Große Ethereum-(ETH)-Adressen – die sogenannten Wale – haben an einem einzigen Handelstag rund 226.435 Ether auf den Markt geworfen. Zum Zeitpunkt der Transaktionen entsprach das einem Gegenwert von etwa 430 Mio. US‑Dollar. Der Ausverkauf erfolgte in einer Phase, in der der Kurs klar unter 2.000 US‑Dollar verharrte.
Zentrale Punkte:
- Wal-Adressen haben innerhalb von 24 Stunden rund 226.435 ETH abgestoßen – einer der stärksten Tagesverkäufe seit Wochen.
- Dieselbe Anlegergruppe hält dennoch knapp 22 % des zirkulierenden Angebots und könnte somit weitere Verkäufe auslösen.
- Die ETH-Bestände auf zentralen Börsen liegen nahe dem Tiefststand der letzten Dekade – ein Argument, auf das sich Bullen berufen.
Ethereum-Walverkäufe erreichen 226.435 ETH
Marktbeobachter Ali Martinez hat die Transfers am Mittwoch herausgearbeitet und als eine der heftigsten Walaktivitäten der vergangenen Wochen beschrieben. Die entsprechenden Wallets kontrollieren weiterhin rund 26,64 Mio. Ether.
Dieses Paket entspricht knapp 22 % des umlaufenden Angebots – jede größere Positionsveränderung dieser Gruppe könnte den Markt daher spürbar bewegen.
Martinez beobachtet insbesondere die Marke von 1.773 US‑Dollar. Ein Bruch dieser Unterstützung, so seine Warnung, würde das aktuell bullische Szenario zunächst aushebeln. Verkäufe in dieser Größenordnung verunsichern regelmäßig Kleinanleger, die dazu tendieren, den großen Adressen aus dem Markt zu folgen, statt das zusätzliche Angebot aufzukaufen.
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ETH-Angebot verknappt sich vor der Fed-Entscheidung
ETH ist am Mittwoch mit 1.919,73 US‑Dollar in den Handel gestartet, ein Plus von 1,5 % gegenüber Dienstag, und fiel im Verlauf des Vormittags in New York auf rund 1.905 US‑Dollar zurück. Bitcoin (BTC) zeigte sich dagegen kaum verändert.
Quer durch den Kryptomarkt reduzierten Händler vor dem Zinsentscheid der US‑Notenbank Federal Reserve ihre Risiken. Terminmärkte für Fed Funds preisten nach einer deutlichen Neubewertung im Monatsverlauf zuletzt eine Wahrscheinlichkeit von knapp einem Drittel für eine weitere Zinserhöhung ein.
Sean Farrell, Leiter Digital Assets bei Fundstrat, betonte, dass für Kryptomärkte weniger der konkrete Zinsentscheid als vielmehr die Wortwahl der Fed zu Inflation und Finanzierungsbedingungen den Ausschlag gebe. Er rechnet mit einer Zinspause bei gleichzeitig deutlich restriktivem Tonfall, schließt aber eine weitere Anhebung, die die Bedingungen für Risikoanlagen verschärfen würde, nicht aus.
Die Angebotsseite spricht indes für die Bullen. Die Bestände auf zentralisierten Krypto-Börsen sind laut Daten von über 21 Mio. ETH vor einem Jahr auf aktuell nur noch rund 15,1 Mio. ETH zurückgegangen. Hinzu kommt: In Staking-Kontrakten gebundene Ether stehen kurzfristig nicht im Orderbuch zur Verfügung. Parallel verzeichneten US‑amerikanische Spot-Ethereum-Fonds in der Monatsmitte die stärksten wöchentlichen Zuflüsse seit April.
Ethereum-Kursziele driften deutlich auseinander
Martinez hatte bereits am 24. Juli argumentiert, dass ETH die Zone um 1.850 US‑Dollar verteidigen müsse, um einen nachhaltigen Ausbruch über 2.000 US‑Dollar zu ermöglichen. Hält der steigende Trendkanal im Stundenchart, sieht er kurzfristig Luft bis auf 2.060 US‑Dollar.
Andere Charttechniker lesen das gleiche Kursbild hingegen als potenzielle Bullenfalle. Der anonyme Trader Crypto Lens rechnet zunächst mit einem Anlauf auf die 2.000‑US‑Dollar-Marke, gefolgt von einem Abrutschen in eine breite Unterstützungszone zwischen 1.400 und 900 US‑Dollar.
Der Blick in die Historie erklärt die Vorsicht am Markt. Ethereum hat drei Quartale in Folge im Minus geschlossen – ein Novum in den Daten der vergangenen zehn Jahre. Seit Jahresbeginn ist der Kurs von über 2.900 US‑Dollar im Januar bis auf ein Zwischentief nahe 1.472 US‑Dollar im April gefallen. Vom Rekordhoch bei rund 4.954 US‑Dollar im August 2025 notiert der Token damit weiterhin etwa 62 % entfernt.
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