spot-ETFs auf Ether verzeichneten am 31. August noch Zuflüsse von 87,68 Mio. US‑Dollar – den elften Handelstag in Folge mit Nettozuflüssen. Rund 59,94 Mio. US‑Dollar entfielen dabei auf den iShares Ethereum Trust von BlackRock.
In der Woche bis zum 4. September gingen die Zuflüsse in Ether-Produkte dann deutlich zurück. Parallel dazu sammelten Bitcoin-Fonds (BTC) im gleichen Zeitraum Kapitalzuflüsse von 986,9 Mio. US‑Dollar ein.
Seit dem 26. August bewegt sich Ether in einer relativ engen Handelsspanne zwischen etwa 2.370 und 2.530 Dollar – eine Trading-Zone, die inzwischen nahezu zwei Wochen gehalten hat, ohne dass es zu einem klaren Ausbruch nach oben oder unten gekommen ist.
In der Spitze notierte die Kryptowährung Anfang 2026 nahe 4.800 Dollar, nachdem im Oktober 2025 ein Rekordhoch von über 6.000 Dollar markiert worden war.
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